Polizeifahndung mit Original-Notruf: Wer hat Baby Frieda erstickt?
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Vor fast 26 Jahren meldete sich ein anonymer Anrufer bei der Polizei. Der Mann meldete einen toten Säugling in einem Waldstück neben der Autobahn A67 in Hessen. Das Baby wurde ermordet! Das getötete Mädchen tauften die Ermittler auf den Namen „Frieda“. Bis heute ist nicht geklärt, wer der Täter ist.
Doch das Polizeipräsidium Südhessen gibt nicht auf, veröffentlichte jetzt Bilder der Kleidung und der Decke, in die das Kind eingewickelt war. Außerdem gaben die Beamten eine Audioaufnahme heraus. Darauf zu hören ist der anonyme Anrufer, der den Fund des Babys bei der Polizei meldete.

Das Etikett der sichergestellten Decke.
NIUS dokumentiert, was bislang bekannt ist
Laut Staatsanwaltschaft Darmstadt und Polizeipräsidium Südhessen ging der Notruf am 28. April 1999 (Mittwoch) gegen 11 Uhr bei der Rettungsleitstelle Bergstraße ein. Tatsächlich fanden Polizisten dann in einem Waldstück am Parkplatz „Jägersburger Wald“ an der Autobahn 67 bei Einhausen (Fahrtrichtung Süden) ein totes Mädchen in Plastiktüten. Der Säugling war zu dem Zeitpunkt etwa zwei Tage alt. Vermutlich war es erstickt worden.
Das Kind trug zuletzt ein helles Unterhemd, einen weiß-gelben Strampelanzug mit Comic-Motiven und eine helle Mütze. Eingewickelt war das Mädchen in eine weiße Decke mit Tiermotiven. In einer der Plastiktüten wurde ein Kassenbeleg sichergestellt, der einen Einkauf im Januar 1999 bei der Karstadt-Filiale in Offenburg dokumentiert.

In diese Decke war der Säugling eingewickelt.
Die bisherigen Spuren
Zeugen hatten in den späten Abendstunden des 27. Aprils und am frühen Morgen des 28. Aprils eine junge Frau an der Raststätte Lorsch an der Autobahn 67 gesehen, die laut Polizei „durch ihr unerklärliches Verhalten aufgefallen sei“. Die Ermittlungen ergaben, dass sie nach Kaiserslautern wollte und schließlich den Bahnhof in Ludwigshafen aufgesucht habe. Dort verliert sich ihre Spur. Die Ermittler: „Ob sie mit dem Säugling in Verbindung steht, konnte bis dato nicht geklärt werden.“

Das Strampler-Etikett.
Eine weitere Spur ist der anonyme Anrufer. Er hatte sich von einer Telefonzelle auf dem Marktplatz in Lorsch aus gemeldet. Der Unbekannte gab damals an, dass er an der Autobahn ein „kleines Geschäft zu erledigen“ hatte. Im Gebüsch sei ihm eine Plastiktüte auffällig vorgekommen. Darin habe er dann das tote Kind entdeckt. Er wollte seinen Namen nicht nennen.
Hören Sie hier den echten Notruf von 1999:
Die „Cold Case Unit“ des Polizeipräsidiums Südhessen ist auf der Suche nach der Mutter, der Frau und dem Anrufer sowie nach Zeugen. Die Ermittler fragen: Wer erkennt die Stimme des Mitteilers in der veröffentlichten Notrufaufnahme? Wer hat zwischen dem 27. und 28. April 1999 verdächtige Beobachtungen an der Raststätte, dem Parkplatz oder dem Bahnhof in Ludwigshafen gemacht? Wer hat Kenntnis von einer Schwangerschaft oder Entbindung einer Frau aus dem Raum Kaiserslautern, Ludwigshafen, Offenburg oder dem Kreis Bergstraße, die in der Folge ohne Kind gesehen wurde. Wer erkennt die veröffentlichten Lichtbilder der Bekleidung von „Frieda“, sowie die Decke, in welche sie eingewickelt war?
Der Fall läuft am 22. Januar in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Hinweise an die Kripo unter der Telefonnummer 06151-969-44666. E-Mail: [email protected].
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