Migrationsforscher Daniel Thym über Syrer in Deutschland: „Freiwillig geht kaum jemand zurück“
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Daniel Thym ist Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht er über die Zukunft der Syrer in Deutschland.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen:
Über die Rückkehrquote von 80 Prozent
„Die 80 Prozent sind völlig illusorisch, das wird nicht klappen. Die Syrer haben sich vor Jahren bewusst entschieden, den Nahen Osten zu verlassen und den weiten Weg nach Deutschland auf sich zu nehmen. Wir sehen schon jetzt: Freiwillig geht kaum jemand zurück. Die Türkei und Libanon, Nachbarländer Syriens, haben hingegen viele Syrer verlassen.“
Was die Rückreise mit Geld zu tun hat
„Die Briten und Dänen zahlen deutlich mehr als Deutschland (wenn Syrer Deutschland freiwillig verlassen, erhalten sie 200 Euro für die Reise, 1.000 Euro für den Neustart, trotzdem sind nur 3.700 Syrer aus Deutschland heimgekehrt. Dänemark gibt syrischen Familien mehr als 50.000 Euro für die freiwillige Heimkehr, Anm. d. Red.). Was ich gehört habe: Wer will, kann schon jetzt nach Syrien reisen, ohne dass die Behörden das mitbekommen. Außer man stellt sich dumm.“
Wenn nicht 80 Prozent – wie viel dann?
„Freiwillig, das ist schwer zu sagen. Und gegen den eigenen Willen: Wir schieben in kein europäisches Land mehr als 700 Menschen pro Jahr ab. Ich wäre sehr überrascht, wenn es uns gelingen würde, in den nächsten drei Jahren mehr als 10.000 Menschen nach Syrien abzuschieben. Theoretisch kann man jede Woche einen Airbus A380 starten lassen. Praktisch gibt das System einfach nicht mehr her.“
Ist Druck ausüben aussichtslos?
„Überhaupt nicht. Es ist ein medialer Mythos, alle Syrer wären Ärzte, Architekten, Fachkräfte. Das gibt es auch. Aber es gibt auch viele Ungelernte, die wenig oder keine Steuern zahlen. Allein 40 Prozent der Erwachsenen, die in den Jahren 2022 und 2023 eingereist sind, hatten keinen Schulabschluss, zeigt eine Umfrage des BAMF. Die Politik sollte sich erstmal auf diejenigen konzentrieren, die nach der Corona-Pandemie gekommen sind und bei denen die Integration schleppend verläuft. Da reden wir vielleicht von 150.000 bis 200.000 Syrern. Eine Teilgruppe der Syrer sollte die Gefahr im Nacken spüren, eventuell den Schutzstatus zu verlieren und notfalls auch zwangsweise zurückgeführt zu werden.“
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