Weil sie Kondome in Afrika verteilen: Grüne Böll-Stiftung unterstellt Aids-Hilfe Rassismus
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Die Heinrich-Böll-Stiftung hat eine Broschüre mit dem Namen „Reproduktive Gerechtigkeit“ herausgebracht, die über Missstände bei den Themen Verhütung, Kinderkriegen und Kinderversorgung aufklären soll. Die Inhalte aber sind haarsträubend – und zeigen, wie krass die steuerfinanzierte Stiftung der Grünen in eine absurde Ideologie abgedriftet ist.
Eigentlich ist die medizinische und administrative Versorgung von Frauen, Schwangeren und Müttern in Deutschland tatsächlich schlecht: fehlende Kitaplätze, unterbezahlte Hebammen, überfüllte Geburtskliniken, fehlende Brust- und Gebärmutterkrebsvorsorge oder zu wenig Forschung über Endometriose. Alles Dinge, über die man sich aufregen könnte.
Doch die Heinrich-Böll-Stiftung pfeift auf reale Leidverringerung und konzentriert sich lieber auf das ideologische Lieblingsthema der Grünen – dem Kampf gegen Rassismus, der in ein klares Weltbild eingebettet ist: Der „globale Norden“ (der weiße Mann) ist Täter. Der „globale Süden“ (die schwarze Frau) ist Opfer.

Eine konfuse Zusammensetzung: „Weiße“ Mathematik, eine Darstellung von George Floyd und Werbung, auf der Weiße abgebildet sind. Was hat das mit Reproduktion zu tun?
Der Grund: Die Eugenik der Nazis, die „zur industriellen Vernichtung von jüdischen Menschen, Rom*nja und Sinti*zze“ und „sozialen Außenseiter*innen“ wie „Sexarbeitende“ führte, lebe bis heute in unserer Gesellschaft weiter. Opfer dieser weiterlebenden Nazi-Eugenik sind nach der Böll-Stiftung aber nicht die heute in Deutschland lebenden Juden, deren Vorfahren millionenfach ermordet wurden, sondern „schwarze Frauen“ und „Frauen of Color“, die von einer „weißen Vorherrschaft“ (ergo: „Kolonialismus und Sklaverei“) unterdrückt werden.
Der „Kolonialismus und Kapitalismus“, so liest man, seien dafür verantwortlich, dass westliche Staaten nicht nur ihre eigene Population, sondern auch die in afrikanischen Staaten kontrollieren wollen.
Das geschehe durch westliche Organisationen wie „Family Planning 2030“, die in afrikanischen Dörfern Verhütungsmittel an arme Familien verteilt und über AIDS aufklärt.
Es ist irre, welche Schlüsse die Böll-Stiftung aus dieser Entwicklungsarbeit zieht: Westliche NGOs, so heißt es in der Broschüre, klärten nur deswegen über Verhütungsmittel und Geschlechtskrankheiten auf – die Tausende Afrikaner vor tödlichen Aids-Infektionen bewahrt –, weil sie in Wahrheit eine moderne Form der Nazi-Eugenik verfolgen, mit der westliche Industrienationen die Population von Schwarzen kontrollieren wollen.

Auszug aus der Broschüre der Böll-Stiftung: Westliche Staaten sollen hier aus Rassismus die Geburten in Afrika kontrollieren.
Aber auch die Präimplantationsdiagnostik (PID), die es Eltern mit tödlichen Erberkrankungen ermöglicht, ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen, wird als Erbe der Nazi-Eugenik stigmatisiert. Gleichzeitig fordert die Stiftung, dass Menschen mit Behinderung nicht sterilisiert werden sollten, ganz egal, ob die Betroffenen in der Lage sind, sich um die Kinder zu kümmern oder die Kinder überhaupt lebensfähig sind.
Im Anschluss wird Deutschland als ein von Nazi-Ideologie und Kolonialismus geprägtes Horror-Land dargestellt, das schwarzen Frauen aus purem Hass das Kinderkriegen und die medizinische Behandlung verwehrt.
Weil das in Deutschland de facto nicht der Fall ist, bezieht sich die Böll-Stiftung dann auf „(verbale) Mikroaggressionen durch Ärzt*innen“, wie etwa die Frage: „Willst du wirklich noch ein fünftes Kind bekommen?“. Dass sich eingewanderte Frauen wegen fehlender Deutschkenntnisse schlechter mit ihrem Gynäkologen verständigen können, könne zudem zu „physischer Gewalt bei der Geburt“ führen, heißt es weiter.
Elternstatus nur für leibliche Eltern = Rassismus
Aber auch in Bezug auf „queere Menschen“ lebe die Menschenverachtung aus dem Nazi-Regime weiter. Das geschehe, indem man den rechtlichen Elternstatus nur an die Personen vergibt, die tatsächlich die Eltern sind: Mutter und Vater. In den Augen der Böll-Stiftung sei das eine „biologistische Norm“, die sich nur an „Genetik“ und „Leiblichkeit“ orientiere und zu „neuen Ausgrenzungs- und Ausbeutungsmechanismen“ führe.
Leihmutterschaft – also, wenn Frauen durch eine Ei- und Samenspende ein Kind austragen und es anschließend verkaufen – wird nicht etwa deswegen kritisiert, weil Frauen als Gebärmaschinen missbraucht werden, sondern weil diese Praxis ausschließlich „weißen“ und „reichen“ Personen vorbehalten sei.
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Judith Sevinç Basad
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