„Herr Schmidt, können Sie die Kritik nachvollziehen, dass die Öffentlich-Rechtlichen zu links und grün seien?“
Harald Schmidt ist ein Kind der ARD. „Schmidteinander“ lief im WDR, nach seiner Zeit bei Sat.1 kehrte er zurück zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Doch nichts ist mehr wie früher. Im Gespräch mit der Zeit wird der begnadete Entertainer gefragt: Können Sie die Kritik nachvollziehen, dass die Öffentlich-Rechtlichen zu links und grün seien? Schmidts Antwort: „Ja.“ Er empfiehlt, sich diesen Fakt der politischen Färbung einfach wegzudenken. „Ich höre nur die Meldung – und nicht, wenn der Moderator dann noch, nach einem Beitrag über ein Horrorflüchtlingslager, betroffen nickt und sagt: Schlimm. Meine Lieblingssprecherin ist Susanne Daubner: super Stimme, kein Zusatzkommentar, kein Zusatzblick, kein verschwörerisches Lächeln, einfach die Nachricht. Ich möchte die Meldung selber beurteilen.“
Angesprochen auf die Warnhinweise, die der WDR neuerdings vor seinen alten Sendungen platziert, meint Schmidt: „In den Redaktionen herrscht Angst.“ Redakteure würden zuallererst davor warnen, welche Shitstorms kommen könnten, wenn ein neues Format geplant wird. „Als wir Schmidteinander gemacht haben, gab es keine Angst, da sagten Intendanten wie Friedrich Nowottny und später Fritz Pleitgen: Ich will jetzt mal vier Wochen keinen Ärger mit euch haben! Wir haben mal 30.000 Fliegen in der WDR-Kantine losgelassen, da musste die vier Tage geschlossen werden. So was ist heute nicht mehr möglich.“
In dieser Logik könne er den WDR-Warnhinweis sogar verstehen. „Die Sendung wurde ja nicht verändert. Und die Redaktionen glauben wirklich, die sparen sich damit einen Shitstorm. Ich denke übrigens, niemand hätte die Wiederholungen bemerkt ohne den Warnhinweis.“

Der WDR warnt jetzt vor dem Kult-Format „Schmidteinander“
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Schmidt sagt, ihn würde es nicht mehr reizen, weiter dauerhaft fürs Fernsehen zu arbeiten. Er steht jetzt lieber auf Theaterbühnen. „Ich frage das Publikum: Ich habe einen richtig harten Witz, wollt ihr ihn hören? Und sie sagen: JA! Die wollen genau das hören. Die wollen, dass einer mal Dampf ablässt, dass einer mal das Ventil aufmacht. Ein jüngeres Publikum würde definitiv sagen: Das ist sexistisch. Wenn ich im Auto an der Ampel stehe und Menschen sehe, die chinesisch gelesen werden, so sagt man das heute, dann rede ich leise ein Fantasiechinesisch vor mich hin. Da sagen meine Kinder: Das ist rassistisch.“
Über seine alten Sprüche sagt Schmidt: „Aber ich mache ja Witze für den Tag. Ich selber kann mich an die Witze gar nicht erinnern. Ich habe auch nie gesagt: Diesen Witz muss man im damaligen Kontext sehen. Vergiss es. Wer sich so einen alten Witz anguckt, ist selber schuld. Deswegen macht man Satire. Der dümmste Satz ist: Er macht Satire, ohne zu verletzen.“
Hier ist Schmidt am Waldi-Phone: Das sagt der Entertainer über den WDR!
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