Chef der Essener Tafel entsetzt: „Geringverdiener haben weniger als Bürgergeld-Empfänger“
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Der 67-jährige Chef der Essener Tafel, Jörg Sartor, empfindet Ungerechtigkeit zwischen Geringverdienern und Bürgergeld-Empfängern. Er arbeitet schon seit 19 Jahren bei der gemeinnützigen Organisation, fühlt sich nun „leer und ausgebrannt“, wie er in einem Interview sagt.

Jörg Sartor
In einem Interview mit DerWesten spricht Sartor die Problemthemen der Ärmsten direkt an: Es brauche mehr Unterstützung für die Menschen an der Armutsgrenze. Für ihn sei es absolut unverständlich, dass Geringverdiener teilweise schlechter gestellt seien als Bürgergeld-Empfänger.
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„Geringverdiener haben Kinder in der Tagespflege, müssen teilweise für ihren Job ein Auto haben, Sportangebote selbst zahlen und natürlich auch den Rundfunkbeitrag“, erklärt Sartor bei DerWesten. Das alles werde bei Bürgergeld-Empfängern vom Steuerzahler übernommen, sodass diese unterm Strich mehr von ihrem Geld haben.

Die Essener Tafel ist vor allem auf Lebensmittelspenden aus Industrie und Handel angewiesen.
Der Tafel-Chef sieht dort Optimierungspotenzial. Man könne etwa die Freibeträge für Geringverdiener höher ansetzen.
„Wir stehen teilweise vor einer Mauer“
In den vergangenen 19 Jahren hat Jörg Sartor viel erlebt und zeigt sich im Interview erschöpft und leidenschaftlich zugleich. Zwar bezeichnete es sich selbst als „ausgebrannt“, fahre aber direkt nach dem Urlaub auch um 22 Uhr noch einmal zur Arbeit, um die Post zu prüfen.

Aktuell befinden sich die Räumlichkeiten der Tafel im Essener Wasserturm
„Wir haben hier viel zusammen bewegt, das hat auch Spaß gemacht, hier was zu ändern“, erklärt Sartor. „Jetzt bewegt sich aber nichts mehr. Wir stehen teilweise vor einer Mauer, die wir nicht wegrücken können. Und dann gibt es teilweise keine Dankbarkeit von den Kunden und man wird blöd angemacht.“
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