Dürre-Monitor: Wie mit alarmierenden Farben Angst verbreitet werden soll
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Immer häufiger wird versucht mit farblich absichtlich extrem dargestellten Daten Angst und Dringlichkeit zu verbreiten: Corona-Inzidenzen, Temperaturen und nun auch noch Dürre. Wie beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.
Dort wird der sogenannte Dürre-Monitor präsentiert. Dieser stellt jeden Tag umfassende Daten zur Bodenfeuchtigkeit in ganz Deutschland zur Verfügung.
Was direkt auffällt: die drastische Farbwahl des Grafik. Die leichteste Stufe der Dürre, die als „ungewöhnlich trocken“ bezeichnet wird, erscheint in einem knallgelben Farbton. Die fünfte Stufe der Dürre wird in einem dunklen rostigen rotbraun dargestellt, mit dieser Farbe sind weite Teile Deutschlands eingefärbt.
Der Dürre-Monitor sieht dramatisch aus – ein erster Blick suggeriert, dass Deutschland eine Wüste ist und wir dem Untergang geweiht sind. Falls die Dürre zunehmen sollte, dann müssten die Angestellten des Helmholtz-Zentrums die Farbe Schwarz einsetzen. Danach stößt das erschreckende Farbmodell an seine Grenzen.
Die fünf Stufen der Dürre:

Eine nius.de-Kopie der Farblegende.
- SMI 0,20 - 0,30 = ungewöhnliche Trockenheit
- SMI 0,10 - 0,20 = moderate Dürre
- SMI 0,05 - 0,10 = schwere Dürre
- SMI 0,02 - 0,05 = extreme Dürre
- SMI 0,00 - 0,02 = außergewöhnliche Dürre
Der Monitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchtigkeit mit den Daten von 1951 bis 2015. Wenn der Boden trockener ist als in 20 Prozent der Jahre seit 1951, dann ist das eine Dürre. Es gibt verschiedene Stufen von Dürre, von „ungewöhnlicher Trockenheit“ bis „außergewöhnlicher Dürre“. Diese Stufen werden durch einen Index, den Bodenfeuchteindex (SMI), bestimmt. Ein SMI von 0,3 bedeutet zum Beispiel, dass der Boden so trocken ist wie in 30 Prozent der Jahre von 1951 bis 2015. Ein SMI von 0,02 bedeutet, dass der Boden so trocken ist wie in nur 2 Prozent dieser Jahre.

Milde 22 Grad werden bereits orange dargestellt. Quelle: Tagesschau 29.07.2023
Ähnliche Kritik häuft sich an den Wetterkarten im öffentlich-rechtlichen-Rundfunk. Hier wurden die Farben im Laufe der Jahre so angepasst, dass selbst gewöhnliche Sommertemperaturen bereits tiefrot erscheinen und dem Zuschauer den Eindruck vermitteln, dass es draußen ungewöhnlich heiß ist.
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