Kein Scherz: Linksjugend solidarisiert sich mit „Bäuer:innen“
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Die Jugendorganisation der Linkspartei „Linksjugend solid“ veröffentlichte am Dienstag eine Solidaritätsbekundung mit den streikenden Bauern.
„Die brutalen Haushaltskürzungen der neoliberalen Ampelregierung treffen sie besonders hart“, schreibt die Jugendorganisation auf Instagram. Es folgt eine klassisch linke Analyse: Schuld an der Bauern-Krise sind „von Profitinteressen getriebene Supermarkt-Großkonzerne“, der freie Markt und die Regierung. Zumindest im letzten Punkt scheinen die jungen Sozialisten das Problem erkannt zu haben.
Sprachliche Bäuerchen
Besonders ins Auge sticht, dass die Jungkommunisten ihre Solidarität konsequent gegendert zum Ausdruck bringen – nicht nur für „Traktorist:innen“ und „Landwirt:innen“, nein, auch für die „Bäuer:innen“. Moment mal. Bäuer:innen!? So mancher vermutet ja, der Doppelpunkt, beispielsweise in „Dummschwätzer:innen“, kennzeichnet die Kurzfassung für „Dummschwätzerinnen und Dummschwätzer“. Überträgt man diese Vermutung auf die „Bäuer:innen“, versteht man als gender-ungeübter Leser nichts mehr. Wofür steht das jetzt? Bäuerinnen und Bäuer?! Wir werden es nicht erfahren.
Hier geht es zum obskuren Post:
In dem Solidaritäts-Post wird auch angesprochen, dass die Ampel die Streichung der Dieselsubvention als Klimaschutzmaßnahme verkaufen will, aber zuvor Lützerath räumte, um die darunterliegende Braunkohle abzubauen.
Weiter heißt es: „Trotzdem verurteilen wir die teils massive Unterwanderung der Proteste durch die rechtsextreme AfD, Neonazis und anderen Schmutz“. Wo diese massive Unterwanderung konkret stattgefunden haben soll, wird nicht gesagt. Die Polizei Schleswig-Holstein schreibt in einer Pressemitteilung: „Politisch motiviertes Einwirken rechter Gruppierungen auf die Versammlungsteilnehmerinnen und Versammlungsteilnehmer hat bei den Protesten keine nennenswerte Rolle gespielt.“
Überraschend ehrlich distanzieren sich die meisten linken Kommentatoren des Beitrags. Der Großteil scheint die Solidarisierung mit den Bauern nicht zu teilen. Ein User schreibt als Reaktion auf die Grafik-Überschrift „Traktorist:innen! Wir stehen hinter euch!“: „Nein, tun wir definitiv nicht. Entfolgt“.
Mehr NIUS: Schleswig-Holstein: Laut Polizei kein nennenswertes rechtes politisches Einwirken bei Protesten
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Amir Makatov
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