Söder will Drohnen konsequent abschießen: „Der Iron Dome für Deutschland muss kommen“
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Die Sichtung mehrerer Drohnen hat in der Nacht zu Freitag für Störungen am Flughafen München gesorgt. 17 Flüge konnten nicht starten, 15 landende Maschinen mussten umgeleitet werden.
Ab 22:30 Uhr ging gar nichts mehr am Münchener Flughafen! Nach verdächtigen Drohnenaktivitäten in der Nähe des Flughafens ermittelt die bayerische Landespolizei. Und sogar über dem Gelände des Flughafens selbst konnten Beamte in der Dunkelheit unbekannte Flugobjekte sichten. Das bestätigt ein Polizeisprecher der Bild-Zeitung. Zur Sicherheit der Passagiere wurden alle Ankünfte und Abflüge gestrichen. Die Deutsche Flugsicherung habe am späten Abend die Start- und Landebahnen gesperrt, hieß es.
Am Freitagmorgen lief der Betrieb wieder regulär an.

Mit 37 Millionen Passagieren jährlich hat München den zweitgrößten Flughafen der Bundesrepublik nach Frankfurt.
Söder will bayerisches Schnellgesetz zur Drohnenabwehr
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte am Freitag mehr Rechte für die Polizei des Landes. Die bayerische Polizei müsse in die Lage versetzt werden, Drohnen sofort abzuschießen, sagte Söder der Bild-Zeitung. Er wiederholte damit eine bereits seit längerer Zeit erhobene Forderung. „Der Iron Dome für Deutschland muss kommen. Wir brauchen endlich einen wirksamen Schutz unserer gesamten Infrastruktur und militärischen Einrichtungen. Bayern macht dazu ein Schnellgesetz. Wir behandeln das schon am Dienstag im Ministerrat.“
„Die Drohnenvorfälle zeigen den großen Druck. Ab jetzt muss gelten: Abschießen statt Abwarten! Und zwar konsequent! Unsere Polizei muss Drohnen sofort abschießen können.“
Flughafen wurde komplett gesperrt
Insgesamt waren durch die Sperrung 32 Flüge betroffen. 3000 Passagiere sind am Münchener Flughafen gestrandet, wurden vor Ort mit dem Nötigsten versorgt. Nach Angaben des Betreibers wurden Decken, Getränke und Snacks an die gestrandeten Passagiere verteilt. Zudem seien in den Terminals Feldbetten aufgestellt worden. Für zahlreiche weitere Reisende endete die Reise nach München an einem Alternativflughafen wie etwa Stuttgart, Nürnberg oder Frankfurt.

Gestrandete Passagiere in der Nacht zu Freitag
Die Ermittler tappen im Dunkeln: Bisher konnten weder Drohnen noch Tatverdächtige gefunden werden.
Am Münchener Flughafen gilt ein Nachtflugverbot für den regulären Passagierverkehr zwischen Mitternacht und 5:00 Uhr morgens. Grundsätzlich sind nach Angaben des Betreibers nur Nachtluftpost- und Vermessungsflüge der Deutschen Flugsicherung in dieser Zeit zugelassen.
Hohes Passagieraufkommen wegen Münchener Oktoberfest
Bis Sonntag läuft noch das Münchener Oktoberfest. Das größte Volksfest der Welt zieht jährlich mehrere Millionen Besucherinnen und Besucher aus anderen Städten und Ländern an. Auch sie könnten durch die Einschränkungen im Flugverkehr betroffen sein. Das Oktoberfest war am Mittwoch wegen einer Bombendrohung für einen halben Tag geschlossen worden.
Flughafenverband: Luftverkehr braucht klare Zuständigkeiten
Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV (Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen), Ralph Beisel, sagte, der Vorfall zeige einmal mehr, wie verletzlich der Luftverkehr gegenüber illegalen Drohnenflügen sei. „Der Luftverkehr braucht klare Zuständigkeiten und eine schlagkräftige Drohnendetektion und Abwehr.“ Die Entscheidung, ob eine Drohne eine Gefahr darstelle und wie sie abgewehrt werde, sei und bleibe eine hoheitliche Aufgabe von Bundes- und Landespolizei.
Drohnensichtungen vergangene Woche in Schleswig-Holstein
Erst vergangene Woche waren über Schleswig-Holstein Drohnen gesichtet worden. Die Behörden prüfen den Verdacht, wonach Drohnen über kritische Infrastruktur geflogen sind, unter anderem über ein Kraftwerk in Kiel. Die Staatsanwaltschaft Flensburg leitete in der Nacht zum Freitag ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt ein. Wegen der teilweise im Verbund erfolgten Drohnenüberflüge liege der Anfangsverdacht einer Straftat des „sicherheitsgefährdenden Abbildens“ vor.
Mehrfach hatten Drohnen in der vergangenen Woche auch den Luftverkehr in Dänemark gestört und für Verunsicherung und Chaos gesorgt.
Zahl der Störungen mit Drohnen stark gestiegen
Störungen mit Drohnen an den Flughäfen hierzulande haben nach Angaben der Deutschen Flugsicherung deutlich zugenommen. Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Bund gehört, mitgeteilt, im laufenden Jahr 2025 seien bis Ende August bereits 144 Behinderungen durch Drohnen registriert worden.
Im Vorjahr seien es im selben Zeitraum 113 Vorkommnisse gewesen, im Jahr 2023 nur 99. Allein am Flughafen Frankfurt am Main, dem größten deutschen Drehkreuz, wurden in diesem Jahr bereits 35 Behinderungen gezählt.
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