Henkel-Chef: „Wenn man etwas erreichen will, kann die Work-Life-Balance nicht immer an erster Stelle stehen“
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Henkel-Vorstandschef Carsten Knobel spricht in einem Interview mit der FAZ über ...
... die wirtschaftliche Lage in Deutschland: „Wir waren immer ein starker Industriestandort, weil wir innovationsfähig und technisch weit vorne waren. Aber da haben andere Länder kräftig aufgeholt. Aus China kommen heute nicht mehr nur Billigprodukte, sondern auch Hochtechnologie. Trotzdem sollten wir selbstbewusst sein. Wir haben immer noch herausragende Unternehmen in bestimmten Branchen.“

Persil gehört zu den bekanntesten Produkten von Henkel.
„Endlose Debatte war nicht gut“
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... den Strompreis: „Wir diskutieren nun schon seit zwei Jahren. Sie sehen doch, dass sich einige Unternehmen in der Zwischenzeit schon entschieden haben, bestimmte Produktionsprozesse zu verlagern. Ich hätte eher damit leben können, wenn man früher entschieden hätte, dass kein Industriestrompreis kommt. Aber so eine endlose Debatte war nicht gut.“
... die Zukunft Deutschlands: „Aus dem, was frühere Generationen geschaffen haben, müssen wir weiter etwas machen. Nicht rummeckern, sondern anpacken. Wir müssen uns dem Wettbewerb und den Veränderungen stellen. Dann ist mir auch nicht bange um unser Land.“

Innenraum einer Henkel-Seifenfabrik. Das Unternehmen wurde im Jahr 1876 gegründet.
... die Werte, die er seinen Kindern vermittelt: „Sie wissen schon, dass ich als Vorstandschef nicht von 8 Uhr bis 16 Uhr arbeite. Und sie haben verstanden: Wenn man etwas erreichen will, kann die Work-Life-Balance nicht immer an erster Stelle stehen. Trotzdem ist mir auch bewusst, dass die neue Generation andere Schwerpunkte setzt. Darauf haben wir uns eingestellt, denn das ist nun mal der Lauf der Zeit.“
... das, was Deutschland nun bräuchte: „Da ist viel zu tun, zum Beispiel der Abbau der Bürokratie. Wie schnell in der Gaskrise die Flüssiggas-Terminals genehmigt wurden, das war schon beispielhaft. Aber daraus haben wir offenbar keine Konsequenzen gezogen. Ich sehe nicht, dass sich in den vergangenen 24 Monaten viel beim Bürokratieabbau getan hätte. Ein anderes Thema ist die Bildung. Ich habe zwei Kinder, die ihre Schulausbildung hier abgeschlossen haben. Daher weiß ich: Auch im Bereich Bildung gibt es noch viel zu tun, wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben wollen.
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