Judenhass hat in unserem Deutschland keinen Platz
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Ist es nicht schön, dass wir in diesem Land leben dürfen, in dem jeder Mensch toleriert, respektiert wird und alle ihre Mitmenschen so behandeln, wie sie selbst gern behandelt würden?
Wieder einmal ist es das Grundgesetz, das uns einen Wertekanon an die Hand gibt, der uns zu toleranten, aufmerksamen und aufrechten Bürgern macht.
Eine kleine Anfrage an die Bundesregierung räumt auf mit dieser Utopie. Die linke Bundestagsvizepräsidentin Petra Paus hatte sie gestellt, weil sie widersprüchliche Aussagen über die Diskriminierung von Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland klarstellen wollte.
Die Antwort der Regierung lässt aufhorchen: Bereits im ersten Halbjahr 2023 wurden 960 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund registriert. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum gar 965.
Die Vorfälle von rassistischen Beleidigungen, Diskriminierung aufgrund ihres jüdischen Glaubens, bis hin zu Körperverletzungsdelikten und Raub, werden hauptsächlich zwei Urhebergruppen zugeordnet: dem extrem rechten Spektrum, das aus rassistischen Motiven handelt, und dem islamistischen Spektrum, das der jüdischen Gesellschaft seit Jahrhunderten aus religiösen Motiven feindlich gegenübersteht.
In beiden Gruppen vermutet man eine hohe Dunkelziffer, da nicht alle Vorkommnisse zur Anzeige gebracht werden. Dabei fällt auf, dass diese Dunkelziffer bei Fällen mit muslimisch-judenfeindlichem Hintergrund weit höher angesetzt ist als bei rechtsextrem motivierten.
Auf der einen Seite also die ewig gestrigen, aus verbrämtem Nationalstolz allem Fremden gegenüber abgeneigten rechtsradikalen bis rechtsextremen Kreise, die sich längst mit Verschwörungstheoretikern, Holocaustleugnern und sonstigen Phantasten mischen. Diese offen grundgesetzfeindlichen und deshalb vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppen schwurbeln gern das Narrativ von der „Jüdischen Weltverschwörung“, der „Weltweiten Machtverteilung des jüdischen Kapitals“.
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Auf der anderen Seite offen judenfeindliche, islamistisch orientierte Zirkel, die nicht erst seit der Gründung Israels auf die jüdische Gemeinschaft als Hassobjekt zielen. Seit 2015 haben Hunderttausende Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak, Iran, Syrien und aus Nordafrika in Deutschland um Schutz gebeten. Der Hauptanteil, nämlich über 75 Prozent, sind Muslime und wurde oftmals schon von klein auf zu Judenhassern erzogen. Millionen von Muslimen leben in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland.
Im Gegensatz dazu ist die Anzahl von Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland ausnehmend gering, 2022 wurden gerade einmal 91.000 Juden in Deutschland registriert.
Im Angesicht dieser Übermacht rassistisch und religiös motivierter offen judenfeindlicher Gruppen ist die Aussage des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, nur verständlich: „Wir erleben eine Geisteshaltung, dass jüdisches Leben nicht zu Deutschland zählt.“
Ein Satz, der uns betroffen machen muss. Juden leben schon seit 1700 Jahren innerhalb deutscher Grenzen und haben nicht wenig zum Aufbau unserer Kultur und Wissenschaft beigetragen. Deren Verfolgung und Vernichtung im Dritten Reich bleibt für immer der dunkelste Fleck in der deutschen Geschichte.
Umso wichtiger ist es, Äußerungen wie die Josef Schusters ernst zu nehmen und die jüdische Gemeinschaft unter besonderen Schutz zu stellen. Judenhass hat in unserem Deutschland keinen Platz. Das Judentum gehört zu Deutschland.
Dieser Text ist ein Auszug aus dem täglichen NIUS-Newsletter von Chefredakteur Jan David Sutthoff (hier anmelden).
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Jan David Sutthoff
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