„Maximales Desinteresse“, „Katastrophe“, „Hat sich nicht gekümmert“: Impfgeschädigter klagt Paul-Ehrlich-Institut an
Ein Beitrag von
Ein junger Mann, Mitte dreißig, erkrankte nach der Moderna-Impfung an einer Herzmuskelentzündung, die ihm ärztlich diagnostiziert wurde. Nach Kontaktaufnahme mit dem Paul-Ehrlich-Institut verging über ein Jahr, bis das Institut die Meldung aufgenommen hatte – durch eigenes Verschulden. NIUS liegen die Vorgänge rund um seine Diagnose vor – und protokolliert exklusiv seine Geschichte.
Kürzlich dokumentierte NIUS ausführlich den rechtswidrigen Blindflug des Paul-Ehrlich-Instituts bei der Überwachung der Impfnebenwirkungen. Daraufhin schrieb ein Leser und Betroffener einer impfbedingten Myokarditis NIUS an. Über seinen Fall hatte der Focus im Jahr 2022 berichtet. Nun will er seine persönlichen Erfahrungen mit dem Paul-Ehrlich-Institut schildern.
Protokoll einer Verzögerung
Mai 2021: Ken Schneider (Name geändert) wurde zum zweiten Mal geimpft, danach begannen die Beschwerden. Seine Ärztin diagnostizierte am 2.8.2021 eine Myokarditis, nachdem er sich „wochenlang mit Beschwerden herumgeschleppt hatte“ – bis es nicht mehr ging und er „mehrfach bewusstlos zusammengebrochen“ war, wie er NIUS gegenüber schilderte.
Oktober 2021: In enger Abstimmung mit seiner Hausärztin meldete er seinen Fall an das Paul-Ehrlich-Institut und bekam danach einen Anruf von einem Arzt im Auftrag des Instituts. Verblieben war Schneider mit dem Arzt so, dass dieser ihn per E-Mail kontaktieren werde. Darin sollte der Arzt auflisten, welche Unterlagen das Paul-Ehrlich-Institut von ihm braucht.

Eingang des Paul-Ehrlich-Instituts in Berlin.
Februar 2022: Drei Monate später, am 17.2.22, erhielt er die Antwort. Schneider gegenüber NIUS: „Da ich gesundheitlich und organisatorisch nicht in der Lage war, dem Arzt des Paul-Ehrlich-Instituts die Unterlagen weiterzuleiten, bat ich ihn, sich mit meiner Hausärztin in Verbindung zu setzen. Sie war vorab informiert und stand voll hinter mir, auch was das Thema Meldung von Impfnebenwirkungen angeht.“ Es lag nun also in der Verantwortung des Paul-Ehrlich-Instituts, sich selbst um die benötigten Unterlagen bei der Hausärztin zu kümmern – da Schneider selbst zu krank war, sie zu beschaffen.
Oktober 2022: „Am 10.10.22, also ungefähr 9 Monate später, habe ich nochmals eine E-Mail an das Paul-Ehrlich-Institut bzw. den zuständigen Doktor geschrieben und freundlich nachgefragt, wie denn der Stand der Dinge sei.“ Als Antwort bekam er zwei Wochen später, am 24.10.22, vom Paul-Ehrlich-Institut nochmals eine E-Mail gleichen Inhalts zugeschickt. Er wies erneut darauf hin, dass er nicht in der Lage sei, solche komplexen Unterlagen zu beschaffen und zu bearbeiten.

Ausschnitte aus den beiden E-Mails. Man sieht, dass acht Monate dazwischen liegen. Der Hinweis in der zweiten E-Mail ist interessant, denn er zeigt, dass das Paul-Ehrlich-Institut auch ärztlich diagnostizierte Myokarditis nicht unbedingt in seine Sicherheitsberichte einfließen lässt.
Schließlich meldete sich niemand mehr
Nachdem Schneider nachgehakt hatte, forderte das Paul-Ehrlich-Institut tatsächlich zeitnah die Unterlagen bei seiner Hausärztin an. Danach passierte nichts mehr.
Schneider gegenüber NIUS: „Seitdem habe ich nie wieder etwas von dieser Institution gehört. Es wurde sich nicht erkundigt, ob es zwischenzeitlich weitere Diagnosen und Erkenntnisse gibt. Die gibt es nämlich reichlich. Auch fragte man mich nicht, wie mein Gesundheitszustand ist. Nichts. Es passierte einfach nichts mehr. Ich wurde weder darüber informiert, ob meine Meldung in die Statistik gegangen ist, noch wurde mir in irgendeiner Form mitgeteilt, ob bzw. welche weiteren Schritte oder Maßnahmen zu ergreifen sind.“ Schneider spricht von einem „maximalen Desinteresse“. Das Institut „hat sich nicht gekümmert“. Unterm Strich nennt er den Umgang mit ihm eine „Katastrophe“.
NIUS fragte beim Paul-Ehrlich-Institut an, ob es sich hier um einen Einzelfall handelt oder ob solche Verzögerungen bei der Bearbeitung von Impfnebenwirkungen gehäuft vorkommen. Zudem wollte NIUS wissen, welche Gründe in diesem Fall vorlagen, dass es so lange dauerte – war das Institut überlastet? Bis zur Veröffentlichung dieses Textes kam noch keine Antwort.
Schneiders Geschichte zeigt: Die Überwachung der Corona-Impfstoffe wurde nicht mit der notwendigen Sorgfalt und Fürsorge für Geschädigte durchgeführt. Ein wirkliches Interesse an der Erkennung von Risikosignalen war offenbar nicht vorhanden. Es entsteht der Eindruck, dass die weisungsgebundene Behörde nicht so genau hinschaute, um die Impfkampagne der Regierung nicht zu gefährden.

Prof. Dr. Klaus Cichutek, damaliger Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts, wurde 2023 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Schneider hält das für einen „Schlag ins Gesicht“ – ebenso wie Lauterbachs nachweisliche Lüge von der „nebenwirkungsfreien Impfung“.
Heutige Situation: krank, berufsunfähig und von der Politik im Stich gelassen
Neben der Herzmuskelentzündung ist Schneider an ME/CFS erkrankt, dem chronischen Fatigue-Syndrom. Es belaste ihn noch mehr als die Herzmuskelentzündung. Er ist deswegen berufsunfähig, erhält eine Erwerbsminderungsrente: Arbeiten ist für ihn grundsätzlich nicht mehr möglich. Finanziell ist er damit nicht hinreichend abgesichert. Ob er sein Haus wird behalten können, ist unklar. Weil nicht zuletzt auch die juristischen Hürden hoch sind, einen Impfschaden anerkennen zu lassen, hat er keinen Antrag auf Anerkennung des Impfschadens gestellt.
Von der Politik fühlt er sich im Stich gelassen: Er fordert für Impfgeschädigte mehr Unterstützung bei der wirtschaftlichen Versorgung, da die Krankheit im Alltag hohe Kosten verursache, und dass mehr unternommen wird, ihre Leiden zu erforschen.
Lesen Sie auch:
Überwachung der Impfnebenwirkungen: Der rechtswidrige Blindflug des Paul-Ehrlich-Instituts
Mehr NIUS:
Schwerbehindert nach BioNTech-Impfung: Der Fall Maddie de Garay – und was er über Big Pharma verrät
Pfizer-Insider schätzt zwischen 20.000 und 60.000 Corona Impftote in Deutschland
Kritische Corona-Studie auch im Mainstream erschienen: Forscher fordern „bessere Überwachung nach Impfungen“
Spektakuläre Abrechnung des ehemaligen Chefs der obersten US-Seuchenschutzbehörde: „Es war wahrscheinlich falsch, es als Impfstoff zu bezeichnen..“
Corona-Scharfmacher schäumen über Kennedy-Brief an Nina Warken
25 Kinder tot wegen Corona-Impfung – Biontech bricht an der Börse ein
Ein „Horror-Urteil“: Jura-Professor kritisiert Verurteilung wegen Volksverhetzung gegen Corona-Kritiker
Umstrittene Juristin Frauke Brosius-Gersdorf: Sie begründete die Pflicht zur Impfpflicht damit, dass die Impfung nicht gut genug wirkt
Mehr NIUS:
Spektakuläre Abrechnung des ehemaligen Chefs der obersten US-Seuchenschutzbehörde: „Es war wahrscheinlich falsch, es als Impfstoff zu bezeichnen..“
Corona-Scharfmacher schäumen über Kennedy-Brief an Nina Warken
25 Kinder tot wegen Corona-Impfung – Biontech bricht an der Börse ein
Ein „Horror-Urteil“: Jura-Professor kritisiert Verurteilung wegen Volksverhetzung gegen Corona-Kritiker
Umstrittene Juristin Frauke Brosius-Gersdorf: Sie begründete die Pflicht zur Impfpflicht damit, dass die Impfung nicht gut genug wirkt
„Diese Vorgehensweise entspringt der Pandemielage“: So lief es wirklich mit dem Impf-Booster für Jugendliche
Exklusiv! NIUS zeigt die geheimen Impf-Protokolle des Paul-Ehrlich-Instituts
Corona-Zeit: Verfassungsgericht erklärt Versammlungsverbote für rechtswidrig
Felix Perrefort
Artikel teilen
Kommentare