Historikerin Sandra Kostner über Demos: „Rechts wird immer mehr zum Delegitimierungs-Begriff“
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Bundesweit wurde am Wochenende wieder gegen „Rechts“ demonstriert. Dabei wird häufig ignoriert, dass „rechts“ ein legitimer Teil des politischen Spektrums ist. Genauso wie links. Dennoch ist der Begriff, gerade jetzt, längst zum Kampfwort mutiert und wird unreflektiert oder sogar absichtlich mit rechtsextrem und rechtsradikal gleichgesetzt. Politiker wie Björn Höcke (AfD), Friedrich Merz (CDU) oder Christian Lindner (FDP) sind demnach gleichermaßen Feind.
Die Historikerin Sandra Kostner hält das für gefährlich. „Rechts wird immer mehr zum Delegitimierungs-Begriff“, sagt sie im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. Dahinter stecke eine Strategie. „Alles, was rechts ist, ist moralisch gebrandmarkt“, so Kostner. Deshalb müsse man sich damit nicht mehr auseinandersetzen.

Die Historikerin Sandra Kostner bei „Stimmt!“
„Wer bei dem Klimakrisen-Narrativ nicht mitziehen wollte, war rechts“
Die Herrschenden würden sich so vor Kritik immunisieren, denn mit Rechten, die nun eben auch Rechtsextreme mitmeinen, müsse man sich schließlich nicht austauschen. So sei kein Diskurs mehr möglich, es komme zu einer „Verweigerungshaltung“ auf Seiten der Regierenden.
Die Gleichsetzung von rechts, rechtsradikal und rechtsextrem sein ein grundsätzliches Problem, so die Historikerin im NIUS-Talk. „Wer bei dem Klimakrisen-Narrativ nicht mitziehen wollte, war rechts, wer sich nicht impfen lassen wollte, war sowieso rechts, wer gegen die Energiewende-Politik Einwände hat, war rechts und so geht es weiter“.
Was dabei anscheinend untergehe, ist, dass durch diese Art des Umgangs auch „ein großer Teil des bürgerlichen Spektrums“ abgestempelt und verschreckt werde. Dabei sei Deutschland ein strukturell konservatives Land, sagt Kostner. „Wir sollten die Leute nicht ignorieren“.
Die ganze Folge „Stimmt!“ gibt es hier:
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