„Danke, Deutschland!“ Wir haben uns die Zähne machen lassen
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Der CDU-Chef Friedrich Merz wird dieser Tage des „erbärmlichen Populismus“ bezichtigt und dass er „Hass schüre“. Der Grund: Merz äußerte sich kritisch zur überproportional guten Gesundheitsversorgung von Migranten in Deutschland. Das sorgte für Furore und hat eine bundesweite Debatte ausgelöst.
Der Satz ging so: „Auch die Bevölkerung, die werden doch wahnsinnig, die Leute. Wenn die sehen, dass 300.000 Asylbewerber, die abgelehnt sind, nicht ausreisen, die vollen Leistungen bekommen, die volle Heilfürsorge bekommen, die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen, und die deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine.“
Doch wie ist die Lage wirklich? Was berichten die Betroffenen selbst? NIUS hat mit Asylsuchenden gesprochen und das Flüchtlingsheim in der Zeughofstraße in Berlin-Kreuzberg aufgesucht: Hier leben Iraker, Syrer, Afghanen, Somalis und Georgier. Viele Nationalitäten, die alle etwas eint: gesunde Zähne.
Asylbewerber berichten über ihr Zahnarzt-Glück:
Dovian (19) flüchtete vor einem Jahr und zwei Monaten aus dem Irak nach Deutschland. Den Reportern zeigt er mit Stolz seine Versicherten-Karte vor: „Ich bin bei der DAK versichert. Vor zwei Wochen war ich beim Arzt, hatte Bauchschmerzen“, sagt er. Nicht der einzige Arztbesuch in seinem neuen Zuhause. Dovian hatte in seiner alten Heimat Irak keinen Zahnarzt, in Deutschland hat er das erste Mal in seinem Leben seine Zähne behandeln lassen. Er erklärt: „Zähne sind jetzt sehr gut. Mein Zahn war kaputt und er hat gebohrt.“

Dovian sagt: „Danke Deutschland für meine neuen Zähne“.
Insgesamt sprach NIUS mit 15 Flüchtlingen. Auffallend: Alle konnten eine deutsche Krankenversicherungskarte vorweisen, obwohl sie teilweise erst seit einem Jahr in Deutschland lebten.
Mohammed (14) kommt aus Palästina. Er lebt seit einem Jahr in Deutschland. „Ich war vor einer Woche beim Zahnarzt. Jetzt muss ich sechs Monate nicht.“ An seinem linken Oberzahn und rechten Backenzahn musste der Arzt bohren – Karies. „In Palästina hatte ich keinen Zahnarzt. Hier bin ich zum ersten Mal zum Zahnarzt gegangen. Jede Woche kann ich einmal gehen“, sagt er.

Mohammed (14) war erst vor wenigen Wochen beim Zahnarzt. Jetzt aber erstmal nicht – die nächste Routine-Untersuchung findet in sechs Monaten statt.
Alberto (26) ist vor zwei Jahren aus Venezuela nach Hamburg geflüchtet, lebt jetzt in Berlin. „Ich habe eine Krankenkassenkarte von der AOK. Beim Zahnarzt war ich vor zwei Monaten. Aber nur Routine. Die Zahnärzte sind hier nicht anders als in Venezuela.“

Alberto flüchtete vor zwei Jahren aus Venezuela nach Hamburg.
Ein Mann mit Turban auf dem Kopf zeigt seinen neuen Schneidezahn. Er möchte anonym bleiben. Auch darüber, wie lange er bereits in Deutschland ist, schweigt er. Er kommt aus dem arabischen Raum, denn er und seine Begleiter sprechen arabisch. So viel ist zu verstehen: Sein linker Schneidezahn wurde vor wenigen Wochen neu gemacht. In gebrochenem Deutsch erklärt er: „Ich bin zum Zahnarzt gegangen. Es war ok. Almania gut, Almania. Salam Aleikum.“

Auch dieser Mann (möchte anonym bleiben) war vor kurzem beim Zahnarzt. Sein Schneidezahn wurde neu gemacht.
Georgi (22) aus Georgien steht mit Kinderwagen vor der Flüchtlingsunterkunft. Der Besuch beim Zahnarzt ist bei ihm erst wenige Wochen her. Der Grund wie bei so vielen: Karies. „Mein Zahn hat weh getan. Der Arzt hat dann gebohrt. Ich war am Alexanderplatz bei einem. Den Namen der Klinik kenne ich nicht mehr. Es war aber sehr gut. In Georgien war ich auch beim Zahnarzt“, sagt er in gebrochenem Deutsch. Jetzt kann er wieder lächeln.

Georgi aus Georgien zeigt stolz seine Zähne.
Für den Satz „Die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen, und die deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine“ wurde Merz scharf kritisiert – zahlreiche Zahnärzte gaben gegenüber NIUS Merz im Kern jedoch Recht.
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