Spiegel-Bericht: Solingen-Mörder war bereits vor Einreise nach Deutschland Islamist
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Der Messer-Täter von Solingen war bereits Jahre vor seiner Einreise nach Deutschland islamistisch radikalisiert. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Erkenntnisse der Bundesanwaltschaft. Demnach konsumierte Issa Al Hasan spätestens seit Dezember 2019 islamistische Propaganda im Internet – drei Jahre bevor er nach Deutschland kam.
Laut Spiegel-Informationen werteten Ermittler nach der Tat das Handy des 27-jährigen Syrers aus und fanden dort Belege für frühzeitigen Kontakt mit salafistischen und dschihadistischen Inhalten. Bereits Anfang 2020 habe Al Hasan gezielt nach Veröffentlichungen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) gesucht.
Kontinuierliche Radikalisierung
Die Ermittlungen zeichnen das Bild einer kontinuierlichen Radikalisierung: Der Krieg im Gazastreifen ab Oktober 2023 habe Al Hasan laut Bundesanwaltschaft zusätzlich radikalisiert, erklärt der Spiegel. Spätestens ab Juni 2024 habe er Kontakt zu einem mutmaßlichen IS-Terroristen mit dem Kampfnamen „Abu Faruq“ gehabt. Dieser soll auf der Plattform Telegram eine dschihadistische Chatgruppe verwaltet und dort Selbstmordattentäter für Europa rekrutiert haben.

Issa Al Hasan war bereits vor seiner Einreise nach Deutschland Islamist.
Wahl der Tatwaffe geht auf direkten IS-Einfluss zurück
Nach Angaben des Spiegel suchte Al Hasan im Juni 2024 nach Begriffen wie „Töte den Ungläubigen“ und bezeichnete sich spätestens zwei Monate vor dem Anschlag selbst als „Soldat“ des IS. Am Vorabend des Stadtfests in Solingen habe er seinem mutmaßlichen IS-Kontakt angekündigt, ein Video zu schicken, „bevor er etwas angehe“. Daraufhin erhielt er einen Text mit dem Treueschwur auf den Anführer der Terrormiliz, der offenbar als Grundlage für ein später vom IS veröffentlichtes Bekennervideo diente.

Im klassischen IS-Stil bekannte sich Issa Al Hasan zur Tat.
Auch die Tatwaffe geht nach Erkenntnissen der Ermittler auf direkten IS-Einfluss zurück: Al Hasan habe laut Chatprotokollen den Rat erhalten, ein kurzes, aber scharfes Messer zu benutzen. Kurz darauf kaufte er ein Messerset – mit einer der Klingen soll er am 23. August 2024 auf dem Stadtfest in Solingen drei Menschen getötet und zehn weitere verletzt haben.
Der Prozess gegen Issa Al Hasan beginnt voraussichtlich Ende Mai vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf.
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