Tausende Klicks für Liebeskummer: Gen-Z-Journalistin weint auf Instagram
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Die Influencerin und Journalistin Carlott Bru heult in einem emotionalen Instagram-Video, weil sich ihr langjähriger Freund von ihr getrennt hat. Sie ist nicht die einzige Person der Öffentlichkeit, die Tränen-Content macht und damit für Klicks sorgt.
„Gestern hat mein Freund mit mir Schluss gemacht.“ Mit diesem Satz beginnt die ehemalige Spiegel-Kolumnistin Carlott Bru ihr Instagram-Video. Danach erfährt der Zuschauer einiges aus dem Privatleben der Nachwuchs-Journalistin, die vom Medium Magazin als „Top 30 bis 30 Nachwuchsjournalistin“ ausgezeichnet wurde.
„Ich wollte Kinder mit ihm haben“
„Ich wollte eine Zukunft mit ihm haben. Ich wollte Kinder mit ihm haben. Er war mein Anker“, berichtet Bru, die für Die Zeit schreibt, in diesem Video. Über drei Jahre sei sie mit ihrem Verflossenen in einer Beziehung gewesen.
Womit der Zuschauer anfänglich nicht rechnet: Die Gen-Z-Journalistin ist von der Trennung anscheinend so mitgenommen, dass sie in dem Video zu weinen beginnt.
Sehen Sie hier das Video:
Während ihr die Tränen über die Wangen kullern, erfährt man, dass „sie so viele Reisen miteinander gemacht haben“ und er ihr „bester Freund“ war. Sie habe nicht so viele Personen, die ihr „so richtig nahe stehen“.
Privates und Berufliches vermischt Bru auf ihrer Seite
„Mein Herz ist richtig offen“, sagt Bru und fängt noch mal zu schluchzen an.

Ein Ausschnitt aus dem emotionalen Video der Influencerin und Journalistin Bru.
Zum Schluss gibt sie eine Art Erklärung für das Heul-Video ab: „Ich dachte, ich dokumentiere das hier. Keine Ahnung, ich nehm euch mit, wie’s mir vielleicht so langsam besser geht.“
Filmchen geht viral
Auf Brus Instagram-Seite vermischt sich Privates mit Beruflichem. Sie postet Fotos ihrer Texte, ihre Follower erfahren aber auch, wie sich die junge Frau schminkt, wo sie Urlaub macht und wo sie shoppt. In ihrer Bio hat sie die Pronomen „she/her“ angegeben und bezeichnet sich als „Head of Gen-Z-Journalismus“. Ihr folgen 37.000 Personen auf dem sozialen Medium. Normalerweise haben ihre Videos bis zu 380.000 Aufrufe.
Doch das Schlussmach-Filmchen geht durch die Decke: Es hat seit Mittwoch, da wurde es hochgeladen, über zwei Millionen Aufrufe. Unter das Video schreibt die Absolventin eines Studiums an der Universität der Künste Berlin: „Ich mache mich hier sehr verletzlich, ich weiß. Aber ich habe keine Angst vor meinen Gefühlen. Bitte seid trotzdem nett.“
Video diene der Vermarktung, kritisieren User
Die Kommentare der Instagram-User sind gemischt. Einige kritisieren die Journalistin dafür, dass sie in dem Video weint. Eine Benutzerin findet, dass ihre öffentlich gezeigte Trauer der Vermarktung dient. „Kultureller Kapitalismus hat wirklich jeden Lebensmoment contentfähig gemacht“, schreibt sie. Der Kommentar hat über 5.000 „Gefällt mir“-Angaben. Es ist der mit Abstand am meisten positiv bewertete Kommentar.
Eine andere Instagram-Nutzerin sagt, dass die „Kommentare hier“ „toxisch“ seien. Dafür bekommt sie „nur“ 500 Likes.
Auch andere machen emotionale Heul-Beiträge
Bru ist nicht die erste Person der Öffentlichkeit, die auf ihrem Instagram-Kanal eine höchst persönliche Geschichte aus ihrem Leben teilt und dabei heult.

Kosmetik-Influencer Leon weint, weil er viele Hasskommentare aufgrund seines Körpers bekommt.
Der Kosmetik-Influencer Leon, der sich auf Instagram „xskincare“ nennt, hat 1,4 Millionen Anhänger. Anfang März lässt auch er in zwei Videos die Tränen fließen. Eines davon ist mit trauriger Musik unterlegt. Der Anlass für das Erklär-Reel ist kein schöner: Der Entwickler von Hautcremen, Seren, Peelings und Co. erhält laut eigenen Angaben viele bösartige und beleidigende Kommentare im Netz – oft aufgrund seiner Figur. In dem Video vom ersten März erfährt der Zuschauer einige persönliche Details aus dem Leben von Leon, etwa, dass er sich in Therapie befindet.
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