Regierung fördert Antifa-Ausstellung mit Anleitung für Wurfgeschosse gegen „Unterdrücker“ mit 133.000 Euro Steuergeld
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Jens WinterDie Bundesregierung fördert in München eine halbjährige Antifa-Ausstellung mit 133.000 Euro Steuergeld, deren Teilnehmer zur „Sabotage von digitaler Infrastruktur“ aufrufen; die Aussteller präsentieren Anleitungen zum Bau von Wurfgeschossen gegen „Unterdrücker“. Sie rufen dazu auf, staatliche Institutionen auszuspionieren. Der Generalsekretär des Goethe-Instituts eröffnet die Ausstellung persönlich.
Die Stimmung während des „Opening Ritual“ von „Antifascism: Now“ ist bedrückend. Um einen Holztisch in konspirativ ausgeleuchtetem Scheinwerferlicht herum sitzen die Zuschauer auf schwarzen Schemeln. „München war die Hauptstadt der Bewegung“, erklärt der Kurator der Ausstellung, Kalas Liebfried, bedeutungsschwanger. Bis Ende Juli ist die Ausstellung in der städtischen Münchner Kunsthalle Lothringer 13 noch zu sehen.

Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert (m.l.), diskutiert mit linksradikalen Künstlern über den „Antifaschismus“.
Nicht nur die Stadt München fördert die Veranstaltung mit Steuergeld – die Lothringer 13 erhält Projektmittel in Höhe von 134.000 Euro, erklärt das Kulturreferat auf Anfrage. Auch das städtische NS-Dokuzentrum München, das Münchner Museum Brandhorst und das Ludwig Forum Aachen sind Kooperationspartner. Die Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) hat für die Veranstaltung eine Förderung von etwa 50.000 Euro vorgesehen, erklärt sie auf Anfrage. Über deren Haushalt wacht Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
Kooperationspartner der Veranstaltung ist zudem das angesehene Goethe-Institut. Es bezuschusst die Veranstaltung mit 83.000 Euro Steuergeld. Unter Aufsicht des Auswärtigen Amtes unter Johann Wadephul (CDU) ist es eigentlich seine Aufgabe, zwischen In- und Ausland kulturell zu vermitteln und Einblick in die deutsche Kultur zu gewähren. Der Generalsekretär und Vorstandsvorsitzende, strategischer und operativer Leiter des millionenschweren Instituts, ist persönlich bei der Ausstellungseröffnung in der Lothringer 13 anwesend.
„Natürlich sind wir alle Antifaschisten heute“, erklärt Ebert. Der Goethe-Vorstand gibt aber auch zu bedenken, dass auch die DDR Antifaschismus als Staatsdoktrin hatte. Es ist, als wüsste er nur zu gut, dass das, was er hier fördert und mit seiner Anwesenheit beehrt, nichts mit Kunst und ziviler Auseinandersetzung zu tun hat.

Die Ausstellung „Antifascism: Now“ nimmt mit München bewusst Bezug auf die „Hauptstadt der Bewegung“.
Anleitungen zur „Sabotage von Infrastruktur“
Neben Antifa-Gruppen, die politisch Andersdenkende systematisch verfolgen und denunzieren, wie „Recherche Nord“, ist auch ein linksradikaler Gloria-von-Thurn-und-Taxis-Hasser unter den Ausstellern. Zudem gibt es eine Gruppe mit dem kryptischen Namen „Error 417 Expectation Failed“. Sie ruft auf der Ausstellung offen zu Sabotage auf und stellt hierfür – als Kunst getarnte – Anleitungen bereit.
An den kahlen weißen Wänden der städtischen Münchner Kunsthalle hat die Gruppe Sprüche angebracht wie etwa „Wie man einen V-Ball baut“, „Denke darüber nach, welche Gebäude in deiner Region Autorität haben“, „Observiere ihre Schutz-Qualitäten“ und „Finde heraus, mit was du davon kommst“. Auch eine Anleitung zur Sabotage der ICE-Hotline – der Telefon-Hotline der amerikanischen Abschiebebehörde – hat sie an den Wänden angebracht.

Anleitung zum Bau eines „V-Balls“.

In einer Anleitung heißt es, man sollte Gebäude ausspionieren, möglicherweise wäre das „Wifi nicht gesichert“.
Auf Instagram wird die linksextreme Gruppe noch konkreter. Als einen von dreizehn „Tipps gegen Tech-Faschismus“ führt sie an: „Hacke/missbrauche/untergrabe/sabotiere Infrastrukturen, die der digitalen Kontrolle dienen – von Unternehmensplattformen bis staatlich betriebene Netzwerke“. Vor etwa einem halben Jahr startete die Gruppe einen Aufruf für genau solche ‚Tipps‘.

Auf Instagram propagiert „Error 417 Expectation Failed“ die „Sabotage von Infrastruktur“.
Es geht um den Kampf „gegen Tech-Faschismus“
Als zweiten Spiegelstrich führt die Gruppe bei diesem sogenannten „Tipp gegen den Tech-Faschismus“ an, dass man seine „eigenen zentralen Open-source-Kommunikationssysteme“ bauen solle. Auch hierzu findet sich an einer Wand der Münchner Ausstellung eine Anleitung. Es handelt sich um eine Anleitung zur Erstellung eines Mesh-Netzwerks – eines eigens kontrollierten WLAN-Netzwerkes, als „Tipp gegen den Tech-Faschismus“.

Mit einem „Mesh-Netzwerk“ wollen Linksextremisten unabhängige Kommunikationsstrukturen schaffen.
Als Kunst getarnt stellen die linksextremen Aussteller in der Lothringer 13 den Aufbau eines linksextremen Netzwerk in den Raum, das im Zweifelsfall in der Lage ist, abgeschmiert zu agieren. Auch den gewaltsamen Kampf gegen Abschiebungen – nach dem Vorbild der amerikanischen Linken in ihrem Kampf gegen ICE – hat man im Blick.

Diese Anleitung liefert Inspiration für eine mögliche Sabotage der ICE-Hotline oder die einer anderen Abschiebebehörde.
Neben dem Aufruf zum Bau eigener Kommunikationsstrukturen hat „Error 417 Expectation Failed“ auch konkrete Anleitungen zum Bau von Waffen an die Wand geschrieben – wie zum Bau eines sogenannten „V-Balls“.
Ein „V-Ball“ ist nach der Anleitung der ausstellenden Antifa-Gruppe ein Ball, in dessen Inneres man ein Soundsystem installiert. Hierfür stellen die vermeintlichen Künstler einen knappen Bauplan bereit. Nach Installation von Speicherkarte und Lautsprechern soll man den Ball schwarz anmalen; so wäre er „schwieriger zu erkennen“. Danach solle man ihn „in Richtung des erwünschten Unterdrückers“ werfen, steht an der Wand.

Anleitung zum Bau eines „V-Balls“.

Auf ihrem Instagram-Account präsentiert die Gruppe „Error 417 Expectation Failed“ einen „V-Ball“.
Antifa-Gruppe ‚Recherche Nord‘ ist anwesend
Neben konkreten Tipps für Linksextremismus, Sabotage und dem Aufbau eines Untergrund-Netzwerkes ist auch die Antifa-Gruppe „Recherche Nord“ auf der Veranstaltung anwesend. Die linksextreme Gruppe veröffentlicht regelmäßig denunziatorische Foto-Aufnahmen rechter und vermeintlich rechter Akteure, um diese öffentlich zu outen. Erst kürzlich verlieh die Stadt München der Gruppe hierfür den Georg-Elser-Preis in Höhe von 10.000 Euro Steuergeld. Das für die Verleihung verantwortliche Kulturreferat unter Leitung eines SPD-nahen Beamten ist wiederum maßgeblich an der Förderung der Veranstaltung „Antifascism: Now“ beteiligt.
Im Rahmen der Ausstellung organisiert ‚Recherche Nord‘ mehrere „Panels“ – zum Beispiel über „Investigative Praktiken und subversive Strategien gegen faschistische Strukturen“. Im Rahmen eines solchen ‚Panels‘ legten die anwesenden Mitglieder der Gruppe – André Aden und Lotta Kampmann – Fotos politisch Andersdenkender und Symbole rechter Gruppierungen aus. Wer wollte, konnte sie zuordnen.

Die Antifa-Gruppe ‚Recherche Nord‘ leitet ein „Panel“.

‚Recherche Nord‘ legt Fotos politischer Gegner aus.
Gemeinsam mit dem linksradikalen Künstler Jonas Höschl hat ‚Recherche Nord‘ auf der Ausstellung zudem eine Nachstellung eines ihrer Denunziations-Projekte initiiert. Hierzu stellt ‚Recherche Nord‘ eigens angefertigte Aufnahmen von Teilnehmern einer vom Antaios-Verleger Götz Kubitschek organisierten Veranstaltung bereit. Weil die Antifa-Fotografen währenddessen auch Nummernschilder fotografiert und in Zimmer hineinfotografiert haben sollen, kam es damals zu einer Konfrontation zwischen den Linksextremisten und Kubitschek; diese Konfrontation stellen Höschl und ‚Recherche Nord‘ in der Ausstellung symbolisch mit farbigen Ausstellern nach. Auf Leinwänden idealisiert Höschl die Fotografen-Ausrüstung der ‚Recherche Nord‘-Mitglieder ästhetisch.

Der linksradikale Künstler Jonas Höschl inszeniert gemeinsam mit der Antifa-Gruppe ‚Recherche Nord‘ eines ihrer Denunziations-Projekte.
Gloria-von-Thurn-und-Taxis-Hasser unter den Ausstellern
Jonas Höschl ist in der linksradikalen Kunstszene kein Unbekannter. Obsessiv beschäftigt sich der Künstler in seinen Ausstellungen mit der Regensburger Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, weil diese für Höschl die falsche politische Meinung vertritt. Der ebenso gebürtige Regensburger Höschl ließ so zum Beispiel schon ein Flugzeug mit dem Banner „Why are you crying?“ über das Anwesen der Fürstin steigen.
Gegen Gloria von Thurn und Taxis und ihre Schlossfestspiele beziehungsweise ihr Open-Air-Festival im Regensburger Schloss St. Emmeram verfasste Höschl bereits mehrere offene Briefe, darunter einen mit dem Aufruf „Kein Platz für Thurn und Taxis!“. Auf die NIUS-Anfrage, wie man demokratisch und rechtsstaatlich verhindern könne, dass Gloria von Thurn und Taxis auf ihrem eigenen Gelände ein Festival durchführt, antwortete Höschl nicht.
Höschl wird für seine Arbeiten regelmäßig ausgezeichnet. 2021 verlieh ihm der Bayerische Kulturminister Michael Piazolo (Freie Wähler) unter Ministerpräsident Söder (CSU) den Bayerischen Kunstförderpreis in Höhe von 6.000 Euro; 2024 erhielt er unter SPD-Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg. Da Höschl gegen Fürstin Gloria den Vorwurf erhebt, sie würde „Kunst für politische Propaganda missbrauchen“, fragte ihn NIUS, was seine Zusammenarbeit mit ‚Recherche Nord‘ von diesem Vorwurf unterscheide; eine Antwort steht aus.
Generalsekretär des Goethe-Instituts gibt sich als Globalist
Mit dem Goethe-Institut hat die linksextreme Ausstellung einen mit allen Weihen des staatsnahen Kulturbetriebs ausgestatteten Unterstützer. Wie man in der Organisation darauf kommt, unter dem Deckmantel der Kunst Extremismus zu fördern, darin mögen die von ihrem Generalsekretär Johannes Ebert selbst formulierten Ansichten Einblick geben. Ebert ist überzeugter Globalist. Neben seiner auf der Veranstaltung getätigten Aussage, dass hier „natürlich alle Antifaschisten“ wären, erklärte er bereits, dass er „nationalistische Strömungen“ „weltweit kritisch“ sehe und für „gefährlich“ halte.

Johannes Ebert ist Generalsekretär des Goethe-Instituts.
Trotz der in der Ausstellung ausgestellten Aufrufe und Anleitungen zu Sabotage, die Ebert eigens vor Ort begutachten konnte, erklärte er in einem Video über die Veranstaltung: „Es geht darum, dass wir alle gegen rechtsextreme Tendenzen, dass wir gegen Faschismus kämpfen müssen.“ Die Werke „in dieser Ausstellung“ würden ausdrücken, „wie komplex dieser Kampf ist“. Zudem käme in der Ausstellung „zum Ausdruck“, dass man sich „für Demokratie“ und „freiheitliche Werte“ einsetze.
Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, lobt die Ausstellung:
SPD-naher Beamter im Kulturreferat hinter der Förderung
Ein bewusster Förderer von Linksextremismus scheint auch der Behördenleiter des Münchner Kulturreferats, Marek Wiechers, zu sein. Der parteilose, aber SPD-nahe Beamte leitet das Kulturreferat seit nicht einmal einem Jahr. Seitdem zeichnete die Stadt München schon die Antifa-Gruppe ‚Recherche Nord‘ mit dem Georg-Elser-Preis aus; Wiechers persönlich überreichte den Preis. Nun unterstützt er eine linksextreme Antifa-Veranstaltung, bei der die Gruppe wieder anwesend ist; und auf der zur Sabotage aufgerufen wird. Bis zu seinem Wechsel ins Kulturreferat 2019 war Wiechers als Büroleiter des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) tätig.

Marek Wiechers (rechts) verleiht den Mitgliedern der Antifa-Gruppe ‚Recherche Nord‘, André Aden und Lotta Kampmann (Mitte v.l.r.), 2025 den Georg-Elser-Preis.
Neben den Aufrufen zu Sabotage, terroristischen Aktionen und dem Aufbau zugehöriger Infrastruktur beinhaltet die Ausstellung der Lothringer 13 in München auch ein krudes Antifa-Ritual. Darin bewegen sich junge Frauen mit antifaschistischen Flaggen durch den Raum; auf den Flaggen ist das dreizackige Logo der ‚Eisernen Front‘ zu sehen. Diese war eine SPD-nahe paramilitärische linke Organisation, ähnlich der SA und Antifa. Den Dreizack der ‚Eisernen Front‘ benutzen die Kuratoren auch für die Bewerbung der Ausstellung.

Junge Frauen vollführen mit Flaggen der ‚Eisernen Front‘ ein Antifa-Ritual.
Da die Antifa und damit ihr Logo gerade zusehends politisch unter Druck geraten, ist der Rekurs auf die ‚Eiserne Front‘ und ihre Symbolik wohl ein Versuch, sich in eine andere historische Tradition mit vermeintlich geringer Gewalttätigkeit zu stellen. Die Ausstellung, ihre Forderungen und die zugehörige Zusammenarbeit mit linksextremen Strukturen zeigen, dass es sich hierbei um denselben Linksextremismus handelt.
Mit dem von ihnen geförderten Linksextremismus konfrontiert, berufen sich sowohl das Goethe-Institut als auch das Kulturreferat der Stadt München auf die „Kunstfreiheit“. Die Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) erklärt, sie setze sich „für gleiche Würde und gleiche Rechte aller Menschen und gegen jede Form von Diskriminierung und Extremismus ein“. Insgesamt stecken die Institutionen etwa 267.000 Euro Steuergeld in die Ausstellung der Antifa.
Mehr NIUS: So finanziert die Regierung die gewaltbereite Antifa
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