Ex-Elite-Polizist Loest: „Wir haben Menschen aufgenommen, für die Messer ein Statussymbol sind“
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Jeden Tag werden in Deutschland im Durchschnitt 79 Angriffe mit Messern verübt. Einige Bundesländer wie Berlin melden seit Jahren deutlich steigende Zahlen. Die Welt sprach darüber mit Karsten Loest, ehemaliger Polizist beim SEK Berlin. Heute ist er Vorsitzender der Berliner Initiative sichere Stadt und fordert in einer aktuellen Petition ein Umdenken im Umgang mit Messern.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen des Ex-Polizisten:
Über härtere Strafen für Messer-Gewalttäter
„Manche sind sicherlich auch mit Abschreckung nicht mehr zu erreichen. Aber ich hoffe tatsächlich, dass harte Strafen den einen oder anderen dazu bewegen, das Messer eher zu Hause zu lassen. Wir haben etwas überspitzt gesagt das Problem, dass Straftäter oftmals schneller wieder auf der Straße sind, als die Polizei ihren Bericht fertig geschrieben hat.“
Nicht nur Messer sind gefährliche Waffen
„Viele Täter sind gewieft und nutzen neben Messern vermehrt Gegenstände, die nicht im Waffengesetz stehen. Polizisten berichten mir, dass Scheren in der Praxis ein großes Thema sind. Die werden in zwei Teile zerlegt, eine halbe Schere ist gut mitzuführen und sehr gefährlich. Auch mit Schraubendrehern können Angreifer eine ähnlich tödliche Wucht wie mit Messern entfalten. Hier brauchen wir mehr rechtliche Klarheit.“
Warum so viele Menschen zum Messer greifen
„Messer sind angesagt und üben auf viele Menschen einen zunehmenden Reiz aus. Ich bin auch überzeugt und fühle mich durch die Kriminalstatistik bestätigt, dass die Zuwanderung einen deutlichen Teil zu den steigenden Fallzahlen beiträgt. Wir haben Menschen aufgenommen, die in ihren Heimatländern mit Messern groß geworden sind, in deren Kultur und Sozialisation es eine gewisse Affinität dazu gibt. Messer sind für viele ein Statussymbol – und ein Mittel, um sich Respekt zu verschaffen. Und gleichzeitig gibt es dann mehr Menschen bis weit in die Mehrheitsgesellschaft hinein, die sagen: Ich fühle mich heutzutage wohler, wenn ich ein Messer in der Tasche habe und mich im Falle des Falles auch gegen Angreifer verteidigen kann. Das ist dann eine Spirale, die schwer zu durchbrechen ist.“
Zuwanderung und Messerdelikte
„Fast die Hälfte der Täter passieren durch Nichtdeutsche – und dabei machen Ausländer nur 15 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Für mich gibt es definitiv einen Zusammenhang zwischen der Zuwanderung und der Zahl der Messerdelikte.“
Sie waren Team-Führer gegen Rocker-Kriminalität – welche Rolle spielte das Messer?
„Eine deutlich geringere als heute. Die Klientel, mit der ich es zu tun hatte, verließ sich bei einer Eskalation auf Schusswaffen, aber im Normalfall auf die eigenen Fäuste, auf brachiale körperliche Gewalt. Wenn wir einen Rocker festnahmen, dann fanden wir mal einen Schlagring oder Teleskop-Schlagstock, oftmals Baseballschläger in den Autos, aber nur selten Messer. Hier hat sich definitiv etwas geändert.“
Messer-Täter sind immer jünger
„Messer sind heute allgegenwärtig und mich beunruhigt, dass die Täter immer jünger werden, teilweise noch zur Schule oder sogar zur Grundschule gehen. Viele werden die Vorliebe für das Tragen eines Messers beibehalten. Schon Kindern und Jugendlichen muss klargemacht werden: Wenn ich ein Messer dabeihabe und es einsetze, dann lande ich als Erwachsener sehr schnell im Gefängnis.“
Was tun, wenn ich mit einem Messer angegriffen werde?
„Messerangriffe sind selbst für Spezialkräfte der Polizei schwer abzuwehren. Bürger sind in der Regel chancenlos. Wenn einem selbst der Angriff gilt, ist die beste Reaktion, so schnell es geht wegzulaufen. Niemand sollte hier den Helden spielen.“
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