Die Geschichte vom „Problemwolf“ ist ein Märchen!
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- Alle drei Jahre wird sich der Bestand der Wölfe in Deutschland verdoppeln.
- Die Politik muss die Nutztierhalter unterstützen.
- Trotz Problemen: Die Vermehrung des Wolfes ist eine gute Nachricht für den Naturschutz.
Ob „Der Wolf und die sieben Geißlein" oder „Rotkäppchen”. Egal, in welchem deutschen Märchen der Canis Lupus, wie das Rudeltier im Fachjargon heißt, auftaucht: Es wird blutig. Was wenig überrascht, wenn man beachtet, in welcher Zeit die Geschichten entstanden sind.
Vor rund 150 Jahren, als die Gebrüder Grimm allerhand Erzählungen sammelten, war der Wolf für die Menschen eine echte Gefahr. Ein Angriff auf die hauseigenen Hühner, oder Schafe hatte nicht nur finanzielle, sondern auch existenzielle Folgen. Riss ein Canis Lupus die gesamten Tiere einer Familie, so war es möglich, dass die Menschen, gerade in wenig besiedelten Gebieten, schlicht verhungerten.
Seit rund 20 Jahren gibt es in Deutschland wieder Wölfe

In der Märchenliteratur ist der Wolf meist der Feind, wie hier in Rotkäppchen.
Also rottete der Mensch den Wolf aus. Im Jahr 1904 wurde der letzte seiner Art in Deutschland geschossen. Nachdem die Rudeltiere zum Ende des 20. Jahrhunderts unter Schutz gestellt wurden, erholten sich langsam die Bestände.
Inzwischen gilt der Wolf in Europa nicht mehr als gefährdet. Seit dem Jahr 2000 werden auch hierzulande wieder Wolfswelpen geboren. Aktuell wächst der Bestand über mehr als 30 Prozent pro Jahr. Das bedeutet: Alle drei Jahre wird sich die Zahl der Canis Lupus in Deutschland verdoppeln.

Nutztierhalter beklagen finanzielle Schäden durch Wolfsrisse.
Die Hilfen für Nutztierhalter kommen oft nicht an
Der Anstieg der Population erzeugt auch einen Anstieg der Nutztierschäden. Waren diese im Jahr 2006 faktisch nicht zählbar, so beliefen sich die Angriffe im Jahr 2022 auf fast 4500. Mehr als 1000 Tiere wurden dabei getötet. Das dokumentiert die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW).
Für den Schutz ihrer Tiere können die Schaf- und Ziegenhalter bei den Bundesländern Fördergeldern beantragen. Zum Beispiel in Hessen. Übernommen werden laut Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Wiesbaden 80 Prozent der Kosten, maximal 30.000 Euro pro Jahr.

Jungwölfe mit Mutter: Der Canis Lupus wird sich weiter vermehren.
Eine erneute Ausrottung ist heute undenkbar
Doch das Verfahren gestaltet sich als wenig praktikabel. „Diese Anträge sind ein großer Verwaltungsaufwand, wir haben bis jetzt fast alles selbst bezahlt", sagt Nils Schuhmacher, Schäfer mit rund 1.000 Tieren aus Usingen, südhessischer Hochtaunuskreis gegenüber tagesschau.de. Er fordert: „Wir müssen die Wölfe nicht ausrotten, aber sie regulieren."
Eine Ausrottung sei laut Prof. Klaus Hackländer, Vorsitzender der Deutschen Wildtierstiftung nicht realisierbar. „Wenn sich die Population der Wölfe alle drei Jahre verdoppelt, ist eine Ausrottung, wie vor 150 Jahren, völlig undenkbar,” sagte er im swr2 forum. Man würde schlicht nicht das Personal finden, die das übernehmen könnten und wollen.

Herdenschutzhunde, wie hier der Pyrenäenberghund, können Nutztier-Herden vor dem Wolf schützen..
Immer mehr Wildtiere finden den Weg nach Deutschland
Stattdessen sollten die Menschen lernen, so der Ökologe, mit dem Wolf zu leben. Herdenschutzhunde können beispielsweise helfen, Wölfe von den Herden fernzuhalten, gerade in dünn besiedelten Regionen.
Auch eine engmaschige wissenschaftliche Beobachtung von Wölfen, gerade in Gegenden, in denen es noch kein Monitoring gibt, kann helfen. So erkennen Experten, wo sich Rudel bilden und können gemeinsam mit den Berufsverbänden der Weidetierhalter und mit den Bauern selbst Konzepte wie elektrische Schutzzäune entwickeln.

Wisente, der europäische Bison, in Mecklenburg-Vorpommern
Fakt ist: Es gibt keine einfache Lösung für die Tatsache, dass sich der Wolf in Deutschland weiter ausbreitet. Trotz aller Gefahren für die Nutztiere, ist die Verbreitung des Wolfes eine gute Nachricht für Naturfreunde. Immer mehr Wildtiere, wie der Luchs, aber auch der Wisent, eine dem Bison ähnliche Rinderart, fühlen sich in Deutschland wohl.
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Julian M. Plutz
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