Diskriminierung: Gebetsraum am Flughafen für Muslime, aber nicht für Christen!
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„Sowas würde es in einem muslimischen Land nicht geben“, sagt NIUS-Leser Wolfgang Kunst. Er hat sich mit einer Bitte an die Redaktion gewandt. Er möchte wissen, was an seinem Heimatflughafen Düsseldorf los ist.
Im Juli flog er von Düsseldorf nach London – Urlaub! Auf dem Weg zu seinem Gate macht er eine unglaubliche Entdeckung: Ein Hinweisschild zu einem muslimischen Gebetsraum.

Das Hinweisschild zum Gebetsraum für Muslime befindet sich in Terminal C.
Wolfgang Kunst wurde stutzig. Nach seiner London-Reise recherchierte er, fragte beim Flughafen Düsseldorf nach. Kunst wollte wissen: Gibt es auch Hinweisschilder auf Gebetsräume für Christen, Juden, Buddhisten und Hinduisten?
Nach zahlreichen Mails äußerte sich der Airport nur kurz.
Ergebnis: Es gibt einen Ruheraum, aber keinen explizit für andere Kulturen.
Wichtig hierbei zu erwähnen ist: Kunst stört sich nicht an dem Gebetsraum für Muslime, sondern daran, dass diese Religion eine Sonderstellung einnimmt.

Die Gebetsteppiche in dem Raum sind in Richtung Mekka ausgerichtet.
Süleyman Ucar, Pressesprecher des Düsseldorfer Flughafens weist auf NIUS-Anfrage den Vorwurf der Diskriminierung gegenüber Christen entschieden zurück. Den Gebetsraum gibt es bereits seit 2013.

Der Gebetsraum am Flughafen Düsseldorf bei seiner Einrichtung im Jahr 2013.
In dem rund 30 Quadratmeter großen Gebetsraum können Frauen und Männer getrennt voneinander beten. Der neue Raum bietet den Gläubigen zusätzlich einen Waschbereich – um auch den Glaubensregeln nachkommen zu können.

In dem Gebetsraum müssen die Schuhe ausgezogen werden.
Der Raum wurde vom Kreis der Düsseldorfer Muslime eingerichtet und finanziert. Lediglich die Räumlichkeiten werden vom Flughafen Düsseldorf bereitgestellt.
Pressesprecher Süleyman Ucar erklärt: „Darüber hinaus gibt es seit 2001 noch einen öffentlich zugänglichen Gedenkraum. Der Raum ist zwar formal kein offizieller Raum für Gottesdienste, aber er wird von Reisenden für das persönliche Gebet genutzt.“ Bei dem „Gedenkraum“ handelt es sich um einen konfessionsfreien Gebetsraum, aber keinen christlichen Gebetsraum.

Der Gedenkraum erinnert ein wenig an ein Wellness-Ressort, weniger an eine Gebetsstätte für Christen, Muslime und Hinduisten.
Den Ruheraum gibt es seit 2001, ist für alle Religionen gedacht. Somit können Christen, Hinduisten, Juden und auch Muslime in den Raum.
In einem muslimischen Land würde es sowas tatsächlich nicht geben. Beispiel Saudi-Arabien:
In dem muslimischen Staat gilt die Sharia. Bibeln, christliche Symbole oder Glaubensbekenntnisse sind verboten! Die öffentliche Ausübung einer nicht islamischen Religion ist verboten. Ordinierte Geistliche christlicher Kirchen dürfen nicht nach Saudi-Arabien einreisen, um dort Gottesdienste zu feiern. Saudi-Arabien ist ein Unrechtsstaat!
Flugpassagier Wolfgang Kunst: „Es scheint, als ob Muslimen in Deutschland mehr geboten wird, als allen anderen Kulturen zusammen. Wir leben in einem Land mit christlichen Werten“, sagt er.
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