Für 1100 Asylbewerber: Berlin plant neues Flüchtlingsdorf am Flughafen Tempelhof
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Der CDU/SPD-Senat hat auf Vorschlag von Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) die Erweiterung des Flüchtlings-Standorts in Tempelhof beschlossen. Auf dem ehemaligen Flughafenareal am Berliner Columbiadamm wird eine zusätzliche Unterkunft mit 1100 Plätzen errichtet. Das Flüchtlingsdorf soll aus Holz gebaut werden, denn es soll mindestens zehn Jahre stehen, berichtet die BZ. Dafür sollen ein Minigolfplatz und eine Grillfläche bei Bedarf verlegt werden können. Nicht beeinträchtigt werden die Flächen des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers.

Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung unter der Leitung von Senatorin Cansel Kiziltepe ist für die Anmietung von Asylunterkünften verantwortlich.
Container-Schule auf ehemaligen Parkplätzen
Da in den neuen Unterkünften auch viele Kinder leben werden, wird auf einer Parkplatzfläche zudem eine Container-Schule errichtet. Trotz der neuen Wohn-Anlage in Tempelhof muss Berlin noch einfachere Notunterkünfte aufrechterhalten – rund 8000 Plätze, einschließlich der Unterbringung in angemieteten Hotelzimmern.
Die neue Containeranlage soll drei Geschosse haben, auf neun Wohnblöcke verteilt. Die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM hat die Kosten allein fürs laufende Jahr auf 104 Millionen Euro geschätzt. Da in Tempelhof nach dem Volksentscheid 2014 eine Bebauung ausgeschlossen ist, muss für dieses Projekt das bestehende Tempelhof-Gesetz geändert werden – nicht zum ersten Mal für Flüchtlingsunterkünfte.
Nach einem neuen Bericht des Finanzsenators an das Parlament hat Berlin im vergangenen Jahr 2,08 Milliarden Euro für Flüchtlinge ausgegeben, darunter für Asylleistungen inklusive Gesundheitsversorgung 599 Millionen Euro, für Willkommensklassen 121 Millionen Euro, für Kita-Betreuung 47 Millionen Euro.

Schon jetzt gibt es auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tempelhof dutzende Wohncontainer für Migranten
Notlage-Kredite für Flüchtlingskosten
Seit 2024 zahlt der Bund den Bundesländern als Erstattung für jeden Asylantrag noch 7500 Euro pro Fall. So erhielt Berlin unterm Strich 76 Millionen Euro. Wenn die Asylzahlen sinken, wird derzeit nur noch mit 44 Millionen pro Jahr Erstattung gerechnet.
Da der Berliner Haushalt enorm unter Druck steht, will die SPD/CDU-Koalition für Flüchtlingskosten Notlagen-Kredite ermöglichen – rückwirkend fürs laufende Jahr 400 Millionen Euro und 2026 bis zu 800 Millionen Euro.
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