Englands Fußball-Legende Gary Lineker wundert sich über Debattenkultur: „Man muss darüber lachen“
Ex-Fußballspieler und BBC-Moderator Gary Lineker wundert sich darüber, wie manche Debatten geführt werden. „Ich glaube nicht, dass die meisten Leute diesen Blödsinn mögen, Leute anzuschreien von der anderen Seite“, sagte der 62-Jährige der britischen Zeitung Telegraph. Die meisten Menschen im Land seien freundliche Leute, die sich nicht auf so etwas einlassen wollten, aber mit Tropfen von Gemeinheit gefüttert würden.
Lineker hatte im März die britische Flüchtlingspolitik kritisiert und dafür einigen Ärger bekommen. Er twitterte damals, die Rhetorik von Innenministerin Suella Braverman sei der Sprache im Deutschland der 1930er-Jahre „nicht unähnlich“, und sorgte damit bei den Konservativen für Empörung. Die BBC suspendierte den Moderator – musste aber zurückrudern, als sich zahlreiche Kommentatoren und auch die Premier League mit Lineker solidarisierten.

Gary Lineker trifft bei der Weltmeisterschaft 1986
Dass ihn nun eine britische Zeitung auf ihre „Woke“-Liste setzte, kommentierte Lineker so: „Man muss darüber lachen, irgendwie.“ Die Liste sei dazu da, andere dazu zu bringen, einen nicht mehr zu mögen. „Ich würde fragen: Was ist denn ,woke'? Ist das etwas Schlechtes? Bezeichnet es nicht einfach Leute, die eine Art von sozialem Gewissen haben? Ich empfinde es nicht unbedingt als Beleidigung, ,woke' genannt zu werden.“
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Der Begriff „woke“ bedeutet übersetzt etwa „erwacht“ oder „wach“. Anfangs wurde er für die Auseinandersetzung mit sozialer Ungerechtigkeit und Rassismus verwendet. Inzwischen bezeichnet er das Engagement gegen alle möglichen Arten von Diskriminierung.
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