Erlebnis Deutsche Bahn – und plötzlich kam der Mann mit dem Hammer
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Reisen mit der Deutschen Bahn sind bunt und vielfältig. Das weiß jeder, der es tun muss – oder der freiwillig fährt. So wie ich auf dem Weg von Berlin nach Bremen.
Es war am ersten Wochenende nach Ferienbeginn. Es war wahrhaft chaotisch. Züge fielen aus, Buchungen in Waggons, die es nicht mehr gab, waren sinnlos geworden. Gewühle und Gewusel auf den Bahnsteigen, im Zug – Kampf um Sitzplätze.
Dann aber, im Speisewagen der Deutschen Bahn, eine andere Welt. Angenehme Kühle der funktionierenden Klimaanlage durchzog den Waggon. Ich bat mich selber zu Tisch. Sehr freundliches Personal. „Wir haben alles, was auf der Karte steht“, sagte die Servicekraft. „Nur das Oktoberfestessen – das gibt es erst im Oktober. Aber Sie können ja schon mal reservieren.“

Ein Snack im Bordbistro geht immer. (Archiv)
„Der Mann schreit, dass er sich umbringen will“
Ich erzähle das, weil man als Bahnkunde gemeinhin auf alles zu schimpfen pflegt, was in und um die Bahn herum geschieht. Aber dies hier ist keine weitere Geschichte zum Thema Niedergang der Deutschen Bahn, sondern das Gegenteil. Es ist Zeit, die Deutsche Bahn mal zu loben. Nicht die Institution, sondern die Menschen, die für sie arbeiten. Und diese Damen im Speisewagen hatten alles, was sich der Kunde wünscht: Gelassenheit, Kompetenz, sogar Humor. Den würden sie auch noch brauchen.
Plötzlich liefen mehrere Mütter mit Babys auf dem Arm und suchten Platz und Schutz im Speisewagen. Eine rief: „Nebenan läuft ein Mann mit einem Hammer herum. Er schreit, dass er sich umbringen will. Er hat eine Scheibe eingeschlagen.“
Sekunden später hält der Zug auf freier Strecke. Eine automatische Ansage ertönt: „Dies ist ein außerplanmäßiger Halt, die Notbremse wurde gezogen.“

Seltener Anblick: Ein leeres ICE-Abteil (Archiv)
„Ist ein Arzt oder Sanitäter an Bord?“
Dann die ruhige Stimme des Zugsprechers: „Wir haben einen Notfall im Abteil 22. Ist ein Arzt oder ein Rettungssanitäter an Bord?“
In den nächsten Minuten gingen acht Männer und Frauen durch den Speisewagen – alles Ärzte oder Sanitäter. Vorweg die Damen, die mich gerade bedient hatten, und ihre männlichen Kollegen.
Was ich beeindruckend fand: Es entstand eine gewisse Unruhe, aber keine Panik. Die Damen und Herren in der Uniform der Deutschen Bahn gingen in das Abteil, in dem ein Mann mit einem Notfallhammer der Bahn durchgedreht war. Sie gingen mit einer Miene, als würden sie Kaffee servieren.
Zum Schluss kamen Polizei und weitere Sanitäter. Und ganz zum Schluss kam der Glaser. „Bitte haben Sie noch einen Moment Geduld“, sagte der Zugsprecher. „Die Scheibe muss erst repariert werden. Wir dürfen sonst nicht weiterfahren.“
So geschah es. Wir konnten nach etwa einer Stunde weiter, der Mann mit dem Hammer hatte sich beruhigt und wurde von Sanitätern in ein Krankenhaus geleitet. Er war nicht gemeingefährlich, wie man so sagt.
Das aber wussten die Männer und Frauen der Deutschen Bahn nicht, als sie ins Abteil 22 gingen. Aber sie gingen, ohne zu zögern.
Ich finde, wenn etwas nicht funktioniert, sollte man nicht diejenigen dafür verantwortlich machen, die am wenigsten dafür können.
In diesem Fall die Servicekräfte und Schaffner im ICE auf dem Weg von Berlin nach Bremen. Sie haben ihren Job gemacht. Und zwar vorbildlich. Danke dafür.
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