Nordsee-Parks regelmäßig abgemeldet: Offshore-Windparks lieferten 2023 deutlich weniger Strom als im Vorjahr
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Die Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee haben 2023 wegen Netz-Engpässen an Land weniger Strom geliefert als im Jahr zuvor. Insgesamt seien 19,24 Terawattstunden (TWh) Windenergie an Land übertragen worden, heißt es vom Netzbetreiber Tennet. Das seien rund neun Prozent weniger als 2022. Rein theoretisch könnte mit den 19,24 TWh der Jahresbedarf von rund sechs Millionen Haushalten gedeckt werden.
„Aufgrund der immer noch zahlreichen Engpässe im Stromnetz an Land müssen immer öfter die großen Windparks in der Nordsee abgeregelt werden“, sagte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens. Ein weiterer Grund: Es gebe im Norden kaum noch konventionelle Großkraftwerke, die stattdessen gedrosselt werden könnten. „Das beeinträchtigt nicht nur die Einspeisemengen von Strom, sondern belastet auch dessen Preisentwicklung.“ Meyerjürgens forderte ein weiter hohes Tempo beim Netzausbau und dem Bau großer Stromautobahnen, „damit das Potenzial der Nordsee als Windkraftwerk Deutschlands und Europas sobald wie möglich effizient genutzt werden kann“.
Weitere Milliarden-Kosten beim Netzausbau
Aber genau dieser Netzausbau kostet Geld – viel Geld. Und viel mehr Geld, als eigentlich gedacht … Die deutsche Energiebranche rechnet für die nächsten Jahre mit weiteren Milliardenkosten für die Stabilisierung des deutschen Stromnetzes. Hauptgrund: Die Verzögerung des Netzausbaus und der gemessen am hohen Bedarf dahinter liegende Ausbau der erneuerbaren Energien im Süden. Diese Faktoren machen nach Einschätzung von Verbänden, Unternehmen und Ökonomen auch in den nächsten Jahren ein aufwendiges „Netzengpassmanagement“ notwendig.
Zahlen zu den Kosten des Engpassmanagements für das ganze Jahr 2023 gibt es noch nicht. Im ersten Halbjahr 2023 waren es laut Bundesnetzagentur über 1,6 Milliarden Euro, im Gesamtjahr 2022 4,2 Milliarden, in Teilen bedingt durch den Anstieg der Gaspreise.

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Der Netzbetreiber Tennet geht davon aus, dass es an die zehn Jahre dauern könnte, die Kosten der Netzeingriffe wieder auf ein Minimum zu senken. Ob die Redispatch-Maßnahmen eventuell sogar weiter ansteigen könnten, ist nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schwer vorauszusagen. „Kurzfristig ist noch nicht mit einer Entlastung der Redispatch-Kosten zu rechnen“, prophezeite kürzlich Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
Was bedeutet „Engpassmanagement“? Im Norden wird mehr Ökostrom produziert als verbraucht, im Süden ist es umgekehrt. Deswegen muss mehr Strom von Nord nach Süd transportiert werden. Weil der Bau der Hochspannungstrassen „Südlink“ und „Südostlink“ sich um Jahre verzögert, reicht die Leitungskapazität häufig nicht.
Dann werden Ökostromanlagen – darunter viele Windräder im Norden – „abgeregelt“. Im Süden müssen dann konventionelle Kraftwerke hochfahren.
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