Abschiebe-Polizist berichtet aus seinem Alltag: „Diese Menschen sind bereit, für geringste Sachwerte andere Leute umzubringen“
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Wie läuft eine Abschiebung in Deutschland wirklich ab? Ein Bundespolizist, der seit mehreren Jahren Abschiebeflüge begleitet, berichtet im NIUS-Interview aus seinem Alltag. Massive Gewalt, Verrohung und Selbstverletzung gehören regelmäßig dazu – seine Schilderungen machen fassungslos. Darüber hinaus benennt der Bundespolizist im Gespräch die großen Missverständnisse deutscher Migrationspolitik.
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Was er auf seinen Begleitflügen bereits erlebte, ist schockierend, aber nicht ungewöhnlich. Abgebissene Finger, Kopfnüsse oder Messerverletzungen gehören noch nicht zu den schlimmsten Erfahrungen: „Diese Menschen sind bereit, für geringste Sachwerte andere Leute umzubringen, weil sie es einfach nicht anders kennengelernt haben“, ordnet der Bundespolizist ein.
Rasierklinge in Harnröhre sollte Abschiebung verhindern
Ob ihn eine Gefahrensituation erwarte, könne sich innerhalb von Sekunden ändern. So habe sich ein Ausreisepflichtiger, der sich zuvor noch kooperativ gezeigt hatte, gänzlich mit seinen eigenen Exkrementen eingerieben, um sich der Abschiebung zu entziehen. Manchmal sind die Versuche aber auch nicht nur besonders ekelerregend, sondern sogar lebensgefährlich. Ein anderer abgelehnter Asylbewerber habe sich schon vor dem Flug Fragmente einer Rasierklinge in die Harnröhre eingeführt, schnitt sich während des Fluges und wollte die Maschine so zum Landen bewegen. Wiederum ein anderer habe sich mit einem Stück Plastik den Bauch aufgeschlitzt, dieser sei im Anschluss aber schnell wieder genäht worden – abschiebetauglich.

Abschiebungen sind immer mit einem hohen Aufgebot an Sicherheitskräften verbunden – wie hier am Flughafen Leipzig.
„Sind wirklich Leute, die wir hier nicht haben wollen“
Mit einem Mythos möchte er aufräumen. Während es in der politisch linken Darstellung deutscher Abschiebepolitik häufig heißt, es säßen vor allem gut integrierte Familien in den Abschiebefliegern, widerspricht der Polizist vehement: „Das sind Einzelfälle!“ Der größte Teil der Ausgewiesenen „sind wirklich Leute, die wir hier nicht haben wollen. Die ihr Recht, hier zu sein, wirklich mit allen Mitteln verwirkt haben“, sagt er.

Noch immer wehren sich einige Linke in Deutschland gegen Abschiebungen: Der Bundespolizist hat dafür kein Verständnis.
Wer gegen Abschiebungen sei, habe schlicht keine Vorstellungen davon, welche Wertesysteme mit den Menschen ins Land importiert werden, sagt der Beamte. Besonders betroffen habe ihn ein Vorfall in Bangladesch. Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel sei er mit dem Taxi an einem Müllhaufen vorbeigefahren, auf dem ein toter Säugling lag. Einige Tage später habe er die Szenerie noch einmal beobachtet, mit dem Unterschied, dass nun noch mehr Ratten am Kadaver nagten.
Politik ändert nichts
Nicht nur bei ihm ist mittlerweile ein hohes Frustrationslevel erreicht. Unter seinen Kollegen sei der Ärger über die Zustände ähnlich groß. Die hätten „schlichtweg kein Bock mehr, dass man gegen Windmühlen arbeitet, dass alle Kollegen laut Hilfe schreien“, beschreibt der Polizist die Situation. Seitens der Politik werde man zwar „angeblich“ gehört, aber letztendlich ändere sich dennoch nichts.
Hat er dennoch Hoffnung, dass sich die Lage in Deutschland wieder verbessert? „Ein guter Anfang wäre, glaube ich, schon mal, dass man einfach mal hingeht, Probleme erkennt und auch benennt“, analysiert der Abschiebe-Beamte. Als Vorbild für eine gelungene Migrationspolitik sieht er etwa Dänemark: „Es ist ja nicht so, als ob es nicht gehen würde.“
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Eric Steinberg
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