Home-Office: Immer mehr Mitarbeiter müssen wieder ins Büro
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Hunderttausende Arbeitnehmer nutzen nach wie vor die Vorteile des Home-Office, obwohl die Pandemie viereinhalb Jahre vorbei ist. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wollen aber immer mehr Arbeitgeber ihre Mitarbeiter im Büro sehen ...
An der Spitze dieser neuen Bewegung steht Amazon. Andy Jassy, Chef des US-Digitalkonzerns, hat seinen Mitarbeitern per E-Mail mitgeteilt, dass sie vom nächsten Jahr an wieder an allen fünf Arbeitstagen ins Büro kommen müssen. Jassy begründete seine Entscheidung unter anderem mit Verweisen auf das Zusammengehörigkeitsgefühl, das darunter leide, wenn einem die Kollegen nur als Kachel auf dem Computer begegnen. Die neue Regelung betrifft weltweit mehr als 350.000 Menschen in der Verwaltung. Bisher durfte man bei Amazon an zwei Tagen die Woche von zu Hause arbeiten.

Knapp jeder fünfte arbeitet zumindest zeitweise im Homeoffice.
Der Trend Home-Office ebbt zunehmend ab
Das deutsche Software-Unternehmen SAP forderte seine Mitarbeiter Anfang des Jahres dazu auf, wieder mindestens an drei Tagen pro Woche ins Büro zu kommen. Diese Quote hatte auch die Deutsche Bank an ihre Mitarbeiter ausgegeben. Führungskräfte sollen an mindestens vier Tagen pro Woche im Büro anwesend sein. Ähnliche Vorstöße gab es bei Volkswagen und bei SAP.

Ein verwaister Arbeitsplatz in einem Büro.
Laut der jüngsten Daten des Ifo-Instituts vom September, die auf der Konjunkturumfrage unter rund 9000 Unternehmen basieren, arbeitet knapp jeder Fünfte in Deutschland zumindest zeitweise im Home-Office (24,1 Prozent). Beim Home-Office gibt es eine Veränderung, die der Ifo-Forscher Jean-Victor Alipour ausgemacht hat. „Die Home-Office-Modelle sind inzwischen besser strukturiert.“ Das bedeutet: Feste Zeiten, an denen sich Mitarbeiter im Büro begegnen sollen.
Experten fragen sich: Steckt hinter mancher Büropflicht vielleicht noch ein anderes Kalkül? Der Amazon-Boss kündigte in seiner E-Mail zum Home-Office an, dass er das „mittlere Management verschlanken“ wolle. Zu Deutsch: Er will Mitarbeiter entlassen. Experten befürchten, dass die „Zurück-ins-Büro“-Offensive in Wahrheit ein verdeckter Weg sein soll, um Personal abzubauen. Die Rückkehr-ins-Büro-Appelle kämen nicht selten von Unternehmen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckten. Im Büro ließen sich die Mitarbeiter besser kontrollieren und kritisieren.
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