180.000 Euro jährlich für muslimischen Kindergarten in Neumünster
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Schleswig-Holstein: In der 80.000-Einwohner-Stadt Neumünster soll mithilfe von Steuergeldern ein muslimischer Kindergarten entstehen, berichtet der NDR. Der Dachverband plant inzwischen weitere solcher Kitas.
Am Dienstagabend beschloss die Ratsversammlung der Stadt die Entstehung eines solchen Kindergartens – 44 Mitglieder stimmten dafür, sechs dagegen, ein Mitglied enthielt sich. Die Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses, Babett Schwede-Oldehus (CDU), sagte vor der Abstimmung: „Neben christlichen Trägern wird es nun auch einen muslimischen Träger einer Kita geben. Ich empfinde das als kulturelle Bereicherung.“ „Der Moscheeverein bekennt sich klar und eindeutig zu der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland“, fügte sie hinzu. Frank Matthiesen, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Neumünster, stellte klar: „Hier predigen keine aus irgendeinem Land geschickten Imame, sondern integrierte Neumünsteraner.“

Frank Matthiesen ist Mitglied der Ratsversammlung und Vorsitzender der SPD-Rathausfraktion Neumünster.
Einmalig 250.000 Euro und 180.000 Euro jährlich
Der Moscheeverein Neumünster erhielt 2016 die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe. Der Trägerverein der Moschee in Neumünster, der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in Köln, hat das an die Moschee in der Christianstraße angrenzende Brachgrundstück erworben. Als die Stadt den Betrieb einer Kindertagesstätte in der Innenstadt ausschrieb, entstand die Idee, das Nachbargrundstück dafür zu nutzen.
Nach Angaben des VIKZ plant der Dachverband weitere muslimische Kindertagesstätten, die es bereits in Berlin und Dortmund gibt. Der Finanzierungsplan sieht vor, dass der zweistöckige Neubau, der rund 2,8 Millionen Euro kosten soll, vom VIKZ bezahlt wird. Die Stadt wird die Ausstattung mit knapp 250.000 Euro bezuschussen und anschließend die jährlichen Mietkosten in Höhe von 180.000 Euro übernehmen, berichtet der NDR.

Murat Kayabasi – Vorstand des Moscheevereins Neumünster
Die Vergabe der Kitaplätze erfolgt nicht über den Moscheeverein, sondern über das Kita-Portal des Landes. Eine Religionszugehörigkeit zum Islam ist keine Voraussetzung – andernfalls würde die Stadt keine Betriebserlaubnis erteilen. In der Kita soll Deutsch gesprochen werden, allerdings dürfen die Kinder in ihrer Muttersprache getröstet werden, sofern die Erzieher die jeweilige Sprache beherrschen.
Im Vicelinviertel, in dem die Kita geplant ist, liegt der Anteil der Nichtdeutschen bei 16,7 Prozent.
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