Keine Flaggen am Tag der Deutschen Einheit: Unsere Regierung entehrt Schwarz-Rot-Gold
Ein Beitrag von
Nationalfeiertag in Deutschland – Tag der Deutschen Einheit in Hamburg. Die Hansestadt richtete in diesem Jahr die Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung aus. Zu feiern gibt es nichts Geringeres als die Einheit des einst geteilten Deutschlands.
Hochkarätige Gäste sind geladen, wie etwa der Bundespräsident, Bundeskanzler, Bundestagspräsidentin und viele weitere Repräsentanten unseres Landes.
Doch ein Gast fehlt: die Deutschlandfahne.
Oder zumindest fast: Eine einzige, traurig aussehende Flagge ist auf dem Vorplatz des Hamburger Rathauses gehisst – allerdings um 45 Grad gedreht, das Schwarz-Rot-Gold fließt vertikal, nicht wie gewohnt horizontal. Die Flagge Deutschlands, sie könnte so auch als belgische Flagge wahrgenommen werden.

Eine einzige Deutschlandfahne vor dem Hamburger Rathaus.
Bei derart offenkundiger Vernachlässigung, stellt man sich die Frage: Warum haben wir in Deutschland eigentlich so ein Problem, Flagge zu zeigen?
Bunte Beispiele aus anderen Ländern
Anders als in Deutschland, sind unzählige Nationalitäten stolz auf ihre Nationalfarben und stellen sie bei wichtigen Feiertagen auch gern zur Schau. Ein paar Beispiele:
USA: Die USA feiern alljährlich am 4. Juli ihren Unabhängigkeitstag. Dieser Nationalfeiertag erinnert an die Ratifizierung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten durch den Kongress 1776 in Philadelphia.

Ein Mädchen mit US-Flagge auf der Wange nimmt an der Parade zu Unabhängigkeitstag teil.
Italien: Am 2. Juni wird in Italien regelmäßig der Nationalfeiertag „Festa della Repubblica“ begangen. An diesem Tag wird an die Gründung der italienischen Republik im Jahre 1946 erinnert. Ein Nationalfeiertag in Italien bedeutet: Grün-Weiß-Rot in allen Kombinationen. Ob klassisch an der Fahnenstange oder in der Luft, von der Luftwaffe in den Himmel gemalt.

Die Kunstflugstaffel Frecce Tricolori der italienischen Luftwaffe überfliegt Rom anlässlich der Feierlichkeiten zum 76. Jahrestag der Republik.
Frankreich: Flagge im Himmel gibt’s auch bei den Franzosen. Dort wird am 14. Juli der Nationalfeiertag gefeiert, die Eintracht und die wiedergewonnene nationale Einheit. Diese Einheit zeigt man in unserem Nachbarland stolz mit Flagge.

Alpha-Jets der Kunstflugstaffel der französischen Luftwaffe versprühen die Farben der französischen Nationalflagge über dem Louvre.
Schweden: Auch im eigentlich so liberalen Schweden sind die Menschen stolz auf Blau-Gelb. Der schwedische Nationalfeiertag wird am 6. Juni als Tag der schwedischen Flagge gefeiert. Erst durch Verordnung im Jahr 1983 erhielt er den Status als Nationalfeiertag; 2005 wurde er zu einem arbeitsfreien Feiertag in Schweden.

Ein blau-gelbes Fahnen-Meer in Stockholm.
Niederlande: Am sogenannten Königstag (Koningsdag) feiern unsere Nachbarn am 27. April den Geburtstag ihres Königs Willem Alexander – einer der wichtigsten Feiertage in den Niederlanden, er gilt als inoffizieller Nationalfeiertag. Dann steht alles im Zeichen der Nationalfarbe Orange: von der Nationalflagge bis zur Kleidung.

Alles orange: König Willem-Alexander und seine Frau Maxima stehen am Königstag vor einer Gruppe Menschen.
Das Flaggen-Desaster in Deutschland
Schaut man sich Bilder aus anderen Ländern an, fällt vor allem auf, wie selbstverständlich, bunt und fröhlich mit bekennender Landes-Flagge gefeiert werden kann.
Ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zu den Bildern aus Deutschland zum Tag der deutschen Einheit.

Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister in Hamburg, mit seiner Frau Eva-Maria. Bärbel Bas (SPD), Bundestagspräsidentin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Frau Elke Büdenbender. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit seiner Frau Britta Ernst und Stephan Harbarth.
Zum Festakt in Hamburg vesammelt sich die politische Elite zum Gruppenbild in Grau. Oder Blau. Ein trübseliges Bild, das eher an eine Trauerfeier erinnert als an den wichtigsten Feiertag der Republik. Sakrale Stimmung, keine Deutschlandfahne weit und breit, einen Deutschland-Sticker am Jacket trägt keiner der Gäste.

Festakt anlässlich der Feierlichkeiten zur deutschen Wiedervereinigung in der Elbphilharmonie.
Zweihundert Kilometer südöstlich zur gleichen Zeit: Das Brandenburger Tor in Berlin. In den Geschichtsbüchern als das Symbol der Wiedervereinigung zwischen Ost- und Westdeutschland.
Doch am Abend des Nationalfeiertages erinnert nichts daran. Das Brandenburger Tor steht immer noch orange beschmiert da, von Klima-Klebern regelrecht geschändet. Müllcontainer stehen auf dem Pariser Platz. Von Festbeflaggung und Schwarz-Rot-Gold: keine Spur.
Schwarz-Rot-Gold ist jetzt Gelb-Blau-Rot
Ganz ohne identitätsstiftendes Logo konnte der Tag der Deutschen Einheit allerdings nicht auskommen. Es besteht aus drei Farbkreisen in Gelb, Blau und Rot. Bei den Feierlichkeiten in der Elbphilharmonie thronte das Logo groß hinter dem Orchester. Problematisch an dem neuen kugeligen Logo: Warum wurde Schwarz durch Blau ersetzt. Und wo sind überhaupt unsere Nationalfarben geblieben?
Auf NIUS-Anfrage erklärte ein Sprecher der Stadt Hamburg, dass sich das Logo auf den Feiertag beziehe. Er erklärt: „Halbkreise, die sich an einer imaginären Wasserkante spiegeln, zitieren den Horizont auf Hoher See – und das im Schwarz-Rot-Gold der deutschen Flagge und ergänzt durch ein maritimes Blau.“ Wieviel das neue Design gekostet hat, konnte die Stadt nicht mitteilen.

Das Logo zu den Feierlichkeiten der Deutschen Einheit 2023 in Hamburg.
Flagge zeigen – und wenn ja, welche?
Bundeskanzler Olaf Scholz scheint zumindest kein grundsätzliches Problem mit Flaggen zu haben: Stolz zeigt die SPD-Bundestagsfraktion ein Bild des Kanzlers mit Regenbogenfahne.

Bundeskanzler Olaf Scholz zeigt die Regenbogen-Flagge, um seine Solidarität mit der Queer-Bewegung zu zeigen.
Armin Petschner-Multari (CSU) schrieb zum Flaggen-Desaster am Tag der Deutschen Einheit auf dem Kurznachrichtendienst X: „Wir haben den langweiligsten und beliebigsten Nationalfeiertag überhaupt. Einer großen Nation wie der unseren eigentlich vollkommen unwürdig. Mehr Patriotismus und Nationalgefühl wagen.“
Mehr NIUS:
Plötzlich sollen diese Yogaklamotten rechts sein
Neue Studie: Deutschland verliert seine Besten
Polizei Brandenburg warnt Eltern vor „rechtsextremen Online-Strategien“
Trans-„Tochter” von Elon Musk in Dessous: „Trans-Körper werden angefeindet und dämonisiert”
Neue Oxford-Untersuchung zeigt: Über 90 Prozent aller Studien in den Sozialwissenschaften sind links
In Sachsen-Anhalt fordern selbst Linke Abschiebungen
Antisemit der Woche: UN-Generalsekretär António Guterres übt sich in Täter-Opfer-Umkehr und beschuldigt Israel sexueller Gewalt
„Omas gegen Rechts“ bringen neuen KI-Chatbot heraus
Mehr NIUS:
Trans-„Tochter” von Elon Musk in Dessous: „Trans-Körper werden angefeindet und dämonisiert”
Neue Oxford-Untersuchung zeigt: Über 90 Prozent aller Studien in den Sozialwissenschaften sind links
In Sachsen-Anhalt fordern selbst Linke Abschiebungen
Antisemit der Woche: UN-Generalsekretär António Guterres übt sich in Täter-Opfer-Umkehr und beschuldigt Israel sexueller Gewalt
„Omas gegen Rechts“ bringen neuen KI-Chatbot heraus
Gescheiterte Timmy-Rettung sorgt weltweit für Spott: „Deutschland hat den Verstand verloren“
#Männerhass: Wie ständig neue Internettrends Beziehungen schlechtreden
Nach „Lackaffe“-Strafbefehl: Drei weitere Merz-Beleidigungen werden von Staatsanwaltschaft Heilbronn verfolgt
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare