Tafel-Chef Jörg Sartor: „Dass Flüchtlinge direkt Bürgergeld bekommen, ist nicht in Ordnung“
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Bürgergeld-Klartext von einem Mann, der wirklich weiß, wie es um Armut in Deutschland steht!
Jörg Sartor, Leiter der Essener Tafel, sagt im Gespräch mit NIUS: „Dass Flüchtlinge direkt nach Ankunft in Deutschland Bürgergeld bekommen, ist nicht in Ordnung.“ Das Bürgergeld stelle aus seiner Perspektive ein „bedingungsloses Bürgereinkommen“ dar. Sartor weiter: „Mich stört immens, dass keine Sanktionen ausgesprochen werden können und dass es keine Staffelung gibt. Es ist doch logisch, dass jemand, der jahrelang gearbeitet hat, anders bewertet werden muss als jemand, der hier ankommt – womöglich auch, um Bürgergeld zu bekommen.“
Leider würde es genügend Menschen im Land geben, die dieses bedingungslose Bürgergeld ausnutzen, so Sartor. „Der Unmut unter den Kunden der Tafel ist definitiv da.“ Es sei schwer zu vermitteln, warum Menschen im Bürgergeldbezug seien, wenn sie gleichzeitig Geld für andere, nicht lebensnotwendige Ausgaben hätten. „Natürlich sagen die Leute: Guck mal, die Fingernägel. Guck mal, das Handy. Guck mal die Schuhe“, so Sartor.
Zehn Jahre im Land, kein Wort Deutsch
In Essen gebe es Fälle von Menschen verschiedenster Nationalitäten, die zehn Jahre und länger schon Kunde seien und immer noch kein Wort Deutsch sprechen würden. „Es gibt nun mal leider Gottes in diesen großen Städten Stadtteile, wo die Menschen, welcher Herkunft auch immer, mit ihrer Muttersprache klarkommen. Die brauchen kein Deutsch.“
Sartor zufolge müsse die Auszahlung aber an Bedingungen geknüpft sein, etwa, dass Menschen Sprachkurse besuchen oder soziale Aufgaben übernehmen.

Warten auf die Essenausgabe der Tafel – das System ist am Anschlag.
Generell gibt es beim Thema Bürgergeld auch einen Unterschied zwischen den Mentalitäten, so die Beobachtung des Tafel-Chefs: „Viele verstehen die Tafel als staatliche Leistung, obwohl sie das ja gerade nicht ist.“ Gerade Menschen aus Russland oder (Süd-)Osteuropa hätten einen anderen Zugang zu Artikeln, die umsonst bereitgestellt würden. „Es gibt bei einigen die Haltung, dass man hier sparen kann.“
Verdrängungstendenzen: Einige Kunden kamen nicht mehr
Sartor, der seit 19 Jahren die Essener Tafel betreibt und zuvor als Bergmann im Ruhrpott gearbeitet hat, sorgte 2018 für Aufsehen, als er einen Aufnahmestopp an der Tafel für Flüchtlinge durchsetzte. Dabei sei er willentlich missverstanden worden, weil es nicht darum ging, Ausländern keine Lebensmittel zu geben, sondern keine zusätzlichen Kunden aufzunehmen.
„Damals waren es 30 Leute, die vor der Tür standen. Und wir haben gemerkt, dass es immer mehr alleinreisende junge Männer gab, die sich hier versammelt haben.“ Das habe dazu geführt, dass einige andere Kunden nicht mehr kamen. Ab einem bestimmten Punkt hatte die Tafel 75 Prozent Ausländeranteil. „Wenn Menschen zur Anmeldung kamen, standen da teilweise 50 junge Männer, die laut arabisch gestikulieren. Und dann kommt die Oma von der Straßenbahnhaltestelle und will sich anmelden. Dann dreht sie sich um und geht wieder.“
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Jan A. Karon
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