Aufregung im sächsischen Meißen: Aus Altenheim wird Flüchtlingsheim
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Im sächsischen Meißen will die kirchliche Diakonie künftig Teile eines Altenheims als Asylunterkunft nutzen. Die älteren Bewohner sollen in einen „interkulturellen Dialog“ mit den Migranten treten.
Im sächsischen Meißen will die kirchliche Diakonie künftig Teile eines Altenheims als Asylunterkunft nutzen. In einer Einladung zum Gespräch am 6. November stellte man die Anwohner vor vollendete Tatsachen: Haus 2 der Pflegeeinrichtung „Hugo Tzschucke“ werde ab dem 1. Dezember „als Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe genutzt“.

Fast über Nacht wurden die Anwohner vor vollendete Tatsachen gestellt.
Doch was bedeutet Kinder- und Jugendhilfe? Sollen hier minderjährige Asylbewerber untergebracht werden?

Pflegeeinrichtung „Hugo Tzschucke“ in Meißen
Tür an Tür mit minderjährigen Asylbewerbern
Auf eine Anfrage von NIUS folgt eine offizielle Pressemitteilung der Diakonie Meißen. Die besagt, dass ab dem 1. Dezember 2023 auf dem Areal des Altenpflegeheimes tatsächlich acht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden. Perspektivisch seien maximal 16 Plätze vorgesehen. Es handele sich um Personen, die bereits im Landkreis Meißen wohnen – jedoch in Häusern mit Überbelegung.

Der Diakonie-Komplex im sächsischen Meissen besteht aus drei Gebäude-Komplexen.
Pflegebedürftige Rentner sollen dann nur noch im normalen Pflegeheim wohnen. Umziehen muss jedoch niemand, verspricht die Diakonie auf Anfrage von NIUS. Die Häuser sollen inhaltlich künftig getrennt werden. Thematisch liege das gegenüberliegende Haus 2 dann im Geschäftsbereich „Beratung/Sozialarbeit“ und sei damit sachlich und personell getrennt vom „Hugo Tzschucke“-Heim. Damit leben pflegebedürftige, alte Menschen künftig Tür an Tür mit minderjährigen Asylbewerbern.
„Wir haben schon Ideen, wie wir den interkulturellen Dialog gestalten können“
Die Einrichtung des aktuell leerstehenden Hauses 2 als temporäre Einrichtung hat das Landesjugendamt bereits am 14. November vorab genehmigt. Das Haus verfügt in zwei Etagen über je sechs Wohnräume und hat auf jeder Etage einen Gemeinschaftsraum.
„Wir sind der Anfrage der Jugendämter auf Kreis- und Landesebene gefolgt“, erklärt Diakonie-Geschäftsführer Frank Radke. „Die Betriebserlaubnis liegt nun vor und ist zeitlich befristet. Wir konzentrieren uns jetzt auf die konkreten Vorbereitungen, um das Haus noch vor dem Winter zu einem Zuhause für die zunächst acht Jugendlichen zu machen.“

Rentner ziehen keine mehr ein: Ein Gebäudeteil wird für die Betreuung von Geflüchteten genutzt.
Die älteren Einwohner des Pflegeheimes sollen sogar miteingebunden werden. „Wir haben schon Ideen, wie wir den interkulturellen Dialog gestalten können“, freut sich die stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin Sylvia Spargen.
Bereits jetzt formieren sich Proteste gegen die Unterkunft. Am Mittwochabend versammelten sich rund 85 Demonstranten der rechten Gruppierung Freie Sachsen vor dem Alten- und Pflegeheim in Meißen.
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Björn Harms
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