Immer mehr Angriffe auf AfDler: Die Linksextremismus-Akte Wuppertal
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Adina AdlerDie Zahl linksextremistischer Straftaten in NRW hat sich 2025 laut Innenministerium mit über 2.400 Fällen mehr als verdoppelt, auch Sachbeschädigungen und Gewaltdelikte legten deutlich zu – letztere um rund 78 Prozent. Auch in Wuppertal, der Schwebebahn-Stadt südlich des Ruhrgebiets in NRW, lassen sich vermehrt linksextreme Straftaten feststellen. Mehrere Funktionäre der AfD im Wuppertaler Stadtrat wurden Opfer von Anschlägen aus der linksradikalen Szene.
NIUS dokumentiert die erschreckenden Fälle betroffener AfD-Politiker aus Wuppertal:
1. Tim Schramm: „Nazis aufs Maul“ und schwere Sachbeschädigung
Tim Schramm, 23 Jahre, ist stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD Wuppertal. Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangte er durch seinen freiwilligen Kampfeinsatz auf der Seite der Ukraine gegen das Kreml-Regime. Er ist einer der jüngsten Politiker der Partei und absolvierte ein Traineeship im Europaparlament. Durch seine Arbeit bei der AfD in Wuppertal, seine gute Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit, ist Schramm ein bekanntes Gesicht in Wuppertal. Am 21. Februar 2025 wurde er Opfer linksextremer Schmierereien: Auf seine Hausfassade wurde unter anderem „Tim Schramm ist ein Nazi“ oder „Tim Schramm ist ein Fascho“ gesprüht, auf sein Auto „Nazis aufs Maul“.

Die Hausfassade des Wohnhauses von Tim Schramm

Die komplette Hausfront, die zur Straße zeigt, wurde beschmiert und verunstaltet.

Auch das Auto von Tim Schramm wurde beschmiert.
Die Bilder zeigen einen gravierenden Fall von Sachbeschädigung. Der Vorfall ereignete sich im Februar 2025 in demselben Wahlkreis, in dem der Bundestagsabgeordnete Helge Lindh (SPD) und der ehemalige Verfassungsschutzchef Thomas Haldenwang (CDU) für die Bundestagswahl 2025 kandidierten. Die AfD Wuppertal forderte eine öffentliche Reaktion der beiden Politiker. Diese blieb aus. Tim Schramm stellte Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt. Das Verfahren wurde eingestellt, da kein Tatverdächtiger gefunden werden konnte.
2. Leon Bergen: „Antifa is watching you!!!“
Leon Bergen ist AfD-Kreisvorstandsmitglied und Stadtverordneter der Stadt Wuppertal. Auch er wurde im Juli 2025 Opfer eines linksextremen Anschlags. Seine Hausfassade wurde mit den Aufschriften „Leon Bergen Nazisau“, „Leon Begen verpiss dich“ und „Nazis talwärts kloppen!“ gekennzeichnet.

Auch hier wurde die Hausfassade beschmiert und Leon Bergen diffamiert.

Klare Gewaltandrohung: „Nazis talwärts kloppen!“
Auf seinen Briefkasten im Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses wurde ein Aufkleber geklebt, mit der Aufschrift „Antifa is watching you!!!“.

Der Briefkasten im Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses
Auf den Mülltonnenbehälter vor dem Mehrfamilienhaus wurde die Zahlenkombination 161 gesprüht. Die Zahl 161 wird in der linksextremen Szene verwendet und steht stellvertretend für „A.F.A“ (Antifaschistische Aktion). Dabei entsprechen die Ziffern den Positionen der Buchstaben im Alphabet (1=A, 6=F, 1=A). „Antifa Area“ stand rechts oben auf dem Müllbehälter, es wurde nachträglich von der Polizei unkenntlich gemacht.

„161“: eine in linksextremen Kreisen weitverbreitete Zahlenkombination.
Zeitgleich wurden Flugblätter, die Leon Berger und seine Freundin als unerwünschte Faschisten in der Nachbarschaft markierten, an parkende Autos geheftet und unter Wohnungstüren geschoben.

Diese Flyer haben die Nachbarn des Paars erhalten.
Auf dem linksextremen Portal „Indymedia“ wurden nach dem Anschlag Informationen zum Wohnort von Bergen und seiner Frau veröffentlicht. Sein Werdegang in der Partei sowie Informationen zu den Studiengängen und der Universität von Bergen und seiner Freundin wurden ebenfalls geteilt.
Leon Bergen und seine Freundin sind mittlerweile dort weggezogen.
3. Frank Schnaack: Anschlag mit Buttersäure
Frank Schnaack ist Kreissprecher der Wuppertaler AfD. Während des Kommunalwahlkampfes zur Bundestagswahl, Schnaack trat auf Listenplatz 32 an, wurde Frank Schaack Ziel eines Buttersäure-Angriffs. Der Vorfall ereignete sich während des Wahlkampfes in der Wuppertaler Innenstadt, den er gemeinsam mit weiteren Parteimitgliedern betreute. Ein Fahrradfahrer fuhr auf den Wahlkampf-Pavillon zu und warf eine präparierte Coca-Cola-Dose in Richtung von Schnaack. In die Dose hatte der Täter mehrere Löcher gestochen und sie mit Buttersäure gefüllt. Die Dose verfehlte den Kopf von Schnaack nur haarscharf und fiel wenige Meter von ihm entfernt auf den Boden, wo die stark ätzende Flüssigkeit austrat. Der Täter konnte nicht ermittelt werden.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 5. auf den 6. September 2025. Unbekannte beschädigten das Auto von Schnaack, zerkratzten den Lack, zerstachen die Reifen und gossen Buttersäure in die Lüftungsschlitze. Anschließend kleisterten die Täter die Lüftungsschlitze mit einer Mischung aus nassem Brötchenteich und Brausepulver zu und verteilten den Rest auf der Motorhaube. Außerdem ritzten sie das Wort „Nazi“ in den Lack des Fahrzeugs.

In den Lack des Autos eingeritzt: „Nazi“.

Hier sind Rückstände von Buttersäure auf der Motorhaube zu erkennen.
Dieser Vorfall wurde auch auf Indymedia veröffentlicht. Das Kennzeichen und die Anschrift Schnaacks wurden ebenfalls geteilt. Die Täter konnten nicht identifiziert werden.
Anschläge auf die Geschäftsstelle in Wuppertal-Barmen
Nicht nur Funktionäre der AfD in Wuppertal gerieten wiederholt ins Visier linksextremer Attacken. Auch die Geschäftsstelle der Partei in Wuppertal-Barmen markierte die lokale Antifa in der Vergangenheit mehrfach. Die bisher brutalste Attacke geschah am 9. Juli 2025.
Allein im Jahr 2025 summierten sich die Anschläge auf drei Vorfälle. Der erste geschah am 6. Juni 2025. Dabei beschmierten und besprühten Unbekannte die Jalousien und die Hausfassade der Geschäftsstelle. Die Betroffenen entfernten die Schäden innerhalb von 48 Stunden. Keine zwei Wochen später, am 19. Juni 2025, folgte der nächste Angriff.

Unter den Schmierereien ist die zuvor frisch gestrichene Farbe noch zu sehen.
Am 6. Juli 2025 ereignete sich der bisher schlimmste Anschlag auf die Kreisgeschäftsstelle in Wuppertal. Auf den Jalousien fanden sich Schriften wie „Gesichert Rechtsextrem“, „Nazi“, „Wir kommen“, „FCK NAZI“ und die einschlägige Zahlenkombination „161“.

Hier sieht man das ganze Ausmaß der Beschädigungen.
Die Fenster hinter der eingerissenen Jalousie bestehen aus Panzerglas. Den Angreifern gelang es dennoch, ein Loch in das Glas zu schlagen. Durch diese Öffnung versuchten sie, eine Farbbombe in die Räumlichkeiten zu werfen. Dabei beschädigten sie mehrere Stühle und Tische.

Die demolierten Jalousien und Scheiben der Geschäftsstelle

Es wurde versucht, ein Loch in die Scheibe zu schlagen, um Farbbomben in die Räumlichkeiten zu werfen.
Die Ermittler werteten den Anschlag als versuchten Einbruch in Verbindung mit Vandalismus. Ehrenamtliche Helfer sanierten anschließend die Räumlichkeiten im Inneren. Die Farbflecken ließen sich nur teilweise entfernen. Die Wuppertaler AfD erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren im weiteren Verlauf ein, Tatverdächtige konnten auch in diesem Fall nicht ermittelt werden. Die Gebäudeversicherung übernahm den Schaden von über 7.000 Euro; sie stufte die Attacke als versuchten Einbruch mit inkludiertem Vandalismus ein.
Rolf von Landenberg: ebenfalls Opfer einer linksextremen Straftat
Rolf von Landenberg ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Rat in Wuppertal und Beisitzer im Vorstand der Wuppertaler AfD und engagierte sich bereits in diversen Wuppertaler Wahlkämpfen. In der Nacht vom 1. auf den 2. September wurde auch er Opfer von Schmierereien an seiner Hausfassade. Sein Name, sein Werdegang und sein Wohnort wurden auf Indymedia veröffentlicht. Linksextreme kennzeichneten sein Haus mit „Nazisau“, „AZ bleibt“ und „Verpiss dich“.

Auch bei von Landenberg wurde die gesamte Hauswand beschädigt
Die dokumentierten Fälle zeigen ein klares Muster: AfD-Politiker in Wuppertal geraten zunehmend ins Visier linksextremer Täter. Schmierereien an Wohnhäusern, veröffentlichte Privatadressen, beschädigte Autos und Anschläge mit Buttersäure – die Einschüchterungsversuche reichen von Sachbeschädigung bis hin zu potenziell gefährlichen Körperbedrohungen. In keinem der geschilderten Fälle konnten bislang Tatverdächtige ermittelt werden. Für die Betroffenen bleibt damit nicht nur der materielle Schaden, sondern auch das Gefühl permanenter Bedrohung von Leib und Leben.
Es wirft ein trübes Licht auf die gesellschaftlichen Zustände im Land: Politisches Engagement sollte immer unter demokratischen – nicht unter gewalttätigen – Maßgaben stattfinden können.
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