Rechtschreib-Horror: So gefährlich ist das Gendern für unsere Schulkinder
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Die „Avantgarde“ der Sprachverhunzer ist mitverantwortlich für das deutsche Pisa-Ergebnis!
Sprache ist das A und O jeder Bildung, jeder Art des intellektuellen Lernens. Wer indes nur über ein rudimentäres Verständnis von Sprache und nur über ein verengtes sprachliches Ausdrucksvermögen verfügt, der wird im privaten und im beruflichen Leben abgehängt.
Das Grundübel von Pisa: mangelndes Sprachverständnis
Mangelndes sprachliches Verständnis und mangelndes sprachliches Ausdrucksvermögen wirken sich im Rahmen schulischer Bildung ja nicht nur im Fach Deutsch oder in Fremdsprachen negativ aus, sondern behindern das Lernen auch in allen anderen schulischen Fächern, vielleicht mit Ausnahme des Faches Sport. Wer die Sprache expressiv und rezeptiv nicht beherrscht, der kommt in den Naturwissenschaften, in den Fächern Geschichte, Politik, Geographie, Religion und Ethik, Wirtschaft usw. einfach auf keinen grünen Zweig.
Womit wir bei den drei Testbereichen der sogenannten Pisa-Studie sind. Dort wird Leserverständnis getestet, okay. Und es wird das Verständnis für mathematische und naturwissenschaftliche Grundfragen getestet. Da die Testfragen in den beiden zuletzt genannten Bereichen nicht in simplen Rechenaufgaben, sondern in der sprachlichen Darstellung kleinerer mathematischer und naturwissenschaftlicher Sachverhalte bestehen, wird der scheitern, dem es am Sprachverständnis mangelt. Darin besteht das Grundübel des miserablen Pisa-Ergebnisses deutscher Schüler (genauer: der Schüler an Schulen in Deutschland) angekommen sind.
Jeder Grundschüler sollte es eigentlich schon zu spüren bekommen, dass etwa eine sogenannte Textaufgabe nur richtig löst, wer den „Text“ versteht, wer also erfassen kann, wenn die Aufgabe lautet: „Ein Auto braucht für 100 Kilometer 5 Liter Sprit. Das Tankvolumen des Autos umfasst 40 Liter. Wie weit kann dieses Auto längstens fahren, wenn zur Sicherheit am Ende der Fahrt noch 5 Liter im Tank verbleiben sollen?“ Das heißt ganz einfach: Wer die Begriffe, die in dieser Textaufgabe vorkommen, nicht kennt, dem helfen auch keine Taschenrechner. Punkt!

Die Pisa-Studie wurde am Dienstag vorgestellt.
Wenn Sprache zur Barbarei wird
Überhaupt ist die „Gendersprache“ eine einzige Sprachbarbarei. Sie ist ein totalitäres Ideologieprojekt, das dem Volk, dem eigentlichen Eigentümer der Sprache, von vermeintlich avantgardistischen Pädagogen, Soziologen und Linguisten diktiert werden soll. Aussprechbar angeblich mit „Glottisschlag“ – also einer Art logopädiebedürftigem Sprechschluckauf. Und dann erst die Sonderzeichen: Schüler*innen, Schüler:innen, Schüler_innen, Schüler/innen, SchülerInnen. Für viele Schüler sind das Hieroglyphen wie so manches mathematisches Zeichen. Es entstehen so sinnfreie Satzungeheuer wie die folgenden: Wir kaufen ein beim Backendenhandwerk. Wir beschreiten die Fußgehendenbrücke. Im Hörsaal sitzen schlafende Studierende. Letztes Jahr gab es in unserer Stadt drei tote Radfahrende. Ja, was denn nun: Schlafen sie oder studieren sie? Sind sie tot oder sind es radfahrende Zombies?
Man muss sich nicht wundern, wenn Heranwachsende da nicht mehr durchsteigen. Schlimmer noch: Wenn ihnen die Sprache „wurscht“ wird. Dummerweise haben einige Landtage die Gendersprache im Behördenbereich, also auch im Schulbereich, freigegeben. Leider auch mit CDU-Stimmen – etwa in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz. Da kann es nichts mehr werden mit dem vormaligen Land der „Dichter und Denker“.
Der abgespeckte Grundwortschatz
Die gefällige, populistische deutsche Schulpädagogik hat den verpflichtenden aktiven Wortschatz („Schatz“?) radikal abgespeckt. Am Ende der Grundschule sollen es in manchen Bundesländern nur noch 500 oder 600 Wörter im gesamten Grundwortschatz sein.
Das wirkt sich logischerweise auf alle anderen Schulfächer aus, auf die folgenden höheren Jahrgangsstufen und natürlich auf die Pisa-Testjahrgänge der 15-Jährigen. Und es wirkt sich bei der Bewältigung der Pisa-Testaufgaben aus. Wir müssen uns also nicht wundern, wenn Schüler deutscher Schulen in den Textbereichen Mathe und Naturwissenschaften ebenfalls schlecht abschneiden. Zumal wir von einer Schülerpopulation reden, die zu weit mehr als einem Drittel eine Population nicht-deutscher Herkunftssprache ist.
Aber der mickrige Wortschatz ist ja nicht die einzige schulpolitische und schulpädagogische Sprachsünde – vom Protzen mit Tausenden von Anglizismen ganz zu schweigen. Etwa wenn deutsche Bildungswissenschaftler Bücher schreiben über „Deep Learning“ oder mehr „Just-in-Time-Knowledge und Download-Kompetenz“ fordern.
Weitere Sünden kommen hinzu: Der Deutschunterricht wurde in den Grundschulen zugunsten eines völlig ineffektiven Englischunterrichts gekürzt. Selbst in gymnasialen Jahrgangsstufen gibt es nur noch drei Wochenstunden Deutsch. Auswendiglernen von Gedichten? Fehlanzeige! Durchbeißen durch längere Texte? Nein, könnte zu anstrengend sein!

Die Infantilisierung der deutschen Sprache
Überhaupt: die Rechtschreibung! Deren „Reformer“ (oder waren es Deformer?) waren vor mehr als 25 Jahren angetreten, sie zu vereinfachen. Maßstab waren nicht Sprachgesetze, die sich über Jahrhunderte herauskristallisiert hatten, sondern das Sprachverständnis von Grundschülern. Man könnte es auch eine Infantilisierung der deutschen Sprache nennen, was hier geschah. Fremdwörter sollten – in Zeiten der Globalisierung – eingedeutscht werden, die Kommasetzung sollte zu Lasten der Lesbarkeit „liberalisiert“ werden (kannst du setzen oder auch nicht). Die Getrenntschreibung sollte favorisiert werden, sodass die semantisch nicht unbedeutende Unterscheidung von „wohlbekannt/wohl bekannt“ oder „vielversprechend/viel versprechend“) nicht mehr nötig war. Auf Diktate und Rechtschreibnoten wurde mehr und mehr verzichtet.
Die Rechtschreibung war bereits in der Lesart der 68er-Linken schließlich nichts anderes als ein „kapitalistisch motiviertes, soziales Selektionsinstrument“. Weg damit! Und her mit dem „Schreiben nach Gehör“ (pseudowissenschaftlich auch „phonetische Schreibweise“ genannt). Nicht wenige deutsche Länder sind erst einmal auf diesen Zug aufgesprungen, auch wenn man dann in den meisten dieser Länder wieder Abstand davon genommen hat. Aber die meisten der solchermaßen orthographisch „Gebildeten“ sind jetzt in den Pisa-Jahrgängen oder gar in den Hochschulen angekommen. Das vormalige Bildungsvorzeigeland Baden-Württemberg tut sich hier unter der Ägide einer grünen Kultusministerin immer noch hervor. Wen wundert es da noch, wenn Baden-Württemberg seit 2011 mit dem Wechsel zu einer „grün“ geführten Landesregierung (unter einem „grünen“ vormaligen Gymnasiallehrer als Ministerpräsidenten) binnen eines Jahrzehnts aus den Reihen des vorderen deutschen Bildungsquartetts (Bayern, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg) in das hinterste deutsche Bildungsquartett (Bremen, Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg) abgeschmiert ist.
„The Länd“ ist auch führend bei der Zulassung der „Gendersprache“ in den Grundschulen. Die grüne Kultusministerin Theresa Schopper, übrigens ein Import aus Bayern, hat es den Grundschulen freigestellt, die „Gendersprache“ zu verwenden, zu lehren, zu verlangen. Die naheliegende Frage, was das für Schulkinder bedeutet, die an eine andere Schule in einem anderen Bundesland oder an eine nicht-gendergerechte Schule wechseln … Dumme Frage!
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Josef Kraus
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