Edeka entschuldigt sich für Anti-Blau-Werbung: „Es tut uns leid. Wir werden das intern aufarbeiten“
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„Warum bei Edeka Blau nicht zur Wahl steht“: Mit diesem wenig subtilen Anti-AfD-Wahlaufruf erhitzte die Supermarkt-Kette Edeka kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg die Gemüter. Nun hat sich die Konzernspitze für die Polit-Kampagne entschuldigt.
Edeka wolle aus den bisherigen Aktionen lernen, erklärten Chefkontrolleur Uwe Kohler und Edeka-Vorstandschef Markus Mosa in einem Interview mit der Lebensmittelzeitung. Mosa bedauerte: „Es tut uns leid, wenn die Kampagne bei vielen Menschen anders angekommen ist. Wir werden das intern aufarbeiten.“ Edeka sei „für alle Kunden da“.
„Wir müssen Haltung zeigen“
Ziel der Aktion sei es gewesen, „eine gesellschaftliche Diskussion anzuregen“ und als Marktführer Verantwortung zu übernehmen. „Wir müssen Haltung zeigen“, erklärte Mosa.

Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender von Edeka
Zahlreiche Edeka-Betreiber hatten sich nach Veröffentlichung der Kampagne von dieser distanziert.
So etwa Sebastian Becker, der das Edeka Center Zerbst (Sachsen-Anhalt) betreibt: „Ich bin Lebensmitteleinzelhändler, kein Politiker, und werde mich deshalb mit meinem Markt auch nicht in solche Themen einmischen!“, schrieb der Supermarkt-Händler bei Facebook.
Er wolle explizit keine Stellung zu politischen Themen beziehen. Und weiter: „Wir sind ein Supermarkt, den ich als selbstständiger Einzelhändler verantworte und wo jeder Mensch einkaufen kann! Weshalb sich die Edeka mit solchen Beiträgen zur Politik äußert, kann ich nicht nachvollziehen und lehne dies dementsprechend ab!“
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Als in den sozialen Netzwerken Kritik laut wurde, dass die Kette selbst auf dem Inserat blaue Produkte abbilde, etwa Blaubeeren, stellte Edeka schnell neunmalklug fest: „Blaukraut und Blaubeeren haben zwar Blau im Namen, aber nicht in den Farbpigmenten. Sagt jedenfalls die Wissenschaft – und auf die solle man bekanntlich hören.“ Dass Edeka selbst die Farbe Blau im eigenen Logo nutzt, hinterließ bei vielen Usern ebenfalls Unverständnis, führte nicht selten zu Hohn und Spott.
Rolle rückwärts: „Edeka ist für alle Kunden da“
Chefkontrolleur Kohler berichtet im Gespräch mit der Lebensmittelzeitung, dass es sowohl positive wie negative Rückmeldungen gegeben habe. „Wir nehmen das ernst. Unser Grundtenor muss sein, dass Edeka für alle Kunden da ist.“ Das Unternehmen wolle niemanden in seiner Denkweise bevormunden.
NIUS-Reporter Marc Sierzputowski hatte Ende August Edeka-Kunden im südlichen Brandenburg nach ihrer Meinung zur Kampagne gefragt. Das Video sehen Sie hier:
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