Kriminalitäts-Hotspot Bahnhof: NIUS mit der Bundespolizei auf Streife in München
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Die Gewalt an deutschen Bahnhöfen nimmt weiter zu und mit ihr das Unsicherheitsgefühl vieler Reisender. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD wurden im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 14.047 Gewaltdelikte an Bahnhöfen und in Zügen registriert – mehr als im Vergleichszeitraum 2024. Hinzu kommen 808 Waffendelikte, 1.076 Sexualdelikte sowie mehr als 26.600 Eigentumsdelikte.
Besonders betroffen sind große Verkehrsknotenpunkte wie der Münchner Hauptbahnhof, der aktuell zu den Top 10 der kriminalitätsbelastetsten Bahnhöfe Deutschlands zählt und auf Platz 7 rangiert.
NIUS hat die Bundespolizei am Samstagabend begleitet – das Video dazu sehen Sie hier:
Bundesweiter Schwerpunkteinsatz an 41 Bahnhöfen
Am vergangenen Wochenende führte die Bundespolizei einen großangelegten Schwerpunkteinsatz an 41 Bahnhöfen im Bundesgebiet durch. Ziel ist es, Straftaten frühzeitig zu erkennen, gefährliche Gegenstände aus dem Bahnverkehr herauszuziehen und durch sichtbare Präsenz das Sicherheitsgefühl der Reisenden zu stärken.

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) am vergangenen Freitag am Münchner Hauptbahnhof.
Am Freitagabend informierte sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) persönlich über die Lage am Münchner Hauptbahnhof. Er betonte, wie wichtig gut sichtbare Polizeipräsenz, moderne Ausstattung und eine ausgebaute Videoüberwachung für die Sicherheit im Bahnbereich seien.
NIUS begleitet Bundespolizei am Samstagabend
Am Samstagabend durfte NIUS gemeinsam mit der Bundespolizei München von 20 bis 0 Uhr Einsätze und Kontrollen am Münchner Hauptbahnhof begleiten. Dabei zeigte sich das breite Spektrum der Einsatzlagen – von akuten Gefährdungen bis hin zu strafrechtlichen Feststellungen.
- Gefährliche Gleislage: Zu Beginn des Einsatzes wurden die Beamten zu einer Person im Gleisbereich gerufen. Es lag ein Hinweis auf eine mögliche Suizidgefährdung vor, weshalb die Kräfte sofort eingreifen mussten, um einen Unfall zu verhindern.
- Flucht bei Personenkontrolle: Wenig später eskalierte eine reguläre Personenkontrolle. Während eine Person stehen blieb, flüchteten zwei weitere. Ein Mann konnte im S-Bahnbereich gestellt werden, bei ihm wurde ein Klappmesser sichergestellt. Die zweite Person blieb vorerst flüchtig.

Der junge Mann konnte im S-Bahnbereich festgenommen werden. Bei ihm wurde ein Klappmesser gefunden.
- Verdacht auf Diebstahl: Auch Eigentumsdelikte blieben ein Thema: Die Bundespolizei registrierte 2024 im Bahnbereich bundesweit mehr als 58.000 Eigentums- und Diebstahlsdelikte. Entsprechend aufmerksam gingen die Beamten Hinweisen auf mögliche Diebstahlsdelikte nach.
- Sexuelle Belästigung: Im Verlauf des Abends wurde zudem ein Fall sexualisierter Belästigung aufgenommen. Ein rumänischer Staatsbürger soll eine Frau begrapscht haben. Bundesweit registrierte die Bundespolizei im ersten Halbjahr 2025 1.076 Sexualdelikte im Bahnumfeld, leicht rückläufig gegenüber den 1.125 Fällen im Vorjahreszeitraum.

Bei einem rumänischen Staatsbürger, der eine junge Frau sexuell belästigt haben soll, wurden Kokain und Marihuana festgestellt.
Einsatz bis weit nach Mitternacht
Für die Bundespolizei endete der Einsatz nicht mit Mitternacht. Auch nach Ende der Dreharbeiten zeigte sie weiterhin Präsenz im Bereich des Münchner Hauptbahnhofs. Sichtbare Streifen und schnelle Reaktionen sollen dazu beitragen, dass sich Reisende auch in den späten Stunden sicherer fühlen. Im abschließenden Gespräch betonte der Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion München, Wolfgang Hauner, eine zunehmende gesellschaftliche Verrohung und schilderte, wie sich das Einsatzgeschehen in den vergangenen Jahren verändert habe.
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Helena Gebhard
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