Antisemit der Woche: Enissa Amani vergleicht die Hamas mit Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela
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In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unsere Preisträgerin Enissa Amani.
Eine unlustige Comedienne, eine Instagram-Influencerin und eine Antisemitin kommen in eine Bar. Fragt der Barkeeper: „Was möchten Sie trinken, Frau Amani?“
Man kann versuchen, den politischen Einlassungen der Moderatorin und Schauspielerin Enissa Amani eine komische Seite abzugewinnen, aber die fiele deprimierender aus als ihre Comedy-Auftritte. Tatsächlich fühlt sich die Tochter von Exil-Iranern berufen, ihre 1,3 Millionen Follower bei Instagram mit nicht einmal viertelgaren Statements zum Nahostkonflikt zu nudeln und zu Hause „gegen rechts“ zu geifern.
Gern in Talkshows wie „Hart aber fair“, wo ihre Zunge stets schneller ist als das Gehirn mithalten kann und sie anderen Gästen bei jeder Gelegenheit ins Wort fällt, laut, quäkig, kreischig. Dann relativiert sie die Bedrohlichkeit einer Kalifats-Demo mit dem Hinweis auf andere Straftaten wie Steuerhinterziehung (!), beklagt die „Naqba“ (Verlust der Heimat von Palästinensern im Krieg von 1948/49), ohne den Angriff der arabischen Staaten auf Israel zu erwähnen, und teilt uns mit, dass die von der Hamas verbreiteten Opfer-Zahlen nur minimal von den realen abweichen, wenn überhaupt.
„From the river to the sea“ unterschreibt sie mit „100 Prozent“
Für eine nebenberufliche „Menschenrechtsaktivistin“ war von ihr zum Massaker der Hamas am 7. Oktober vor zwei Jahren sehr wenig zu hören, umso mehr allerdings im dadurch ausgelösten Krieg. Gern behauptet sie dann, dass die Israelis palästinensische „Kinder töten“ und eigentlich ausschließlich Zivilisten, denn nur die werden von ihr erwähnt. Zwei Kinder und zwei Frauen pro Stunde, behauptet Enissa Amani, natürlich ohne jeden Beleg, aber da bei ihr Sachkenntnis und Empörungsbereitschaft ohnehin in umgekehrt proportionalem Verhältnis zueinander stehen, kommt es ja nicht wirklich darauf an.

Unbelegte Propaganda: Amani weiß, was andere nicht wissen.
Zur Hamas fällt Amani nichts Kritisches ein. Am vergangenen Wochenende stellte sie sich bei einer Anti-Israel-Demo am Potsdamer Platz auf die Bühne und redete sich wie üblich in Rage. „From the River to the Sea“, an dieser Losung kann sie nichts Bedenkliches finden, es geht doch nur um Freiheit und nicht etwa um die Beseitigung des jüdischen Staates.
Es sei falsch, die Hamas für alles verantwortlich zu machen, rief Amani, worauf jemand so spontan wie begeistert „Hamas, Hamas!“ dazwischenrief. Das fand sie ärgerlich, aber nur, weil sie nicht unterbrochen werden wollte, sie habe nämlich sehr Wichtiges zu sagen. Dazu gehörte die Neuigkeit, dass auch der südafrikanische Befreiungskämpfer Nelson Mandela meinte, Widerstand müsse bewaffnet sein. „Wenn wir unsere Waffen abgeben, werden wir niemals befreit“, soll er gesagt haben.
Ein Vergleich, der hinkt wie Goebbels
Daran ist nur richtig, dass Mandela kein Pazifist war, aber Gewalt nur als ultima ratio befürwortete, nachdem alle anderen Mittel erschöpft waren. Sobald eine politische Lösung möglich war, ließ er die Waffen sofort schweigen – das machte ihn später zum Architekten der Versöhnung und zum Friedensnobelpreisträger. Die Hamas hingegen ist qua Eigendefinition angetreten, um Israel und alle Juden weltweit zu bekämpfen. Eine genozidal motivierte, islamistische Terrororganisation mit Nelson Mandela gleichzusetzen – dazu gehört schon eine fette Mischung aus Einfältigkeit und Chuzpe.

Auch Amanis Gesinnungsgenossen setzen Mandela mit palästinensischen Terroristen gleich.
Es ist ein Vergleich, der stärker hinkt als des Gröfaz Propagandaminister, denn die Palästinenser hatten Gelegenheiten im Dutzend, auf dem Verhandlungsweg staatliche Unabhängigkeit zu erlangen, und sie alle ausgeschlagen, eben weil sie nicht neben, sondern anstatt Israels leben wollten. „Bewaffneter Widerstand“ ist zudem die Chiffre der Palästinenser und ihrer Unterstützer für blanken Terror.
Auf jeden Fall hatte der 7. Oktober für Enissa Amani noch etwas Gutes, denn nach „80 Jahren Besatzung“ sei die Welt „ein bisschen wacher geworden“ in den letzten zwei Jahren, endlich werde das Schicksal der Palästinenser wahrgenommen. Das wird es schon seit dem Blutbad palästinensischer Terroristen bei den Olympischen Spielen in München 1972, begangen an israelischen Sportlern, aber das war neun Jahre vor der Geburt der Hobbynahostexpertin.
Karoline Preisler, die Pro-Hamas-Demonstrationen regelmäßig mit dem Hinweis „Rape is not resistance“ sprengt, sagte zu ihrem Auftritt das Nötige: „Enissa Amani ist Komikerin. Mit ihrem schrägen Mandela-Hamas-Vergleich hat sie aber einen ganz miesen Job hingelegt. Damit liegt sie nun im Dumpfbacken-Bingo vorn.“

Antisemiten sind für Enissa Amani immer nur die anderen – vor allem Deutsche.
Schweigen zum 7. Oktober
Den naheliegenden Vorwurf des Antisemitismus, den schon der Kabarettist Serdar Somuncu aus guten Gründen gegen sie erhob, wird Enissa Amani zurückweisen, schließlich agitiere sie nicht gegen das Judentum, sondern nur gegen den Unrechtsstaat Israel, aus humanitärer Sicht, klar. Schon 2018 war sie an einer Ausstellung zur „Nakba“ beteiligt, die in einer Berliner Kirche geplant war. Die Veranstaltung wurde dann, weil zu einseitig anti-israelisch, abgesagt.
Drei Jahre später fragte sie in einem Video auf ihrem YouTube-Kanal: „Entwickelt sich Israel gerade zu einem Gottesstaat?“ (nein, Enissa, nächste Frage!), während ihr die islamofaschistische Herrschaft der Hamas keine schlaflosen Nächte bereitete. Ebenso wenig wie der 7. Oktober, ihr Mitgefühl für bedrängte Menschen hob sie sich für den Tag danach auf. Als der Welt-Redakteur Frédéric Schwilden einige Promis, darunter Amani, um ein Statement bat, das Solidarität mit Jüdinnen und Juden ausdrücken sollte, kam von ihr, obwohl sonst überaus redselig, keine Antwort.
Nicht verwunderlich, dass die Selbstdarstellerin auch auf einer Selfie-Yacht der „Global Sumud Flotilla“ (mit Greta Thunberg an Bord) gen Gaza segelte. Dort posierte die intellektuelle Leichtmatrosin mit Palästinensertuch für schöne Fotos und inszenierte sich als Kämpferin für ein freies Gaza – mit „Hilfsgütern“ an Bord, die sich nach der Aufbringung durch die israelische Marine als nicht vorhanden herausstellten.

Leinen los zum Hamas-Agitprop-Törn: Enissa freut sich auf Gaza.
Sie ging dann aber doch vorzeitig von Bord und verpasste das unspektakuläre Ende der peinlichen Aktion.

Schön in Szene gesetzt: Amani mit Palästina-Flagge, unterwegs mit der Greta-Flottille.
„Menschen zweiter, dritter, vierter, fünfter, siebter Klasse“
Die Palästinenser seien Opfer eines „Genozids“, behauptete Amani in Berlin, auch nachdem mit der Freilassung der letzten Geiseln eine Waffenruhe in Gaza eingekehrt ist, und das „unterdrückteste Volk“ auf dieser Welt, Oslo-Friedensprozess, palästinensische Autonomie und Räumung des Gazastreifens vor 20 Jahren hin oder her. Und schuld sei „dieser Staat“ (also Israel), der „mit Palästinensern als Menschen zweiter, dritter, vierter, fünfter, siebter Klasse“ existiere.
Vielleicht auch zehnter Klasse, wer weiß das schon, und wer bietet mehr? Zwar leben in Israel zwei Millionen Araber mit israelischem Pass, sie arbeiten dort in allen Berufen, auch als Ärzte, Rechtsanwälte und Parlamentsabgeordnete, aber das weiß Enissa Armani entweder nicht – oder sie lügt.
Ach ja: „Und wir werden auch nicht die Fresse halten, bevor Netanjahu nicht verhaftet ist“, drohte Amani auch noch an, weshalb wir ihre nervtötende Propaganda-Tröterei wohl ewig ertragen müssen und dabei verzweifelt an einen Buchtitel von Raymond Carver denken müssen: „Würdest du bitte endlich still sein, bitte“.
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