Experte: „Schaltet eure PV-Anlage ab!“ Um 14 Uhr kostet eine Megawattstunde Strom MINUS 500 Euro
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Die Sonne scheint. Es ist Feiertag. Der 1. Mai 2026 ist ein Beweistag für die Unsicherheit, die erneuerbare Energien wie Solar- und Windstrom in ein komplexes Stromnetz bringen.
Am 1. Mai kann es passieren, dass durch das gute Wetter mehr Solarstrom ins Netz eingespeist wird als tatsächlich benötigt. Viele Industriebetriebe haben über das Wochenende geschlossen und der allgemeine Bedarf an Strom ist deshalb niedriger. Darauf macht der Energieökonom Lion Hirth auf der Plattform Linkedin aufmerksam:

Der Experte schreibt:
„An die 5 Mio. Besitzer von Solaranlagen in Deutschland: Wenn ihr etwas Gutes für die Versorgungssicherheit und die Energiewende (und den Bundeshaushalt) tun wollt, dann schaltet morgen eure PV-Anlage ab. Einfach aus. Ehrlich gesagt, am besten gleich bis Montag auslassen. Warum? Es kann passieren, dass wir in Deutschland morgen mehr Strom ins Netz einspeisen als wir abnehmen können. Viele kleine PV-Anlagen lassen sich nicht vom Netzbetreiber abschalten (so genau weiß es leider niemand), deswegen am besten selbst ausschalten.“
Die Bundesregierung sichert PV-Betreibern aktuell eine fixe Einspeisevergütung zu – unabhängig vom tatsächlichen Wert des Stroms. Deshalb werden die Kosten für Wertlosstrom entsprechend vom Steuerzahler getragen. Wirtschaftsministerin Reiche will diese Regelung abschaffen.

Lion Hirth ist Professor für Energiepolitik an der Hertie School in Berlin
Strompreis schlägt um ins Negative
Die guten Wetterprognosen sind auch auf dem Strommarkt angekommen. Zwischenzeitlich war der Preis für die Megawattstunde Strom für 14 Uhr auf Minus 855 Euro gefallen, berichtet Hirth. Aktuell werden Abnehmer von einer Megawattstunde Strom mit 500 Euro entlohnt.

-499,99 Euro ist auf dem Großmarkt der Preis für eine Megawattstunde Strom um 14 Uhr.
„Hoffen wir einfach, dass noch nichts Unerwartetes passiert“
„Große Solarerzeugung kombiniert mit geringer Nachfrage in weiten Teilen Europas wird die Sicherheitsmargen im gesamten System – vom Lastfluss über Spannung bis hin zur Systembalance – stark einschränken“, warnt Professor Hirth. Größere Vorfälle in Stromsystemen passieren immer dann, wenn hohe Belastung und Störungen gleichzeitig passieren. Hirth: „Heute ist so ein Tag. Hoffen wir einfach, dass noch nichts Unerwartetes passiert.“
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Philippe Fischer
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