Von Hitler bis heute: Die größten Medien-Lügen
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Durch die Vorwürfe der Süddeutschen Zeitung gegen den stellvertretenden Ministerpräsidenten Bayerns Hubert Aiwanger wird wieder heftig diskutiert: über falsche Berichterstattung, über voreilige Verurteilung, über Manipulation.
NIUS nimmt das zum Anlass und präsentiert eine Auswahl der größten Medien-Lügen – von Hitler bis heute:
1983, Stern: die Hitler-Tagebücher
Das Nachrichtenmagazin Stern präsentierte eine vermeintliche Sensation: Die Tagebücher von Adolf Hitler, die sich später als Fälschungen herausstellten. Diese wurden vom Künstler Konrad Kujau erstellt und vom Journalisten Gerd Heidemann für den Stern erworben. Die Ankündigung des Magazins am 25. April 1983, im Besitz von Hitlers geheimen Tagebüchern zu sein, führte zu einem der größten Medienskandale in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg.
Ab 2010, diverse Medien: der Fall Kachelmann
Die Berichterstattung über den Fall Jörg Kachelmann war in den Medien hochgradig präsent und wurde kontrovers diskutiert. Der bekannte Wettermoderator wurde des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, was zu einer Flut von Schlagzeilen und Spekulationen führte. Nach einem langwierigen Gerichtsverfahren wurde Kachelmann jedoch freigesprochen, da die Vorwürfe nicht hinreichend bewiesen werden konnten. Trotz des Freispruchs hat die intensive mediale Berichterstattung Kachelmanns Ruf nachhaltig beeinflusst.

Fersehmoderator Jörg Kachelmann
2018, Spiegel: die Relotius-Affaire
Der Journalist Claas Relotius, der für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schrieb, geriet in den Mittelpunkt eines Medienskandals, nachdem aufgedeckt wurde, dass er zahlreiche Inhalte innerhalb seiner Reportagen und Interviews frei erfunden hatte. Relotius, der für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet wurde, gab schließlich zu, Teile seiner Berichterstattung selbst erdacht zu haben. Die Enthüllung dieser Fälschungen führte zu erheblichen Diskussionen über journalistische Standards und Ethik.
2021, Spiegel: Verdacht gegen Luke Mockridge
Nach Vorwürfen der sexuellen Gewalt von Komiker Luke Mockridge veröffentlichten zwei Autorinnen einen Artikel im Spiegel, der aus Ermittlungsakten zitierte und zusätzliche Anschuldigungen anonymer Frauen aufgriff. Mockridge setzte daraufhin rechtliche Schritte in Gang. Ende 2021 ließ er durch das Landgericht Köln bestimmte Abschnitte des Artikels entfernen. Anfang 2022 erreichte er vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht die Löschung weiterer Teile. Das Landgericht Hamburg bestätigte im Februar 2022 eine einstweilige Verfügung gegen den Spiegel und bezeichnete den Artikel als „unzulässige Verdachtsberichterstattung“. Im Juni 2023 wurde Mockridge erneut vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht rechtlich bestätigt.
Mockridge konnten keine Delikte nachgewiesen werden – dennoch erlebte er einen medialen Shitstorm.

Entertainer Luke Mockridge
2023, t-online: Unruhen in Borna
Am 7. Januar veröffentlichte t-online einen Artikel mit dem Titel „Mit Böllern und ‚Sieg Heil‘ gegen Rathaus und Polizei“, in dem über Unruhen in Borna an Silvester berichtet wurde. Der Artikel behauptete, dass rund 200 Menschen auf dem Marktplatz von Borna randaliert hätten. Diese Information ist jedoch nicht bestätigt. Laut Polizeiangaben waren zwar etwa 200 Menschen vor Ort, aber wie viele tatsächlich an den Ausschreitungen beteiligt waren, bleibt ungewiss.
Die Schlagzeile des Artikels ist ebenfalls irreführend. Es gibt nur eine Zeugenaussage, die bestätigt, dass „Sieg Heil“-Rufe in Borna zu hören waren, es blieb aber unklar, ob diese Personen auch an den Unruhen beteiligt waren. t-online hat den ursprünglichen Artikel inzwischen korrigiert. Durch die weite Verbreitung des Artikels in sozialen Medien wurde jedoch ein verzerrtes Bild der Vorfälle vermittelt.
2023, Süddeutsche Zeitung: der Fall Aiwanger
In seiner Jugend soll der stellvertretende Ministerpräsident von Bayern Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rechtsextreme Flugblätter verbreitet haben, wie ein entdecktes Dokument nahelegt, so die Süddeutsche Zeitung . Der Chef der Freien Wähler bestreitet jedoch vehement, solch ein Schriftstück verfasst zu haben, und bezeichnet die Vorwürfe als pure „Schmutzkampagne“. Noch bevor geklärt werden konnte, ob dies stimmt oder nicht, implizierten viele Medien, allen voran die Süddeutsche Zeitung, die Schuld Aiwangers. Dies löste im Kurznachrichtendienst „X“ einen regelrechten Shitstorm aus, in dem der Rücktritt des Politikers gefordert wird. Auffällig ist die Verbreitung dieser Anschuldigungen kurz vor der bayerischen Landtagswahl. Aiwangers Bruder bekannte sich später zu den Vorwürfen.
Lesen Sie hier: Wolffsohn verteidigt Aiwanger: „Sippenhaft“ und „Denunziantentum“
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