Linksextremist der „Hammerbande“: Simeon „Maja“ T. zu 8 Jahren Haft verurteilt
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Das Budapester Stadtgericht hat Simeon „Maja“ T. zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren verurteilt. Richter Jozsef Sos, der das Urteil verlas, sah es als erwiesen an, dass der 25-Jährige an blutigen Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten beteiligt war. Simeon T. nennt sich seit seiner Inhaftierung „Maja“ und gibt an, er sei „non-binär“.
In seinen Schlussworten bemängelte der verurteilte Linksextremist, er sei vorverurteilt worden und betonte die Wichtigkeit des „antifaschistischen Protests“: „Demokratie muss Widerspruch gegen das Autoritäre und gegen Unterdrückung zulassen. Jedes Urteil, das hier gesprochen wird, wird sich auch daran messen lassen müssen, ob und wie mein Sprechen und Auftreten bestraft wird. In den letzten Monaten hat sich jedoch der Eindruck bestätigt, dass der ungarische Staat eben jenen Widerspruch nicht zulässt. Demonstrationen und Kundgebungen werden verboten. Und die solidarische Begleitung von diesem Prozess erschwert. Es wird eine Drohkulisse aufgebaut, die Leuten Angst machen soll, wie Terroristen behandelt zu werden, während ich bereits als Terroristin vorverurteilt wurde.“
Zu seinen Opfern verlor er kein Wort.

Der ungarische Richter Jozsef Sos sprach das Urteil gegen Simeon T. am Mittwoch im Gerichtssaal.
Das erstinstanzliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig, dagegen kann noch berufen werden. Es stellt die Straftatbestände der versuchten lebensbedrohenden Körperverletzung sowie der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung fest. Die Strafe könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, sagte Richter Sos. Die Staatsanwaltschaft hatte 24 Jahre Gefängnis verlangt, die Verteidigung einen Freispruch.

Wolfram Jarosch, der Vater von Simeon „Maja“ T., im Gerichtssaal
Rund 20 deutsche und andere mutmaßliche Linksextremisten hatten zwischen dem 9. und 11. Februar 2023 an fünf Stellen der ungarischen Hauptstadt Menschen mit Teleskop-Schlagstöcken, Gummihämmern und Pfefferspray angegriffen, unter ihnen ein deutsches Paar. Von ihren Opfern nahmen die Angreifer an, dass sie am sogenannten „Tag der Ehre“ teilgenommen hatten, einem jährlichen SS-Gedenken, das die Behörden in Budapest tolerieren. Bei den meist brutal durchgezogenen Angriffen sollen neun Menschen verletzt worden sein, vier von ihnen schwer. Die Staatsanwaltschaft warf Simeon T. die Beteiligung an zwei dieser Angriffe vor. T. selbst nahm im Prozess zu den Vorwürfen nicht Stellung.

Martin Schirdewan, deutscher Politiker und Co-Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Europäischen Parlament war bei der Urteilsverkündung vor Ort.
Die Linken-Fraktion im Europäischen Parlament postete nach dem Urteil eine Solidaritätsbekundung auf X.
Maja is 24, non-binary, anti-fascist, and today they have been sentenced to 8 years in prison in Hungary.
— The Left in the European Parliament (@Left_EU) February 4, 2026
Anti-fascism is not terrorism, it is a democratic duty.
We stand with Maja and with everyone across Europe who refuses to be silenced.
🔗https://t.co/LoJjaDLOo6 pic.twitter.com/2pMmjLepc4
Die Auslieferung von T. aus Deutschland an Ungarn war nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts rechtswidrig. Die Behörden hatten ihn jedoch im Juni 2024 außer Landes gebracht, bevor Karlsruhe den Vorgang stoppen konnte. Für die Zeit nach seiner Verurteilung soll die Bundesregierung bereits eine Rückführung des Straftäters nach Deutschland verhandelt haben.

Polizeiautos stehen vor dem Budapester Stadtgericht.
Die Vorwürfe, die der deutsche Generalbundesanwalt gegen die Mitglieder der linksterroristischen Hammerbande gerichtet hatte, lautete: „Sie schlugen mit einem Schlagstock und einem Kubotan wiederholt gezielt auf den Kopf und Oberkörper des Opfers ein, während andere Mittäter den Betroffenen fixierten. Ein Geschädigter wurde mit einem Schlag gegen den Kopf zu Boden gebracht. Auch nachdem er bewusstlos auf dem Gehweg lag, versetzte ihm die Gruppe mit einem Schlagwerkzeug weitere Schläge auf den Kopf und den gesamten Körper. Dadurch erlitt der Geschädigte multiple Gesichts- und Schädelfrakturen.“

Blick auf das Gebäude mit dem Budapester Stadtgericht.
Im Juni 2025 hatte Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt Simeon T. in Ungarn besucht und ein „rechtsstaatliches Verfahren“ für ihn gefordert. T. „Wir wollen, dass sie ein Verfahren bekommt, das rechtsstaatlich einwandfrei ist. Wir wollen, dass sie nach Deutschland überstellt wird“, sagte Göring-Eckardt damals in einem auf X geposteten Video.
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