26-Jähriger stürmt Braunschweiger Haus und ersticht Rentner (70)
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Philippe Fischer- Am 30. Dezember gegen 3 Uhr morgens bricht ein 26-Jähriger durch das Glas einer Haustür in Braunschweig.
- Er reißt ein älteres Ehepaar aus dem Schlaf, ersticht den 70-jährigen Wolfgang H. und verletzt seine Partnerin (64) schwer.
- Nachbarn äußern sich fassungslos über die mutmaßliche Zufallstat.
Heiligabend 2025 war für Wolfgang H. immer ein besonderes Fest. Die Familie kam zu Besuch, sein siebzigster Geburtstag wurde ebenfalls an diesem Tag gefeiert. Zusammen mit seiner Partnerin wohnte er bereits seit mehr als 40 Jahren im Westlichen Ringgebiet von Braunschweig, engagierte sich bis zuletzt als Vorstand im örtlichen Siedlerverein.
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Wolfgang H. feierte gerade erst seinen 70. Geburtstag. Mitten in der Nacht wurde der mehrfache Großvater überfallen und erstochen.
„Das Opfer verstarb an Stichverletzungen“
Drei Tage später, am 30. Dezember gegen 03:10 Uhr, wurde das Idyll in der Doppelhaushälfte gewaltsam zerschlagen. Später schreibt die Polizei dazu: „Am frühen Dienstagmorgen verschaffte sich ein 26-jähriger Mann auf bislang ungeklärte Art und Weise Zutritt zum Wohnhaus der Opfer. Aus bislang unbekannten Gründen wirkte der 26-Jährige gewaltsam auf den 70-Jährigen ein und verletzte diesen tödlich.“
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Im Westen Braunschweigs liegt der Tatort; eine unscheinbare Siedlung mit vorwiegend freistehenden Häusern – umgeben von Kleingärten.
Auch die Partnerin Bettina T. (64) wurde in der Nacht vom Täter überrascht und verletzt; sie „überlebte den Angriff jedoch“, schreibt später die Polizei. NIUS erfuhr: Den Jahreswechsel musste die 64-Jährige im Krankenhaus verbringen. „Die Lebensgefährtin des Getöteten wurde bei dem Angriff nicht schwerwiegend verletzt“, teilt die Staatsanwaltschaft Braunschweig auf NIUS-Nachfrage mit.

Das Klingelschild am Tatort
Noch in der Nacht wurde Bettina T. ins Krankenhaus gebracht. Wegen der versiegelten Haustür können Angehörige ihr nicht einmal Kleidung ins Krankenhaus bringen. „Die ist quasi im Nachthemd in den Krankenwagen geschafft worden“, berichtet ein Nachbar von den Geschehnissen aus der Tatnacht.
Haustür mit roher Gewalt eingeschlagen

Das Schutzsiegel der Polizei wurde von den Beamten wieder geöffnet. Noch Tage später (2. Januar) kehrten Ermittler an den Tatort zurück.
Am Tatort bleiben auch noch Tage später die Spuren der Verwüstung sichtbar. Der obere Teil der Haustür wurde mit Sperrholz verrammelt. Durch die Scheibe verschaffte sich der Täter wahrscheinlich Zutritt zum Haus. Rund um die Eingangstür liegen Scherben verteilt.

Bis heute erinnern Scherben an die Nacht des 30. Dezember.
Behörden schweigen zum Täter und zum Motiv
Der Täter (26) sitzt nun wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. „Er ist bislang nicht wegen Gewalttaten aufgefallen“, teilt die Staatsanwaltschaft Braunschweig erst nach mehrmaliger Nachfrage gegenüber NIUS mit. Der Täter sei deutscher Staatsbürger. Das Opfer wurde noch am Tattag in die Rechtsmedizin nach Hannover gebracht. Weitere Einzelheiten zum Ablauf der Tat und den Hintergründen könne man derzeit nicht mitteilen. „Insoweit sind die Ermittlungen noch in vollem Gange. Vieles ist weiterhin unklar.“
Weil bisher keine Merkmale wie Habgier, Ermöglichung oder Verdeckung einer Straftat vorliegen, geht die Staatsanwaltschaft aktuell nicht von einem Mord aus und ermittelt weiter wegen Totschlags.

Nachbarn stellten am Grundstückseingang eine Kerze auf.
Ermittler noch Tage später am Tatort
Die Nachbarschaft kommt auch wegen der dürftigen Informationen nicht zur Ruhe. Hatte der Täter ein Motiv? Wählte er sein Opfer rein zufällig aus? Dass sich der Täter mit roher Gewalt durch die Scheibe der Haustür Zugang zum Haus verschaffte, sorgt in der Nachbarschaft für flaue Mägen. „Man weiß ja nicht, woher der Junge kam und wen er als Nächstes aufm Kieker hat“, erzählt eine Nachbarin, die nur wenige Hausnummern weiter wohnt. Bis heute gingen Ermittler in dem Doppelhaus ein und aus. „Eigentlich wissen wir nichts, außer dass Herr H. tot ist.“
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