Komischer Kot-Fetisch beim ARD-Jugendformat: Die Stuhlgang-Tipps von „Funk“
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Wer vornehmlich Informationen über aktuelle, bürgernahe Themen sucht – sei es die derzeitige Wirtschafts- oder Atompolitik – der ist beim Jugendformat Funk der ARD und des ZDF eher am falschen Platz. Wer allerdings gerne Wissenswertes über Kot erfahren möchte, ist bei Funk goldrichtig.
Salopp gesagt macht Funk aus Sch.... gerne Klick-Gold.
Das Content-Netzwerk richtet sich an junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren und wird durch den Rundfunkbeitrag finanziert, der von jedem volljährigen deutschen Staatsbürger, der keine staatliche Förderung erhält, gezahlt werden muss.
Damit liegt allein das jährliche Budget von Funk bei satten 45 Millionen Euro. Der Rundfunkbeitrag ist in Deutschland im Grundgesetz festgelegt und soll dazu dienen, ein politisch unabhängiges und objektives Programm bereitzustellen.
Zum Funk-Programm gehört auch das Instagram Format „Glanz und Natur“. Dieses ist dafür bekannt, Themen wie Menstruation oder Sexualpraktiken zu behandeln. Dafür werden auf der Seite beispielsweise Infographiken darüber gepostet, wie bei der Sexualpraktik des „Rimmings“, die Zunge am besten in den Anus eingeführt werden sollte oder wie verschiedene Phallusformen unterschieden werden können.

Hier wird uns vom gebührenfinanzierten Funk-Format „Glanz und Natur“ erklärt, wie die Sexualpraktik des Rimmings funktioniert.
Darüber hinaus wird den Zuschauern im neuesten Kot-Post des Instagram Accounts gezeigt, wie sie „richtig kacken“ können. Scrollt man weiter, entdeckt man mehrere Posts, in denen es sich um Anleitungen und Tipps zum perfekten Stuhlgang dreht. Hier geht es unter anderem darum, „bei Freund*innen kacken“ zu gehen oder um „verschiedene Kack-Typen“. Allein in den letzten 6 Wochen wurden auf dem Kanal 5 Beiträge zum Thema Kot und Stuhlgang veröffentlicht.

Kleiner Einblick in die Welt von „Glanz und Natur“..
Die Kommentare unter den Beiträgen werfen dem Format hauptsächlich vor, von einem starken Kot-Fetisch betroffen zu sein. So schreibt ein User: „Langsam nervt ihr mit eurem Fetisch.“ Während ein anderer klagt: „Ständig Beiträge zum K*cken... ist das irgendwie ein Fetisch von euch? Und dafür muss man GEZ zahlen!“
Der Ton der User ist deutlich: Es herrscht eher Unzufriedenheit hinsichtlich der Qualität der für monatlich 18,36 Euro bereitgestellten Beiträge. Laut der Langzeitstudie Medienvertrauen der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz liegt der Prozentsatz von Menschen, die den Medien „eher nicht“ vertrauen, 2019 bereits bei 28 Prozent während es 2008 nur 9 Prozent waren.
Dieser Vertrauensverlust konstituiert sich unter anderem dadurch, dass Bürger das Gefühl haben, relevantes Geschehen in den öffentlich-rechtlichen Formaten werde nicht genügend thematisiert, während sie stattdessen darüber informiert werden, wie sie einen Stuhlgang erfolgreich absolvieren können.
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Joelle Rautenberg
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