Zum dritten Mal nacheinander an der WM gescheitert: Armes Italien, arme Fußball-Welt
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Es war das Land der unbegrenzten Fußball-Möglichkeiten – in den 70er bis 90er Jahren war Italien der Nabel der Fußball-Welt. Die italienische Serie A dominierte den europäischen Fußball. Die besten Torhüter waren Italiener: Walter Zenga, der junge Gigi Buffon. Von 1993 bis 1998 stand immer eine italienische Mannschaft im Champions-League-Finale. Inter Mailand mit Lothar Matthäus, Andreas Brehme, Jürgen Klinsmann. In Rom wirbelten Rudi Völler, Icke „Häßler“ und Kalle Riedle.
Sie waren alle über den Brenner gezogen, um im gelobten Land des Fußballs Dienst zu tun. Italien war das Fußballparadies: die besten Leistungen, der beste Sport, die besten Gehälter. Das ist vorbei. Ohne großen Fußball ist Italien seine DNS los. Wie ein Italien ohne Wein und ohne Pasta.

Torhüterlegende Gigi Buffon
Elfmeter-Drama gilt als „Apokalypse“
Nach dem Aus im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina ist das alles Geschichte. Zum dritten Mal in Serie muss die Squadra Azzurra, der stolze viermalige Champion, bei der WM zuschauen. Che tristezza, che disastro! „Ein Albtraum“ sei das Elfmeter-Drama in den Playoffs gewesen, schrieb die berühmte La Gazzetta dello Sport in schwarzen Lettern auf Rosa. Die Mailänder Corriere della Sera sprach sogar von „Apokalypse“.
Nun also die Fußballweltmeisterschaften ohne den vierfachen Weltmeister Italien. Nur Deutschland konnte neben Italien ebenfalls vier Mal den Titel gewinnen, Brasilien triumphierte sogar fünf Mal. Diese Länder sind die lebenden Legenden des Fußball-Sports. Sie gehören irgendwie in eine Hall of Fame, die unsterblich ist.

Am Boden zerstört: Die italienische Fußball-Elf
Jeder Fußball-Fan will Italien sehen
Nun ist Italien also am neuen Giganten-System mit 48 Mannschaften gescheitert? Nein, sagen Fußball-Experten. Italien ist an sich selbst gescheitert. Und sie sagen: Wie großartig, dass sich Haiti und die Elfenbeinküste qualifiziert haben. Stolze Länder, denen jeder Fußball-Fan diesen Erfolg gönnt.
Aber jeder Fußball-Fan will auch Italien sehen. Große gegen Große. Beim Tennis geht es ja auch: Sinner gegen Zverev, Nadal gegen Federer, Becker gegen Edberg. Was bei Wimbledon möglich ist, würde beim Fußball auch gehen: Die Stars sind gesetzt. Sie können nicht in den ersten Runden gegeneinander spielen. Und sie müssen sich auch nicht qualifizieren. Weil die Veranstalter stolz sind, dass Stars bei ihnen spielen, bekommen die Stars eine Wildcard.
Italien hätte eine Wildcard verdient. Oder eine Art Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Hauptsache, wir können die Italiener bei der WM spielen sehen. Das ist nun leider Geschichte. Aber es war ja nicht die letzte WM.
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Louis Hagen
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