Nach Morddrohungen: Seyran Ateş macht ihre Moschee dicht
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Die Ibn Rushd-Goethe Moschee in der Ottostraße in Berlin wird schon seit ihrer Gründung wegen ihres liberalen Islamverständnisses von fundamentalistischen Muslimen bedroht. Nun zieht die Gründerin, Seyran Ateş, die Reißleine.
„Mutig, cool und unverschleiert.” So bezeichnet sich die liberale Rushd-Goethe-Moschee in Berlin. Ihre Gründerin, Seyran Ateş, ist eine türkische Frauenrechtsaktivistin und Rechtsanwältin. Vor sechs Jahren gründete sie mit anderen Frauen zusammen das überkonfessionelle islamische Gotteshaus, in dem Männer und Frauen zusammen beten können und weibliche Imame erlaubt sind. Auch die Kampagne „Liebe ist Halal”, die zur Akzeptanz von queeren Menschen in muslimischen Gemeinden beitragen soll, rief Ateş ins Leben.
Seyran Ateş hat für ihre Arbeit und ihre Bemühungen um Verständigung von jeher Bedrohungen erhalten, darunter auch Morddrohungen.

Im letzten Jahr war die Ibn Rushd-Goethe-Moschee die weltweit erste, die stolz eine Regenbogenflagge hisste.
Sicherheit kann nicht mehr gewährleistet werden
Vergangene Woche teilte die Anlaufstelle Islamdiversity auf Instagram mit, dass es schon immer „hässliche Nachrichten“ wie etwa Beleidigungen und Morddrohungen gegen die Mitarbeiter der Moschee gegeben haben soll. Und nun: „Traurigerweise hat diese Gefahrenlage neue Dimensionen erreicht.“

Der Instagram Account teilte vergangene Woche mit, dass die Moschee aus Sicherheitsbedenken bis auf Weiteres geschlossen bleiben würde.
Bilder der Moschee sollen in terroristischen Chat-Gruppen zirkulieren, schreibt die AID. „Die Terroristen sitzen glücklicherweise mittlerweile im Gefängnis, trotz dessen können wir nicht guten Gewissens weitermachen, als wäre nichts passiert.“
Erst vergangene Woche berichtete das Portal T-Online über terroristische Anschlagspläne auf die Moschee, so wurde die Moschee als „Ort der Teufelsanbetung” auf der Website des „Islamischen Staats Provinz Khorasan“ als potentielles Anschlagsziel benannt. Laut Ateş seien die Kosten für die Gewährleistung der Sicherheit zu groß geworden, weshalb sie sich entschieden hätte, „die Arbeit in der Moschee bis Ende 2024 einzustellen und das Haus zu schließen“.
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