Bundespolizist über Gewalteskalation an Bahnhöfen: „Lebensgefährliche Stich- und Schnittwunden sind eigentlich Standard“
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Eric SteinbergWie sieht der Alltag der Bundespolizei an deutschen Bahnhöfen wirklich aus? Ein Beamter, der seit über einem Jahrzehnt im Streifendienst arbeitet, berichtet im NIUS-Interview von Beschaffungskriminalität, massiver Gewalt und Gruppenvergewaltigungen. Zusätzlich zu den Straftaten habe sich auch das Frustrationslevel der Kollegen erhöht – und das bei einer Personallage, die bei weitem nicht ausreiche.
Seine Aufgabe ist es, die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten: Als Begleitpolizist für Abschiebeflüge berichtete Sebastian, dessen Name aus Anonymitätsgründen verändert wurde, bereits Anfang Februar über die Probleme mit Passagieren in der Luft. Dieses Mal erzählt er von den Reisenden und Gestrandeten, die ihm in seinem Regeldienst am Bahnhof begegnen.
Dabei liege der Fokus jedoch nicht auf Pendlern oder Familien, sondern auf den Gruppen, die sich dauerhaft in den Bahnhöfen aufhalten: Obdachlose, Drogensüchtige, aggressive Trinker oder Kleinkriminelle. Neben geringfügigen Delikten erlebe er allerdings auch schwere Gewalt, Tendenz steigend. Das Problem: Um die Sicherheit vollumfänglich zu gewährleisten, reicht das Personal nicht aus.
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„Wenn es dann zum Streit kommt, eskaliert der immer maximal“
„Wir bräuchten mindestens das Doppelte, eher das Dreifache an Personal“, sagt der Polizist. Aktuell führe jeder größere Einsatz dazu, dass andere Schwerpunkte aufgegeben werden müssten. Immer wieder sei man auf Unterstützung der Landespolizei angewiesen – was dort nicht unbedingt auf Begeisterung stoße.
Vor allem in Verbindung mit Alkohol entstünden immer wieder Konflikte: „Wenn es dann zum Streit kommt, eskaliert der immer maximal“, sagt Sebastian. „Stichwunden, Schnittwunden, wirklich lebensgefährlich, sind eigentlich Standard.“ Gesteigert hätte sich die Gewalt vor allem seit 2015, „gerade was Belästigung, Vergewaltigung, Sexualdelikte und Tötungsdelikte“ angehe.

Der Dienst am Bahnhof ist für Polizeibeamte nicht selten herausfordernd – auch, weil die Gewalt immer weiter steige.
Besonders frustrierend sei es für Polizisten, dass man ständig auf dieselben Personen treffe. Gegen manche Dauerstörer habe er bereits 20 oder 30 Anzeigen geschrieben. Die Daten kenne man auswendig, einen Ausweis brauche man nicht mehr.
„Die Frustration bei vielen Kollegen ist hoch“
Für die Polizisten entstehe so der Eindruck, „gegen Windmühlen zu arbeiten“, die Frustration sei bei vielen seiner Kollegen hoch.
Welchen Ausweg gibt es aus den Problemen? Sebastian fordert eine konsequentere Linie gegenüber straffällig gewordenen Migranten ohne Aufenthaltsrecht: „Das Modell, das Dänemark da jetzt führt, zu sagen, EU-Regularien sind uns letztendlich erst mal egal, weil unsere erste Aufgabe ist, die Bürger dieses Landes zu schützen, finde ich passabel.“
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Abschiebe-Polizist berichtet aus seinem Alltag: „Diese Menschen sind bereit, für geringste Sachwerte andere Leute umzubringen“
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Eric Steinberg
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