„Mit einem fetten Punch in die Nazifresse“: Politiklehrer hetzt gegen die AfD und ruft zu Gewalt auf
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Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg warb vor einer Woche im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, Lehrer müssten ihre Schüler vor der AfD warnen. Ein Lehrer am Gymnasium im niedersächsischen Walsrode hat sich nun nicht nur diesen Tipp zu Herzen genommen, sondern verbreitet zusätzlich linksradikale Inhalte unter seinen Schülern – inklusive Gewaltverharmlosung.
„Nazis aufs Maul – da wird nicht diskutiert“, heißt es in der Beschreibung des Songs „Knieschiebe“, der jüngst von dem Walsroder Gymnasiallehrer Oliver K. veröffentlicht wurde – ein lupenreiner Aufruf zu Gewalt. Das Singlecover seiner Band „Proto Planet“ zeigt ihn ebenso wie seinen Bandkollegen nur in vermummter Form, lediglich seine Augen sind noch zu erkennen. Der Promotext: „Proto Planet melden sich zurück aus der krise mit einem fetten punch in die nazifresse! der beseelte Mensch muss zur Zeit unglaublich viel einstecken von rechts und oben – P.P. schlagen zurück mit elektronischem sound und zeckigen Lyrics.“

Auf dem Cover zu seiner neuen Single „Kniescheibe“ zeigt sich der Walsroder Gymnasiallehrer Oliver K. nur vermummt.
Hausbesuche zur Einschüchterung?
Was mit „zeckigen Lyrics“ gemeint sein könnte? Etwa die Frage, warum die AfD noch nicht verboten sei: „Ich drehe hier am Rad wegen des Staates, völlig bekloppt, dass man die AfD und Alice W. noch wählen darf, das ist, was ich mache bei Tag und bei Nacht, das ist Antifaschismus und ich werde überwacht“, rappt er in dem Titel.
Auch zu einschüchternden Hausbesuchen, die bei Linksextremen nur selten ohne Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen enden, singt der Lehrer: „Nazis raus man, und holt endlich die Fachkräfte aus dem Ausland. Er postet Hass im Netz unter seinem Klarnamen, und wundert sich, während wir gerade zu seinem Haus fahren.“
Woher der Meschenhass komme, möchte K. außerdem wissen, „bitte komm, erklär mir das“. Für Verwirrte hat der Lehrer noch einen Tipp parat: „Wenn du nicht darauf klarkommst, rauche einfach ein bisschen Gras, gebe dir eine Nummer von meinem Bro und der verkauft dir was“.
Den Song bewirbt K. auf seinem öffentlichen Instagram-Account mit der Botschaft „Make Fascists Afraid Again“. Dort folgen ihm auch einige seiner Schüler. Nicht nur in der Aufmachung, auch sprachlich sind die Inhalte an das junge Publikum angepasst. Wer den Song anhöre, könne etwa „Aura Punkte sammeln“, heißt es in der Beschreibung.
Immerhin muss man für das Aufstacheln kein Geld bezahlen: „Der Download ist free für alle die broke sind“, liest es sich auf der Seite des Labels „Space Honey Records“.
Die Äußerungen passen zum Aufruf der niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg, die vergangene Woche im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung über den Umgang von Lehrern mit der AfD sprach. Auf die Journalistenfrage, ob Lehrer im Unterricht vor der AfD warnen dürfen, antwortete sie: „Sie müssen sogar. Denn Beamte haben die Pflicht zu widersprechen, wenn Grundrechte angegriffen werden.“

Möchte, dass Lehrer vor der AfD warnen: Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg.
Gewaltphantasien richten sich gegen Rechts
K. geht auf seinem Instagram-Profil allerdings auch über die bloße Warnung hinaus. Vergangene Woche postete er ein Video, das er mit dem Song „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ von Danger Dan unterlegte. In dem Lied geht es darum, prominente Köpfe der deutschen Rechten innerhalb der Grenzen der Kunstfreiheit auf geschmacklose Weise zu attackieren. Offen wird darin über Gewalt gegen Andersdenkende sinniert – ob Politiker oder Medienmacher.
In der ersten Strophe heißt es etwa: „Angenommen, ich schriebe mal ein Lied, in dessen Inhalt ich besänge, dass ich höchstpersönlich fände, Jürgen Elsässer sei Antisemit. Und im zweiten Teil der ersten Strophe dann würde ich zu Kubitschek den Bogen spannen. Und damit meinte ich nicht nur die rhetorische Figur, sondern das Sportgerät, das Pfeile schießen kann.“
Immer wieder richtet sich K. gegen das konservativ-rechte Lager. Nach der Danger-Dan-Story findet sich in seinem Profil eine Bundestagsrede des Grünen-Politikers Robin Wageners, die sich explizit gegen die AfD richtete. Darin spricht Wagener zum Beispiel darüber, dass die Partei keine Alternative für Deutschland sei, sondern eine „Schande“.
Um nochmal anzudeuten, mit welchem Ansatz er selbst den Unterricht gestalten könnte, legte K. am Wochenende noch einmal nach und teilte einen Beitrag des Deutschlandfunks, in dem behauptet wird: „Nein, Lehrkräfte müssen im Unterricht nicht neutral sein. Auch, wenn das rechte Influencer und AfD-Politiker immer wieder behaupten.“

Der Text zu „Kniescheibe“ enthält neben Gewaltaufrufen auch Aufrufe zum Drogenkonsum.
„Darf ein Lehrer sich so verhalten?“
Bei dem niedersächsischen Landesverband der AfD sorgt der Fall für Unmut. So stellten die beiden Landtagsabgeordneten Alfred Dannenberg und Harm Rykena bereits eine Kleine Anfrage an die niedersächsische Landesregierung, in der sie abfragen: „Darf ein Lehrer des Gymnasiums Walsrode sich so äußern bzw. so verhalten – insbesondere vor Schülerinnen und Schülern?“
Dannenberg hat eine klare Meinung dazu: „Dieser Lehrer des Gymnasiums Walsrode verbreitet offensiv und unverhohlen radikales und gewaltverherrlichendes Gedankengut!“
Der Fall sei extrem, „dennoch hören wir leider immer wieder, dass sich übergriffige Lehrkräfte in den Schulen als Politaktivisten betätigen und ihren Schülern links-grüne Denke aufzwingen wollen. Von der für Beamte gebotenen Mäßigung keine Spur“, so Dannenberg. Er fordert nun Konsequenzen für den Lehrer.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Alfred Dannenberg stellt sich gegen die radikalen Aussagen des Lehrers.
Das Gymnasium und die zuständige Schulbehörde äußerten sich auf Anfrage noch nicht zum Verhalten des Lehrers.
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Eric Steinberg
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