Stille Nacht bald noch stiller: Die GEMA will uns Weihnachten vermiesen!
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Wie GEMAin ist das bitte?!
Im Sommer flatterten bei vielen Gemeinden in Deutschland Rechnungen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz GEMA, ein. Betreff: Nachzahlung von Lizenzgebühren für Weihnachtsmusik! Denn die Regelungen haben sich geändert.

Bereits jetzt werden vereinzelt Weihnachtsmärkte aufgebaut, so wie hier in Berlin.
Die GEMA verwaltet in Deutschland die Urheberrechte von 90.000 Künstlern sowie von fast zwei Millionen Rechteinhabern weltweit. Das betrifft auch Weihnachtsmusik. Genau dort liegt das Christkind im Schnee begraben. Dieses Jahr könnte es eine sehr stille Nacht werden. Denn teilweise sind die GEMA-Kosten bei lokalen Weihnachtsmärkten explodiert.

In vier Schritten kann man seinen Weihnachtsmarkt bei der GEMA anmelden.
Besonders hart trifft es den Weihnachtsmarkt in Braunschweig. Dort wird es vielleicht gar keine Musik geben.
Alle Jahre wieder gibt es dort abwechslungsreiche Darbietungen von wechselnden regionalen Chören. Für die öffentlichen Aufführungen zahlte das Stadtmarketing brav Gebühren.
Die GEMA-Gebühren wurden nur für die Bereiche erhoben, in denen tatsächlich Musik zu hören war. Doch das ändert sich jetzt. Künftig müssen Weihnachtsmärkte je nach Größe zahlen – auch wenn nicht die Musik nicht auf dem ganzen Areal zu hören ist.
Bereits für den Weihnachtsmarkt 2022 hat die GEMA teilweise nachberechnet.

Musiker blasen in ihre Instrumente und spielen zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Jena.
Für den Braunschweiger Weihnachtsmarkt bedeutet das eine Kostensteigerung um das 15-Fache!
Das wären rund 18.000 Euro zusätzliche Kosten für den diesjährigen Weihnachtsmarkt. Nur für die Musik!
Das ist weit mehr als die Musikgruppen selbst bekommen. Für die Weihnachtsmarkt-Betreiber ist völlig unverständlich, warum für unverstärkte Darbietungen die gesamte Fläche angesetzt werden soll. Ein Weihnachtsmarkt ist schließlich kein Open-Air-Konzert.
„Die GEMA überschreitet aus meiner Sicht hier jedes Maß und ich bin froh, dass der Deutsche Städtetag das auch so sieht“, erklärt Gerold Leppa, Geschäftsführer des Stadtmarketings, das den Braunschweiger Weihnachtsmarkt veranstaltet.

Richtig Weihnachtsstimmung kommt auf dem kasseler Weihnachtsmarkt mit Musik auf.
Braunschweig ist kein Einzelfall. Weihnachtsmärkte aus ganz Deutschland haben mit dem Problem zu kämpfen.
Auf dem Dresdner Striezelmarkt etwa, müssten 50.000 Euro für die Musiknutzungsrechte gezahlt werden.
Im Moment gibt es Gespräche von Seiten des Deutschen Städtetags, der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing und der Bundesvereinigung der Musikveranstalter mit der GEMA bezüglich der Tarifgebühren.
Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte die Vorweihnachtszeit ziemlich still werden.
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