Sportvereine und Schüler müssen draußen bleiben: Immer mehr Städte nutzen Turnhallen als Asylunterkünfte
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In immer mehr Städten werden Turnhallen zu Asylunterkünften umfunktioniert. Für Schüler und Sportvereine dürfte der Winter damit trostlos werden. Es werden Erinnerungen an die Bilder von 2015 wach: Schon damals wurden fast täglich Turnhallen von Schulen für die Unterbringung von Migranten beschlagnahmt.
In Rostock greift die Stadt mittlerweile bereits auf die zweite Sporthalle zurück. Ab der kommenden Woche soll die Turnhalle als Notunterkunft genutzt werden. „Die Unterbringung in der Sporthalle lässt sich momentan leider nicht vermeiden“, bedauerte Sozialsenator Steffen Bockhahn (parteilos) am Donnerstag im NDR. „Die Stadtverwaltung hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“ Wie lange die Halle als Unterkunft genutzt werden soll, blieb offen.
Schulen und Vereine sind wütend über die Sperre
Die Stadt Krefeld richtet eine Sporthalle im Stadtteil Gartenstadt für Asylbewerber ein. In knapp einer Woche sollen dort die ersten von bis zu 80 Migranten einziehen. Derzeit errichten Mitarbeiter der Stadt dort die ersten Etagenbetten. Die betroffenen Schulen und Vereine sind wütend über die Sperre. „Die Halle ist erst seit Februar wieder frei, jetzt kommt die nächste Sperre“, beschwert sich Jan Moertter, Vorstand des Verberger Turnverein gegenüber der Hessenschau. „Wir müssen das wieder den Mitgliedern verklickern, neue Wege, teilweise andere Stadtteile, die Begeisterung ist überschaubar.“

Mitarbeiter der Stadt Krefeld richten am Mittwoch die Turnhalle an der Breslauer Straße zur temporären Umnutzung zur Unterbringung für Asylbewerber ein.
Auch der Rheingau-Taunus-Kreis ist nach eigenen Angaben gezwungen, eine Sporthalle in Idstein als Notunterkunft für neu zugewiesene Migranten zu belegen. Die Inbetriebnahme sei für Montag, 27. November, geplant. Ab dann gebe es voraussichtlich keine Kapazitäten mehr in den vorhandenen über 60 Unterkünften des Kreises, heißt es aus der südhessischen Gemeinde.
Das Landratsamt von Neu-Ulm bereitet derzeit zwei Sporthallen für die Aufnahme von Migranten vor. Andere Plätze gebe es in dem bayerischen Ort momentan nicht.
Da alle Asylunterkünfte voll waren, musste auch der Landkreis Unterallgäu im September 2023 eine Turnhalle umfunktionieren, um dort Migranten unterbringen zu können. Die Halle gehört dem Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ) in Mindelheim. „Es war eine schwierige Entscheidung“, erklärte Landrat Alex Eder. Aber in der Kürze der Zeit habe es nur diese Notlösung gegeben.
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