Die Stadt Mannheim will sich von „problematischen“ Straßennamen trennen: Die neue Anschrift lautet …
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Die Stadt Mannheim will vier Straßen umbenennen, deren Namen aus heutiger Perspektive problematisch seien.
Schon im Februar 2022 hatte der Gemeinderat auf Initiative der Grünen mit einer Mehrheit beschlossen, die Gustav-Nachtigal-Straße, die Leutweinstraße, die Lüderitzstraße und den Sven-Hedin-Weg im Stadtteil Rheinau-Süd aus dem Ortsregister zu streichen. Eine Ehrung der vier Personen entspreche nicht mehr dem heutigen Leitbild der Stadt.
„Festgesetzte Kriterien“ für neue Straßennamen
In einer ersten Beteiligungsphase seien von Mannheimer Bürgern insgesamt 235 Einzelvorschläge für die Straßennamen eingereicht worden, verkündete die Stadtverwaltung. Aus diesen durften „qualifizierte Personen“ ganz ohne Bürgerbeteiligung 18 Namen festlegen, „die den festgesetzten Kriterien entsprachen“.
Die folgenden Namen stehen nun zur Abstimmung:

Arbeitskreis Kolonialgeschichte will keine weißen Menschen als Namensgeber
Alle in Mannheim wohnenden Personen ab 16 Jahren dürfen bis zum 17. März vier Personen aus der Liste wählen – per Internet oder per Post. Der Arbeitskreis Kolonialgeschichte Mannheim, der durch die Stadt unterstützt wird, hat sich bereits auf seine Favoriten geeinigt und trommelt im Internet für vier ganz bestimmte Personen.

Die Sängerin Miriam Makeba tritt am 8. Juli 1978 am Jazzfestival in Montreux auf.
Man ruft dazu auf, für die afrodeutsche Dichterin und Feministin May Ayim (1960-1996), den kamerunischen Königssohn Rudolf Duala Manga Bell (1873-1914), die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba (1932-2008), und die kenianische Politikerin Wangari Muta Maathai (1940-2011) zu stimmen.
„Wir schlagen vier Personen vor, die im Unterschied zu den anderen Personen auf der Liste nicht aus der überlegenen Perspektive weißer Menschen auf die Welt blicken“, schreibt der AK Kolonialgeschichte Mannheim. „Ihr kritischer Blick ist gespeist durch Erfahrungen in kolonialisierten afrikanischen Ländern und durch Rassismuserfahrungen.“
Interessant ist zudem: Der Gemeinderat Mannheim ist frei in seiner Entscheidung und kann vom Ergebnis der Umfrage abweichen. Über die Hälfte der 48 Sitze werden von den Grünen (11 Sitze), der SPD (11 Sitze) und der Linkspartei (5 Sitze) gehalten. Wenn sich also zu viele alte, weiße Männer für europäische Helden wie Marco Polo entscheiden, könnte die Entscheidung der linken Parteien dennoch anders ausfallen. „Zu erwarten ist, dass in Übereinstimmung mit dem Leitbild Mannheim 2030, eine mindestens paritätische Benennung nach Frauen beschlossen wird“, ergänzt die Stadtverwaltung.
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