Zwei Jahre nach Tod von Kurdin im Iran: Demonstrationen in Teheran, Berlin, Paris – und in der ARD!
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Trotz strenger Sicherheitsmaßnahmen kam es im Iran zwei Jahre nach dem Tod von Jina Mahsa Amini, einer Kurdin, die im Polizeigewahrsam der iranischen Sittenpolizei ums Leben kam, zu Protesten.
In Teheran haben Polizei und Geheimdienste versucht, öffentliche Demonstrationen zu verhindern. Dennoch haben sich an mehreren U-Bahn-Stationen kleinere Protestaktionen ereignet. Laut Augenzeugenberichten haben vor allem junge Frauen das Lied „Frau, Leben, Freiheit“ des Künstlers Scherwin Hadschipur gesungen, das seit zwei Jahren als Hymne der Frauenrechtsbewegung gilt.
Doch nicht nur im Iran gingen Menschen zu Ehren Aminis und gegen das islamische Regime auf die Straße. Auch in einigen europäischen Großstädten kam es zu Trauerfeiern und Protesten.

Auch in Den Haag demonstrierten Aktivisten gegen das islamische Regime im Iran.

Demonstranten in Berlin
Protestaktion auch bei Miosga
In der Sonntagsausgabe des Talk-Formats von Caren Miosga in der ARD kam es zu einer Stör-Aktion. Zwei Aktivistinnen hissten Plakate mit dem Gesicht der ermordeten Kurdin und riefen lautstark: „Jin, Jiyan, Azadî“. Kurdisch für „Frau, Leben, Freiheit“.

Die Störer im Ersten
„Wir fordern, dass die deutsche Medienlandschaft ihr Schweigen bricht!“, verkündete eine Störerin – auf Nachfrage von Miosga. Nach einigen Minuten ging die Sendung wie geplant weiter.

Iran-Regime-Gegner demonstrieren in Köln.
Gestorben in den Händen des islamischen Regimes
Amini wurde im September 2022 von der Sittenpolizei aufgrund eines vermeintlich falsch getragenen Kopftuchs festgenommen und starb wenige Tage später, am 16. September 2022, unter ungeklärten Umständen in Polizeigewahrsam. Die iranischen Behörden gaben an, dass ihr Tod auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen sei. Viele Iraner sowie Aminis Familie sehen jedoch die Sittenwächter und das religiöse Regime des Landes in der Verantwortung. Aminis Tod löste landesweite Proteste aus, die als die schwersten in der 45-jährigen Geschichte der Islamischen Republik gelten. Aufgrund des Schaltjahres im islamischen Kalender wurde der Todestag in diesem Jahr am Sonntag begangen.
In mehreren Regionen des Landes wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Aufgrund von Aufrufen zu Protesten durch Aktivisten und Dissidenten wurden laut Berichten sowohl in Aminis Heimatstadt Saghes in der Provinz Kurdistan als auch in der Hauptstadt Teheran zahlreiche Sicherheitskräfte postiert.
Laut Berichten wurde der Familie von Amini in Saghes untersagt, am Grab ihrer Tochter eine Gedenkfeier abzuhalten. Laut Berichten wurden die Eltern unter Hausarrest gestellt, während Sicherheitskräfte die Stadt und insbesondere den Friedhof Ajchi, auf dem Amini begraben liegt, überwachten.

Eine Demonstrantin in Paris zeigt die israelische Flagge. Vor der Machtübernahme des Mullah-Regimes, pflegten Israelis und Iraner freundschaftliche Beziehungen.
„Frau, Leben, Freiheit“
Scherwin Hadschipur, der Sänger des Protestliedes „Frau, Leben, Freiheit“, sieht sich auch zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Songs weiterhin mit Anklagen konfrontiert. Ihm wird vorgeworfen, zu Unruhen aufgerufen und die öffentliche Ordnung gestört zu haben. Das Lied ist im Iran verboten, wird jedoch regelmäßig bei Protesten gesungen.
Der Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ wurde nach Aminis Tod im Jahr 2022 zum Symbol einer landesweiten Frauen- und Protestbewegung, die sich nicht nur gegen die strengen islamischen Vorschriften richtete, sondern auch gegen den politischen Einfluss des Islams im Iran. Die Regierung unter dem inzwischen verstorbenen Präsidenten Ebrahim Raisi ging damals mit Gewalt gegen die Proteste vor. Laut unbestätigten Berichten kam es während der monatelangen Unruhen zu Hunderten von Todesopfern und Tausenden von Verhaftungen.
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