Neues Gutachten: 157 Plagiatsstellen in Doktorarbeit von Vize-Chefin der SZ gefunden
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Von Stefan Weber, Privatdozent an der Universität Wien und Verfasser des Gutachtens
Ein 120 Seiten umfassendes Detailgutachten zur 1996 an der Universität Salzburg angenommenen Doktorarbeit der SZ-Journalistin Alexandra Föderl-Schmid weist Plagiate an mindestens 157 Stellen nach. Die Plagiatsdefinition im Gutachten folgt dabei streng dem DUDEN („Die schriftliche Arbeit“, 1985) sowie einem Lehrbuch für das Fach aus dem Jahr 1991, das an der Universität Salzburg verbindlich war. Die Aussage der Universität Salzburg, dass „kein relevantes wissenschaftliches Fehlverhalten“ festzustellen sei, ist unhaltbar.
Alexandra Föderl-Schmid hat im Sinne der DUDEN-Definition und eines Lehrbuchs, das im Fach Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im fraglichen Zeitraum Gültigkeit hatte, plagiiert. Sie hat unter anderem an Ort und Stelle unzitiert abgeschrieben von dem Medienpsychologen und Fernsehforscher Jo Groebel, dem bereits verstorbenen Kommunikationswissenschaftler Hannes Haas, der Medienpädagogin Susanne Hiegemann, dem ehemaligen Bundesverfassungsgerichts-Richter Wolfgang Hoffmann-Riem, dem Medienwissenschaftler Winfried Schulz und dem Journalistik-Professor Siegfried Weischenberg.

NIUS liegt das Gutachten im Volltext vor, wobei der Verfasser auch transparent gemacht wird. Das „Gegengutachten“ der Universität Salzburg wird offenbar nicht veröffentlicht und der Verfasser ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Plagiatsverfahren sind in Österreich Behördenverfahren und unterliegen somit immer noch dem Amtsgeheimnis, das im nächsten Jahr abgeschafft werden soll.
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