Corona-Grippe-Vergleich nachträglich gelöscht: Anwalt stellt Strafanzeige wegen manipulierter RKI-Protokolle
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Neuer Wirbel um die RKI-Krisenstabs-Protokolle!
Das Robert-Koch-Institut steht im Verdacht, nachträglich und rechtswidrig Protokolle manipuliert zu haben, die das Online-Magazin Multipolar freigeklagt hatte. Dabei geht es um eine brisante Stelle, die das Thema „Corona und Grippevergleich“ betrifft. Ein Anwalt hat daher Strafanzeige gegen die stellvertretende Leiterin der Rechtsabteilung des RKIs gestellt.
Wer im Frühjahr 2020 Corona mit der Grippe verglich, galt als „Schwurbler“, denn der Vergleich war politisch nicht erwünscht. Wenn Corona nur so gefährlich ist wie die Grippe, wäre es schließlich übertrieben, mit dem Lockdown-Hammer gegen das Virus vorzugehen. In der ursprünglichen Version des RKI-Protokolls vom 25.03.2020 stand etwas, das in der vom RKI herausgegebenen Version schließlich nicht mehr steht.
Es handelt sich dabei um eine Aussage einer RKI-Wissenschaftlerin, die impliziert, dass das Corona-Virus Teil des gewöhnlichen Grippegeschehens ist.
Rückblick: Ende März 2020 war die Corona-Welle am Abflauen, was Lockdown-Befürworter als Effekt der Maßnahmen bewerteten, Lockdown-Gegner hingegen als natürlicher, saisonaler Effekt. Nun stellt sich heraus: Die kritische Sichtweise wurde auch im RKI vertreten.
Vergleich der Protokoll-Versionen
Alt: „Bevölkerungsbezogene Maßnahmen zeigen Effekt (…) Ute [Rexroth]: aber gewagt, Causalität herzustellen – Wir sind ja generell am Ende der Grippesaison – vorsichtig formulieren“.
Neu: „Strategien [gehen] in die richtige Richtung. Aber vorsichtig formulieren!
Das RKI-Protokoll wurde drei Jahre, nachdem es erstellt wurde, verändert. Und zwar nachdem das Magazin die Protokolle frei geklagt hatte, das heißt: kurz bevor das RKI sie an Multipolar aushändigen musste. Und es kommt noch dicker: Verändert wurden sie nicht von einem gewöhnlichen RKI-Mitarbeiter, sondern von der stellvertretenden Leiterin der RKI-Rechtsabteilung, Bettina Hanke.

Stehen unter Druck: der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn sowie der damalige Leiter des RKIs Lothar Wieler.
Der Verdacht besteht nun darin, dass das RKI die Protokolle manipuliert hat, weil sie Dinge dokumentieren, die dem Institut und der Regierung unangenehm werden konnten. Wie der folgende Screenshot zeigt, den der Corona-Aufklärer Stefan Homburg auf X veröffentlichte, wurde das Dokument am 3. Januar 2023 geändert.

Screenshot von Stefan Homburg
Laut Rechtsanwalt Friedemann Däblitz ist „der Anfangsverdacht der Strafbarkeit der Frau Bettina Hanke“ gegeben – und zwar wegen Veränderung beweiserheblicher Daten und wegen Datenveränderung. In der Strafanzeige heißt es: „Ich stelle daher Strafanzeige und Strafantrag gegen alle in Betracht kommenden Beteiligten wegen aller in Betracht kommender Straftatbestände und Beteiligungs- und Begehungsformen.“

Screenshot von X/Twitter
„Nun steht das Robert-Koch-Institut als Fälscher da“
Zuerst hatten Stefan Homburg und Paul Schreyer in einem ausführlichen Artikel auf Multipolar auf die Manipulation aufmerksam gemacht. Interessant ist, wie die Unterschiede nun aufgefallen waren: Multipolar hatte zuerst die RKI-Protokolle frei geklagt, sie wurden im März erstmals teilweise geschwärzt veröffentlicht. Dank eines RKI-Whistleblowers, der auf die Journalistin Aya Velázquez zugegangen war, liegen sie seit Juli aber auch ungeschwärzt vor.
In dem geleakten Datenmaterial war ein Archivordner enthalten, der vermutlich versehentlich nicht gelöscht worden war. In diesem Archiv befand sich die ursprüngliche Version, die den besagten Grippevergleich enthielt. Tichys Einblick kommentierte: „Die Zweifel an der Authentizität der durchgestochenen RKI-Protokolle, die versuchsweise in etablierten, vor allem öffentlich-rechtlichen Medien herumgereicht wurden, um den Leak infrage zu stellen, drehen Schreyer und Homburg damit um: Nun steht das Robert-Koch-Institut als Fälscher da.“
Multipolar hatte Datenanalyst Tom Lausen beauftragt, die Metadaten der Protokolle zu untersuchen. Mit Lausen hatte auch NIUS kürzlich zusammengearbeitet. Dank ihm ist viel brisanter Schriftverkehr zwischen Gesundheitsministerium und Paul-Ehrlich-Institut öffentlich geworden.
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