Die gefährliche Waffe der Tagesschau: Wie die Faktenfinder mit Fragen Fakten schaffen wollen
Ein Beitrag von
Faktenfinder.
Wenn Sie dieses Wort bei der „Tagesschau“ hören, seien Sie besonders wachsam, liebe Leserinnen und Leser. Die Gefahr, dass Ihnen eine Meinung oder eine Ideologie als Fakt verkauft werden soll, ist dann besonders hoch. Dabei kennen Fakten keine Ideologie. Fakten kennen nur Fakten.
Die Tagesschau sieht das anders. Das News-Flagschiff der ARD beschäftigt ein eigenes Team damit, vermeintlichen Verschwörungstheorien, Fake News oder Gerüchten nachzugehen und diese verdächtigen Beiträge dann im Sinne der Tagesschau zu bewerten. Die Faktenfinder der Tagesschau bekräftigen regelmäßig, dass bei ARD-Recherchen oder -Darstellungen keine Fehler gemacht wurden. Die Urheber der überprüften (vermeintlichen) Desinformation sind in der Regel wahlweise von rechter, rechtspopulistischer, rechtsextremer oder extrem rechter Herkunft.

Sitz der ARD in Berlin
Dabei handelt es sich oft einfach nur um Meinungen, die vom links-grünen Weltbild der ARD-Faktenfinder abweichen.
Fakt ist: Die Faktenfinder der Tagesschau sind die gefährlichste Waffe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Denn sie versuchen, Zweifel oder Kritik am Zeitgeist als illegitime Meinung zu brandmarken.
Hier ein aktuelles Beispiel, wie die Faktenfinder nur durch Fragen versuchen, Fakten zu schaffen. Ende Juli haben wir folgenden Artikel veröffentlicht: „Regen und Kälte: So absurd schüren ARD und ZDF trotzdem Klima-Panik“. Der Text ist eine Sammlung von Berichterstattungen der öffentlich-rechtlichen Medien – also eigentlich nichts, für das sich die Kollegen von der Tagesschau schämen müssen, sie haben es schließlich selbst publiziert.
Die Faktenfinder aber haben unseren Text, der sie selbst lediglich zitierte, zum Anlass genommen, uns einen Fragenkatalog zu schicken. Frage 1 geht so: „In dem Artikel (…) heißt es, ,das Wetter in Deutschland bietet derzeit wenig Anlass, Angst und Panik vor dem Klimawandel zu verbreiten. Kein Grund für viele Medien, allen voran ARD und ZDF, das nicht trotzdem zu tun‘. Inwiefern spricht ein verregneter Juli in Deutschland gegen die globalen Auswirkungen des Klimawandels?“
Falls Sie unseren Artikel nicht gelesen haben, empfehlen wir es an dieser Stelle. Sie werden im Gegensatz zu den Faktenfindern merken: Die abgefragte These wurde nie aufgestellt in unserem Artikel. Trotzdem fragen die Faktenfinder, wie wir auf die Idee kommen. Will da etwa jemand einen Fakt erfinden?

Faktenfinder – meist nicht sonderlich faktenorientiert.
Weiter geht’s. Frage 2: „,Die Kälte im deutschen Sommer verkommt zur Nebensache‘. Dabei war der Juli in Deutschland nach Angaben des DWD trotz deutlichem Temperaturrückgang in der zweiten Monatshälfte im Mittel 1,8 Grad wärmer als die von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) festgelegte Referenzperiode 1961 bis 1990 und 0,4 Grad wärmer als die Vergleichsperiode von 1991 bis 2020. Wie passt das zusammen?“ Wir antworten: Keine Ahnung. Wir sind aber gespannt, was ein von den Faktenfindern zertifizierter Experte dazu sagt und hoffen, dass er sich bei der Recherche im deutschen Regen nicht erkältet.
Unverschämt, einfach Leute mit abweichender Meinung zu interviewen!
Frage 3 ist fast amüsant: „In einem weiteren Artikel zum Klimawandel kommt ausschließlich Fritz Vahrenholt zu Wort. Dieser steht bereits seit längerer Zeit wegen seiner Thesen zum Klimawandel stark in der Kritik. Wieso haben Sie ihn dennoch als Experten zu dem Thema befragt?“ Ja, warum denn nicht? Bei wem steht er denn in der Kritik? Beim Manager Magazin, das ihm gerade ein langes Interview gewidmet hat? Wie können sie nur, diese Schmutzfinken! Einfach den Vahrenholt interviewen! Vahrenholt hat gerade einen Spiegel-Bestseller („Die große Energiekrise“) geschrieben, in dem er mit der Energiewende abrechnet und die Abschaltung der Atomkraftwerke kritisiert. Das passt natürlich nicht zur Klatsch-und-Applaus-Berichterstattung der Tagesschau in Sachen Erneuerbare Energien.
Diese dritte Frage ist die bemerkenswerteste aus dem Katalog, weil sie ein Phänomen unserer Zeit offenlegt: Menschen, auch anerkannte Experten, werden aus dem Diskurs gestoßen, weil ihre Meinung nicht dem medialen Mainstream entspricht – unabhängig davon, was das Publikum denkt. Medien verabschieden sich so von ihren Lesern, Hörern und Zuschauern. Einfach nur, weil sie recht haben wollen.
Die vierte und letzte Frage der Faktenfinder lautet wie folgt: „Was sagen Sie zu dem Vorwurf, den Klimawandel zu verharmlosen?“ Ganz einfach: Der Vorwurf ist konstruiert und an keiner Stelle zu belegen. Natürlich gibt es einen Klimawandel. Natürlich wandelt sich das Klima. Natürlich ist es sinnvoll, das Klima zu schützen. Nur schützen wir das Klima nicht durch Faktenfinder, die ihre Meinung und panische Sicht auf die Welt als unverrückbare Wahrheit verkaufen wollen, sondern durch eine Debatte, die auf Fakten beruht.
All diese Faktenchecker checken keine Fakten auf Korrektheit, sie checken Meinungen auf ideologische Richtigkeit und Reinlichkeit. Aus Fakten lassen sich Meinungen ableiten. Aber aus einer Meinung niemals Fakten. Das ist nichts anderes als Manipulation – und genau das passiert immer öfter.
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